Sie ist eine der großen Dichterinnen der DDR gewesen. Eva Strittmatter, die gestern ihren 80. Geburtstag feierte, hat im September 2009 einen neuen Gedichtband vorgelegt. Mehr zu Strittmatter.
Meine samstägliche ausführliche Lektüre der Frankfurter Rundschau hat heute zu einigen Irritationen geführt. So hat mein absoluter Lieblings-Lokalredakteur Stefan Behr in einer Meldung aufgezählt, wo nächste Woche in Frankfurt geblitzt wird. Wieso, weshalb, warum werden Temposünder gewarnt? Dass private Radiosender sich dazu hergeben, mag ihrer Vorstellung von Populismus entspringen, aber warum die FR? Haben Autofahrer, die ihre Mitmenschen in Gefahr bringen, Schonung verdient? Ist nicht jedem halbwegs informierten Verkehrsteilnehmer bekannt, dass die Einhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen Menschenleben rettet? Und wer es noch nicht weiß, möge sich bitte auf die Seiten von autofrei leben! begeben.
Zweifel am Verstand meiner Mitmenschen hat auch die in der FR veröffentlichte Ratgeber-Bestsellerliste ausgelöst, für die Verkaufszahlen von bundesweit rund 750 Buchhandlungen, Kaufhäusern und E-Commerce-Anbietern ausgewertet wurden: Auf Platz 3 der Liste landete „Schlank im Schlaf für Berufstätige”, Platz 4 errang „Schlank im Schlaf – Das Kochbuch“, Platz 5 gehört „Schlank im Schlaf: Die revolutionäre Formel: So nutzen Sie Ihre Bio-Uhr zum Abnehmen“ und auf Platz 6 – wen erstaunt das noch – steht: „Die Hormonformel: Wie Frauen wirklich abnehmen“.
Dabei ist Abnehmen so einfach und vom Schauspieler Kai Wiesinger kürzlich in einem Interview bestätigt: Weniger essen und mehr bewegen! Und das Gehirn hat auch was davon, es kann sich nämlich Büchern mit Nährwert widmen.
Veröffentlicht in Ratgeber, Sachbuch | Verschlagwortet mit Frankfurter Rundschau, Tempolimit | Kommentar schreiben »
Seit Wochen liegt Susan Pinkers Buch „Begabte Mädchen, schwierige Jungs – der wahre Unterschied zwischen den Geschlechtern“ ganz oben auf meinem Lesestapel, aber ich hatte keine Lust, es in einem Zug durchzulesen. Stattdessen habe ich am vergangenen Wochenende „Die Geschichte der Liebe“ von Nicole Krauss gelesen, ein unglaublich schöner Roman, verschachtelt wie eine russische Puppe und nach einmaligem Lesen sicher nicht in seiner ganzen Größe zu erfassen. (Rowohlt Tb Verlag, 352 Seiten, 9,95 Euro)
Die Thesen von Susan Pinker sind in feministischen Kreisen sicher zumindest grob bekannt, kürzlich habe ich in meiner Rezension zu Schrupps Buch „Was wäre wenn?“ ein Interview mit Pinker in der FAZ zitiert. Tenor: Die Tatsache, dass der Frauenanteil in den beruflichen Toppositionen auf relativ niedrigem Niveau stagniert, liegt nicht allein an den männlichen Ausschlussverfahren, sondern auch an den Frauen:
„Nur zehn, fünfzehn Prozent der Frauen wollen sich bis an die Spitze durchbeißen – und sind bereit, dafür so viel zu opfern, wie Männer das tun. Den meisten Frauen ist der Chefsessel nicht wichtig. Eine erfolgreiche Frau sattelt gerne um, einen Mann spornt der Erfolg zu noch mehr Ehrgeiz an“. (Pinker)
Natürlich ist das eine provokante These, aber ist sie deshalb falsch? Gestern hat Antje Schrupp getwittert, dass sie Pinker nicht gelesen hat, nur eine Rezension auf Forum für Philosophie und Politik. Das hat mich überrascht, denn in vielen Punkten überschneiden sich die Auffassungen der beiden Autorinnen.
