Den Ton getroffen – Dörte Hansen: „Mittagsstunde“

Das Mädchen Gönke war ein zorniges Baby und ein wutschnaubendes Kind, sie fühlte sich von Beginn an fehl am Platz, in der Familie, in dem kleinen Dorf in der norddeutschen Provinz. Sobald sie konnte, verließ sie diesen Ort und kam nie wieder. Anders ihr Schulfreund Ingwer – der Protagonist in Dörte Hansens neuem Roman „Mittagsstunde“, er kommt zurück nach Brinkebüll. Lässt sich von der Uni Kiel für ein Jahr beurlauben, um seine Großeltern zu pflegen, die ihn an Eltern statt großgezogen haben. Ein nachdenklicher Mann, 48 Jahre alt, bedächtig, still, bescheiden, der nach 25 Jahren in einer Dreier-WG mit Ragnhild und Claudius zu zweifeln beginnt, ob er so weiterleben will.

Buchmesse 2018: Dörte Hansen auf der SPIEGEL-Bühne
(Foto: Carmen Treulieb)

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Mein Tipp für 2019: Downsizen

Ich habe mit dem Downsizen schon angefangen, wie ihr seht – seit wir eine Katze in der Familie haben, ist ein Weihnachtsbaum sowieso keine Option mehr.

Ich wünsche Euch schöne Feiertage und ein gutes neues Jahr.

Narrative der Bürgerlichen

„Wo steckt die gute Hausfrau?“ – fragt heute Rainer Hank in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Hier!“ – wollte ich ihm per Twitter mitteilen (womit auch geklärt wäre, warum im Blog so wenig los ist). Gerade hatte ich die grünen Bohnen gekocht und eiskalt abgeschreckt, anschließend mit Vinaigrette, einer roten Zwiebel und etwas Bohnenkraut vom Balkon vermischt und dann auf die Küchenfensterbank gestellt, wo der Salat bis heute Abend durchziehen kann. Dazu gibt es Schweinekotelett (schließlich wird Weihnachten noch teuer genug!) und Bratkartoffeln.

Aber dann dachte ich, komm, blog mal wieder, bei diesem Regenwetter ist auf dem Weihnachtsmarkt in meinem Stadtteil sowieso nix los.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ist seit einigen Jahren meine Lieblingszeitung und die einzige, die ich noch auf Papier lese. Es schreiben wunderbare Autoren bei der FAS, z.B. Friederike Haupt, Antje Schmelcher und Patrick Bahners. Rainer Hank, der bis vor kurzem das Wirtschafts- und Finanzressort der FAS geleitet hat, meldet sich nur noch einmal wöchentlich aus dem Ruhestand in der neuen Rubrik „Hanks Welt“. Heute erzählt er – inspiriert von der Verlegerin Anne Burda, über die gerade ein Zweiteiler im TV lief – vom Ende der Hausfrau. In seiner Kindheit in den 60er Jahren sei es niemandem peinlich gewesen, dass die eigene Mutter Hausfrau sei. Schließlich sei das eine verantwortungsvolle Position gewesen; seine Mutter sei in den 30er Jahren bei einer bürgerlichen Familie in der Schweiz „in Stellung“ gewesen und habe eine ordentliche Aussteuer in die Ehe eingebracht, was durchaus zu ihrem Stolz beigetragen habe.

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Richtfest der Harheimer Unterkunft

Erfreuliche Nachrichten hatten die Frankfurter Dezernenten Mike Josef (Planen, Bauen) und Daniela Birkenfeld (Soziales) beim heutigen Richtfest in Harheim zu melden: Alle Klagen gegen das Bauprojekt wurden beigelegt bzw. zurückgezogen. Das ist ein gutes Zeichen für ein ursprünglich umstrittenes Projekt (siehe meine Post Harheim – ein Paradies in Frankfurt vom 22.1.2016). Neben einem Wohnriegel für ca. 90 Geflüchtete sieht das Gebäude einen Trakt für gemeinschaftliches Wohnen sowie für Betreutes Wohnen vor. Ende des Jahres können die ersten Menschen einziehen.

Der katholische Pfarrer brachte Brot und Salz mit.
Zum Reden mussten alle ins Gebälk aufsteigen

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Der Peter hat alles richtig gemacht

Die Mehrheit der Frankfurter ist zufrieden mit der Arbeit des Oberbürgermeisters Peter Feldmann, hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa in einer aktuellen Umfrage festgestellt. Circa 1.000 BürgerInnen wurden dazu in Frankfurt befragt. Ich war nicht darunter. Aber was hätte ich geantwortet? Dass ich es gut finde, dass wir einen jüdischen Oberbürgermeister haben? Dass es dem sozialen Frieden zugute kommt, wenn er die Nähe zum normalen Bürger pflegt und eher beim Bonameser Weihnachtsmarkt als in der Oper anzutreffen ist? Dass ich mich freue, dass unser Bürgermeister mir die Hand gibt, wenn ich ihn treffe? Alles richtig.

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ÖPNV in Frankfurt: Da gibt es nichts zu feiern!

Der ÖPNV in Frankfurt ist gut – wenn man Innenstadt nah wohnt und im Notfall seine Strecke auch gehen kann. Für viele Menschen in den Stadtteilen gibt es leider keinen Grund, den öffentlichen Nahverkehr zu feiern, wie es die Politik anlässlich des auf einigen Strecken ausgeweiteten Nachtverkehrs aktuell tut. Im Norden der Stadt fahren die Busse zu S- und U-Bahn nur alle halbe Stunde außerhalb der werktäglichen Pendlerstunden. Zudem wurden die Buslinien vor Jahren an einen privaten Busbetreiber (Transdev) vergeben, der immer wieder Anlass zu Beschwerden gibt; im Sommer funktioniert häufig die Klimaanlage nicht, verzweifelte Busfahrer absolvieren ihre Schicht bei 34, 35 Grad, die Türen im Bus sind oft defekt, etc.

Ich habe darüber schon mehrfach geschrieben, viele Mails an RMV, VGF und Traffiq geschrieben, (die sich im Regelfall für nicht zuständig erklären) und auch die Presse und das lokale Fernsehen (KLick) haben sich dem Thema angenommen. Leider ohne langfristigen Erfolg.

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