Buchmesse 2017 eröffnet mit Sacktuch

Meine Oma, die in den späten 80ern in schlechter Laune verschied, benutzte noch das Wort Sacktuch. Heute sagt jeder Tempo, weil kaum einer mehr ein Taschentuch aus Stoff benutzt. Sacktücher wurden früher den Männern zum Geburtstag oder zu Weihnachten geschenkt und von den Gattinnen ordentlich heiß gewaschen und gebügelt.

Seit gestern Abend wissen auch jüngere Menschen wieder, was es mit dem Sacktuch auf sich hat: Man kann es in kommunikativ herausfordernden Situationen aus der Hosentasche ziehen und geräuschvoll hinein schneuzen.

Soviel zum Deutschen Buchpreis 2017. Wer mehr darüber wissen will, dem sei der Artikel von Andreas Platthaus in der FAZ empfohlen: „Ihn hat es gerührt, uns geschüttelt“.

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Buchmesse 2015: Frauenbilder

Eindrücke vom Samstag der Frankfurter Buchmesse 2015

Antje Schrupp und Christiane Frohmann auf der Orbanism-Bühne

Antje Schrupp und Christiane Frohmann auf der Orbanism-Bühne

Die Qualität einer Veranstaltung misst sich an ihrem Frauenanteil – nicht nur darin waren sich heute die Journalistin und Bloggerin Antje Schrupp und die E-Book-Verlegerin Christiane Frohmann einig.

„Selfies sind super“, sagte Antje Schrupp heute beim Gespräch über „Frauenbilder in den Netzmedien“. Sie setzten den Frauenbildern in den „kuratierten Medien“ ein anderes, selbst inszeniertes Bild entgegen. Schrupp nennt Leute, die das Internet nur lesen, selbst aber nichts beitragen, provokant „Facebook-Schmarotzer“. Oft würden diese Nutzer sich selbst als bescheiden bezeichnen, als Menschen, die sich selbst nicht wichtig nehmen. Dem wolle sie widersprechen und sagen: Doch, ich interessiere mich für euch. Nur so könne man die Kluft zwischen Internet-Profis und Publikum aufheben.

Wir alle sollten die Angst vor dem schlechten Foto oder dem misslungenen Beitrag im Netz verlieren und uns locker machen, meinte auch Christiane Frohmann. Erst durch Erfahrung und Kritik werden wir mündige NetzbürgerInnen.

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Frankfurter Buchmesse 2015 beginnt

Meine Tipps für Tag 1:

Der Buchpreisträger Frank Witzel hat anstrengende Tage vor sich: Morgen wird er u.a. um 11 Uhr auf dem Blauen Sofa (Übergang Halle 5 & 6 ) mit Volker Weidermann und um 14 Uhr mit Christian Bungartz auf der ARD-Bühne zu sehen sein.

Thees Ullmann steht auf meinem Veranstaltungsplan für den ersten Buchmesse-Tag, nachdem Julia Schaaf kürzlich in der FAZ diesen Artikel (KLICK) veröffentlicht hat; Richard David Precht, der den ersten Band seiner auf drei Bände angelegten Geschichte der Philosophie vorgelegt hat (Erkenne die Welt) und Alina Bronsky sind ebenfalls zu Gast in Frankfurt und mehrfach während der Buchmesse zu sehen.

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Deutscher Buchpreis 2015: Longlist

Heute vormittag wurde die Longlist bekannt gegeben: KLick zum Buchreport

Ich freue mich besonders für Alina Bronsky und Clemens Setz.

Auch Peter Richter hat es mit 89/90 auf die Longlist geschafft. Das Buch steht seit einigen Wochen in meinem Bücherregal. Nach den ersten soeben gelesenen Seiten ist es vielversprechend – es wäre eine wirkliche Sensation, wenn ein Buch, bei dem der Leser etwas zu lachen hat, den Deutschen Buchpreis erhielte.

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Disziplin und gute Bücher

„Warum können wir nicht mehr lesen – Was macht das Digitale mit unserem Gehirn und können uns Bücher davon befreien?“ fragte vor wenigen Monaten Hugh McGuire. André Pleintinger hat den Artikel aus dem Englischen übersetzt, den ich allen (ehemaligen?) Bücher-LeserInnen sehr ans Herz lege. (KLICK)

Auch ich habe in den vergangenen Jahren zahlreiche rationalisierende Argumente für die Tatsache gefunden, dass es mir schwerer fällt, mich auf ein Buch zu konzentrieren. Wir hängen alle an der Leine und müssen uns mühsam losreißen von der digitalen Sphäre, weil wir sonst etwas wesentliches verlieren: Die Fähigkeit, uns allein mit einem Text ganz in der Welt zu fühlen.

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Frankfurter Buchmesse 2014: Tag 2

Lutz Seiler bei SZ

Der diesjährige Preisträger des Deutschen Buchpreises Lutz Seiler hat sich nie als Roman-Schriftsteller, sondern immer als Dichter gesehen, erzählte er heute bei der Süddeutschen Zeitung. Zum Roman „Kruso“ hat ihn seine Frau motiviert: „Schreib doch mal 10 Seiten über die Hiddensee-Geschichte“, riet sie ihm. Daraus wurden 500 Seiten – preisgekrönt. Die Frankfurter Rundschau lobt den Roman als „eine kaum widerstehliche elegante, glasklare, immens unangestrengte Prosa“. (Link zur FR)
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