Was kommt nach der Gleichstellung, fragt Schrupp und Pinker antwortet: Die Frauen machen, was sie wollen!
Seit Jahrzehnten beklagen wir uns über die mangelnde Präsenz von Frauen in Führungspositionen, aber wollen wir selbst ganz nach oben? „Bleib mir von!“, wie die Norddeutsche sagt. Susan Pinker bringt viele Beispiele von Frauen, die beruflich ganz oben waren und dann ausgestiegen sind oder auf halbem Weg kehrt gemacht haben.
Mich erinnert das eine berufliche Situation vor einigen Jahren: Mein Chef war damals dauerhaft erkrankt, meine Kollegin und ich haben mehr als ein Jahr die Arbeit des Chefs übernommen. Beide haben wir am Ende dieser Zeit keine beruflichen Vorteile aus der Situation gezogen. Meine Kollegin hat sich entschlossen, sich ganz ihrer größer werdenden Familie zu widmen, ich entschied mich für eine bessere Balance zwischen Beruf und Privatleben und reduzierte meine Arbeitszeit. Die meisten Männer hätten völlig anders reagiert, aber für uns war klar, unsere Gesundheit, die Familie, unsere Lebensfreude ist wichtiger.
Weitere assoziative Notizen zu Susan Pinkers Buch folgen.
Susan Pinker: Begabte Mädchen, schwierige Jungs – Der wahre Unterschied zwischen Männern und Frauen, Pantheon Verlag, 17,95 Euro
Veröffentlicht in Roman, Sachbuch | Verschlagwortet mit Feminismus, Politik, Susan Pinker | Kommentar schreiben »
Uta Rasche hat für die FAZ die Ergebnisse einer Studie zusammengefasst, die das „Elterliche Wohlbefinden in Deutschland“ untersucht und dieser Tage von der Bundesfamilienministerin Köhler vorgestellt wurde. 1000 Mütter und 1000 Väter mit mindestens einem Kind unter sechs Jahren wurden im vergangenen Sommer nach ihrer Zufriedenheit befragt.
Die Ergebnisse:
- Am zufriedensten sind Väter mit zwei Kindern und einer Vollzeitstelle.
- Die Zufriedenheit der Mütter steigt mit dem Alter der Kinder
- Erwerbstätige Mütter sind zufriedener als nicht erwerbstätige
- Alleinerziehende sind unzufriedener als Paare
- „Erstaunlicherweise sind vollzeiterwerbstätige Alleinerziehende unzufriedener als nicht oder geringfügig Erwerbstätige“ (Rasche)
- Väter in Paarfamilien sind mit allem (Gesundheit, Schlaf, Einkommen, Partnerschaft) zufriedener als die Mütter
Sind das überraschende Erkenntnisse? Ich denke nicht. Dass Väter gern abends nach Hause kommen, wenn der Familienstress vorbei ist und der ruhige Teil des Tages beginnt, ist bekannt. Dass für die Mütter das Leben leichter wird und die Nächte länger, wenn das Kind aus dem Gröbsten raus ist, ist ein Allgemeinplatz. Ebenso die Bedeutung von beruflicher Anerkennung und selbst verdientem Geld.
Dass eine Paarbeziehung was Schönes sein kann, wissen auch die meisten Menschen. Ein kleines Kind allein zu erziehen und Vollzeit zu arbeiten, ist nicht nur wegen der Kita-Öffnungszeiten Dauerstress. Die höhere Zufriedenheit der Männer könnte durchaus auf ihren besseren Verdrängungsfähigkeiten beruhen, außerdem reicht es ja, wenn einer in der Familie sich Sorgen macht…
Und was sind die Erwartungen der Eltern an die Familienpolitik? Flexiblere Arbeitszeiten und Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen sowie mehr Ganztagsschulen.
Nach den Ergebnissen der Studie ist für die meisten Eltern noch immer der ganztags arbeitende Vater und die Teilzeit arbeitende Mutter das Ideal.
