Die will doch nur spielen

Die Gespinstmotte treibt ihr Unwesen: Am Nidda-Radweg zwischen Frankfurt und Bad Vilbel stehen viele solcher Monsterbäume, die Wege sind mit Spinnenschleim gesäumt und auch vor unserer Sitzbank macht sie nicht Halt.

Angeblich ist die Motte harmlos und die Bäume würden sich nach wenigen Wochen wieder vom Raupenfraß erholen. Ich glaube nicht an diese optimistische Behauptung – schauen wir uns in vier Wochen mal an, ob die Blätter nachgewachsen sind.

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Wege der Erinnerung

Die Wege, die wir gehen, prägen sich ein und hinterlassen tiefe Erinnerungsspuren. Jedes zweite Haus, jede Straßenecke auf dem Weg, den ich jahrelang mit dem Kind zur Kita ging, zur Schule, zur Kirche, erzählt Geschichten. Letzte Woche bin ich diesen Weg mal wieder gegangen und wurde ganz wehmütig. Das ist vorbei und kommt so nicht wieder: Mit dem Kind an der Hand durch das Dorf schlendern, nachmittags auf der Bank am Bach sitzen und schwätzen, kurze Stopps an den Spielplätzen oder im Sommer am Brunnen plantschen und Eis essen. Jeder Schritt ein Stück Leben, das hinter uns liegt, aber lebendig wird, sobald ich diese Wege gehe.

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Von Männern und Frauen

„Perfektion und Ausdruck geht nicht zusammen“ – bei der gestrigen Führung durch die Betonbrutalismus-Ausstellung im Frankfurter Architekturmuseum erzählte der Kunsthistoriker, wie es zu dem Muster auf Betonwänden kommt. Die Rillen und Einkerbungen entstehen durch die Holzbretter, in die der Beton gegossen wird. Da das eine sehr arbeits- und personalintensive Herstellungsweise ist, begann man schließlich ganze Wände in eine Fassung zu gießen, dadurch verschwand aber die typische Oberfläche, der Beton wurde eben, der Ausdruck der Bauten ging verloren. Deshalb entschieden die Baumeister irgendwann, die fertigen Wände von Arbeitern mit Hammer und Meißel nachbearbeiten zu lassen, um so einen „Vintage-Look“ zu erreichen.

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Frauke Petry will nicht der AFD-Fraktion angehören

„Eine anarchische Partei kann dem Wähler kein Angebot für eine Regierungsübernahme machen“, mit diesen Worten hat Frauke Petry in der Bundespressekonferenz mitgeteilt, dass sie der AFD-Fraktion im Bundestag nicht angehören will. Ohne auf die Proteste ihrer Parteifeinde oder auf Fragen der Journalisten einzugehen, rauschte sie aus dem Saal. Das bedeutet wohl, dass sie als Fraktionslose in den Bundestag einzieht und dort versucht, weitere AFDler abzuwerben.

Haben sich die Demokratie verachtenden Protestwähler das so vorgestellt?

Bundestagswahl 2017: Warum AFD?

In dieser Runde saß ich gestern Abend: Wohlhabende Leute um die 60 Jahre, aufgestiegen aus dem Arbeitermilieu in den Mittelstand, Wohneigentum, gute Altersversorgung, bio-deutsches Wohnumfeld, lebenslang in Frieden gelebt, mehrmals im Jahr in Urlaub gefahren, eingeheiratete Russlanddeutsche in der engsten Familie, Interesse an Politik knapp über Null. Dennoch wählen die bei der nächsten Bundestagswahl AFD.

Warum? Eine andere Erklärung als diese „diffuse Unzufriedenheit ziemlich vieler Bürger mit ihrem Platz in der Gesellschaft“, wie Thomas Fricker in der Badischen Zeitung schrieb (KLICK) fällt mir nicht ein.

Es ist sehr frustrierend.