Meine Idealvorstellung: Zwei Teilzeit arbeitende Eltern, die zugunsten gemeinsamer Familienzeit lieber auf Konsum verzichten, hat weniger als fünf Prozent Anhänger unter den Eltern. Merkwürdig!
Veröffentlicht in Uncategorized | Verschlagwortet mit FAZ, Feminismus, Politik | Kommentar schreiben »
Endlich mal wieder ein Buch lesen, ohne mit seiner Blog-Verwertung zu spekulieren. Mich der Lektüre hingeben, einfach treiben lassen. Das habe ich mir am Wochenende gegönnt. Das Schicksal (wer sonst?) spielte mir das Buch „Der Professor“ von Amélie Nothomb in die Hände und es war ein reines Vergnügen. Aus einem älteren Ehepaar, zwei einsamen Häusern im Wald und merkwürdigen Nachbarn macht Amélie Nothomb einen hinreißenden und witzigen Psychothriller.
Der Roman ist 1997 bei Diogenes erschienen, die Autorin hat bereits etliche Bücher veröffentlicht und ist noch jung – also ein echter Glücksgriff, der noch viele vergnügliche Stunden verspricht.
Amélie Nothomb: „Der Professor“, Verlag: Diogenes, 195 Seiten, 8,90 Euro
Veröffentlicht in Roman | Verschlagwortet mit Literatur | Kommentar schreiben »
Die Trauerhalle in Harheim, einer von Frankfurts kleinsten Stadtteilen, war überfüllt, nur die Hälfte der Trauergäste fand einen Platz. Unter den Gästen waren der ehemalige hessische Sozialminister Armin Clauss (SPD) und der emeritierte Politikprofessor Joachim Hirsch. Letzteren kenne ich auch aus meinen Studienjahren, aber weniger aus seinen Seminaren – vielmehr waren wir beide Stammgast im Café Größenwahn im Frankfurter Nordend.
In den Trauerreden wurde an die frühen 60er Jahre und die damaligen Auseinandersetzungen in und mit der SPD erinnert. Einer der Redner, mittlerweile sicher auch schon an die Achtzig, redete sich bei den Erinnerungen an Wehner und die „Säuberungsaktionen“ der SPD in Rage – man bekam eine Ahnung von der Heftigkeit der damaligen ideologischen Auseinandersetzungen.
Die schönste Rede hielt ein Freund von Heinz Brakemeier, mit dem er seit 1948 verbunden war und der ihn als warmherzigen, gastfreundlichen Menschen und Wahrheitssuchenden schilderte. Eine Freundin schließlich trug ein Gedicht von Heine vor:
Doktrin
Schlage die Trommel und fürchte dich nicht,
Und küsse die Marketenderin!
Das ist die ganze Wissenschaft,
Das ist der Bücher tiefster Sinn.
Trommle die Leute aus dem Schlaf,
Trommle Reveille mit Jugendkraft,
Marschiere trommelnd immer voran,
Das ist die ganze Wissenschaft.
Das ist die Hegelsche Philosophie,
Das ist der Bücher tiefster Sinn!
Ich hab sie begriffen, weil ich gescheit,
Und weil ich ein guter Tambour bin.
(Heinrich Heine)
Was macht ein gelungenes Leben aus? Unweigerlich taucht diese Frage während einer Trauerfeier in den Gedanken der noch Lebenden auf. Heute würde ich die Frage so beantworten: Eine Familie, mindestens einen Freund und eine Leidenschaft!
Veröffentlicht in Autor/innen, Uncategorized | Verschlagwortet mit Heinz Brakemeier | Kommentar schreiben »
Bei Heinz Brakemeiner habe ich vor zwanzig Jahren den ersten Leistungsschein in Politikwissenschaft gemacht. Meinen Bemühungen um einen eigenen Blick auf die “Sozialgeschichte der europäischen Arbeiterbewegung” bescheinigte Brakemeier, damals Hochschullehrer am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität in Frankfurt, “sehr guten Erfolg”, was mich enorm motivierte.
Heute habe ich seine Todesanzeige in der Frankfurter Rundschau gelesen und festgestellt, das wir seit Jahren im gleichen Frankfurter Dorf leben, bzw. gelebt haben.
“Dass die in der Geschichte angelegte Hoffnung auf eine Befreiung der Menschheit von Herrschaft und Ausbeutung nicht nur Möglichkeit bleibe, sondern Wirklichkeit werde, und dass es gelingen möge, jenseits von Markt und zentraler Verwaltung eine Form gesellschaftlicher Reproduktion zu entwickeln, in der die Menschen in freier Assoziation ihr gesellschaftliches und persönliches Leben selbst bestimmen – dieser Perpektive galten Brakemeiers Denken und sein uneigennütziges politisches Engagement” heißt es in der Todesanzeige.
Seine letzte Veröffentlichung war das gemeinsam mit Jens Becker im VSA Verlag herausgegebene Buch “Vereinigung freier Individuen”.
Veröffentlicht in Sachbuch | Verschlagwortet mit Heinz Brakemeier | Kommentar schreiben »
Sprache und Autorität
Das Kapitel über Sprache ist für mich eines der interessantesten in Schrupps Buch.
„Ob Gespräche gelingen, hängt nicht von der sprachlichen Eloquenz der Beteiligten ab, sondern von der Art der Beziehung zwischen ihnen, von ihrem gegenseitigen Interesse aneinander und von der Autorität, die sie jeweils füreinander haben“.
Sprechen ist nicht einfach eine Form der Kommunikation, sagt Schrupp. Denn kommunizieren können auch Ameisen. So ist das Erlernen der Muttersprache auch nicht, wie es heute oft geschieht, mit „Spracherwerb“ zu übersetzen, sondern setzt voraus, dass wir der Mutter glauben, die z.B. einen Gegenstand als „Stuhl“ bezeichnet.
„Ohne Vertrauen zur Sprechenden wären Worte nur beliebige Laute, ohne jede Bedeutung.“
Inzwischen driftet Sprache und Autorität immer weiter auseinander, sagt Schrupp. So hat die Tatsache, dass heute jede öffentliche Rede als Videoclip ins Internet gestellt werden kann, dazu geführt, dass sich die Redner immer langweiliger, vorsichtiger und inhaltsleerer ausdrücken. Aus Sicht des Redners ist das nachvollziehbar, steht doch zu befürchten, dass Sätze aus dem Kontext gerissen und fehl interpretiert werden.
Arbeit und Freude
Letzte Woche hat die FAZ ein Interview mit der Psychologin Susanne Pinker gebracht, in dem sie ihre Gesprächspartnerin Bettina Weiguny fast zur Weißglut brachte. Warum? Weil Pinker sagte, viele Frauen haben einfach keine Lust auf Karriere. Sie wollen nicht, dass sich ihr ganzes Leben nur um den Beruf dreht.
„Studien haben gezeigt: Je fortgeschrittener die Emanzipation in einem Land ist, desto häufiger wählen Mädchen die klassischen Frauen-Fächer. Der Anteil weiblicher Physik-Studenten liegt in arabischen Staaten deutlich höher als in Westeuropa. Auch in Asien beweisen Frauen sich in Männer-Domänen. Bei uns dagegen machen sie, wozu sie Lust haben. Das ist eine Folge der Emanzipation, die so niemand erwartet hat!“
In diese Richtung gehen auch Schrupps Überlegungen. Mehr Frauen als Männer orientieren sich eher an der Sinnhaftigkeit einer Arbeit, als am Status oder am Geld.
„Nichts auf der Welt kann den Verlust der Freude an der Arbeit wettmachen“ zitiert Schrupp die Philosophin Simone Weil.
„Dass so wenig über den Zusammenhang von Freude und Arbeit nachgedacht wird, also darüber, wie die Menschen, die eine Erwerbsarbeit haben, ihrer Arbeit mit Freude nachgehen können, und wie die, die keine haben, dennoch etwas zu tun finden, das ihnen Freude bereitet, ist eines der sozialen Hauptprobleme unserer Zeit.“
Ich hoffe, ich habe Euch mit meinen Notizen 1. Teil , 2. Teil , 3. Teil zu Schrupps Buch jetzt Lust gemacht, es selbst zu lesen:
Antje Schrupp: „Was wäre wenn“, Ulrike Helmer Verlag, 180 Seiten, 16,90 Euro
Veröffentlicht in Sachbuch | Verschlagwortet mit Feminismus, Politik | Kommentar schreiben »
„Konkurrenz ist unlogisch“ – Eine provokante These, propagieren doch die Verfechter der Marktwirtschaft seit jeher die Konkurrenz als Triebkraft nicht nur des wirtschaftlichen Handelns. Denn das Konkurrenzdenken hat längst alle Lebensbereiche erfasst. Auch Frauen konkurrieren miteinander um eine gelungene Weiblichkeit, was heute „offensiv gefördert, publizistisch begleitet und vermarktet“ wird und laut Schrupp zu einer Verstärkung von Geschlechtsrollenklischees führen kann.
In diesem Zusammenhang fällt mir „Das große Jagen“ von Martin Hecht ein (nur noch als Hörbuch erhältlich), in dem er den gesellschaftlichen Wettstreit um das beste und erfolgreichste Leben untersucht.
Warum ist Konkurrenz unlogisch? Weil sie von falschen Voraussetzungen ausgeht. Denn Konkurrenz ist ein Verfahren, dass nur in Not- und Mangelsituationen sinnvoll ist. Die industrielle Produktionsweise hat aber die realen Mängel weitgehend beseitigt.
„Nicht der Mangel ist die grundlegende Erfahrung menschlichen Lebens, sondern die Fülle – zum Beispiel im Geschenk des Lebens und der Sprache, das wir alle als Kinder von unserer Mutter bekommen haben.“ Dieses Wissen gilt es zu bewahren und zu kultivieren.
Antje Schrupp: „Was wäre wenn“, Ulrike Helmer Verlag, 180 Seiten, 16,90 Euro
Veröffentlicht in Sachbuch | Verschlagwortet mit Feminismus, Konkurrenz, Politik | 2 Kommentare »
Darius Kopp geht es gut, sehr gut. Er ist der einzige Vertreter einer amerikanischen Firma für drahtlose Netzwerke in Mitteleuropa und lässt es sich in jeder Hinsicht gut gehen. Er ist ein netter Kerl. Vielleicht etwas übergewichtig, aber seine Frau stört das nicht. Öffentliche Verkehrsmittel hasst er wie nichts auf der Welt, außer vielleicht seine Vergangenheit, die ihn in Form von Mutter und Schwester noch immer behelligt.
Wie sich dieses Leben innerhalb einer Woche als Fassade entpuppt, hinter der das Chaos lauert, schildert Terezia Mora in ihrem Roman „Der einzige Mann auf dem Kontinent“. Darius Kopps Büro – eine mit Kartons voll gestellte Abstellkammer – steht sinnbildlich für alle verdrängten und verlegten Tatsachen seines Lebens.
Die Leichtigkeit des Romans, mit dem es Mora auf die Longlist des Deutsches Buchpreises 2009 geschafft hat, weicht im Laufe der Geschichte einer zunehmenden Beklemmung. Darius verliert den Überblick. Eine im Büro abgegebene Kiste mit 40.000 Euro setzt eine Dynamik in Gang, an deren Ende er fast alle seiner Gewissheiten verliert.
Moras Protagonist weckt trotz seiner Schwächen und seinem ausgeprägten Hang fürs Gute und Teure keine Schadenfreude beim Leser. Er wirkt wie ein tapsiger Hund – lieb, aber etwas simpel – und so hoffen wir am Ende mit ihm, dass wenigstens seine Frau zu ihm zurück kehrt.
Terézia Mora: Der einzige Mann auf dem Kontinent, Verlag Luchterhand, 384 Seiten, ISBN: 978-3-630-87271-, 21,95 Euro
Veröffentlicht in Roman | Verschlagwortet mit Deutscher Buchpreis 2009, Literatur | Kommentar schreiben »
