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„Kann man noch Sozialdemokraten wählen?“- diese Frage hat Slavo Zizek im auf dem Sofatisch liegenden Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 8. Mai 2016 gestellt und statt weiter für die Kaffee-Gäste am Pfingstsonntag die Wohnung aufzuräumen, habe ich nach der schnellen Lektüre den Laptop hochgefahren.

„Wenn man sich ansieht, was die Syriza-Regierung in Griechenland vor ihrer Kapitulation forderte, merkt man sofort, dass alle Maßnahmen schon vor vierzig Jahren zum modernen Standard der Sozialdemokratie gehörten. Und es ist ein trauriges Zeichen, dass man heute zur radikalen Linken gehören muss, um solche Maßnahmen zu fordern (…)“ schreibt der Philosoph und plädiert im Folgenden keineswegs für die Wahl radikaler Parteien. Weiterlesen »

Oktober 2012, Frankfurt am Main: Unsensible und leicht erregbare U-Bahnkontrolleure, eine dunkelhäutige Frau mit kleinem Kind, die angeblich keinen gültigen Fahrausweis besitzt, zwei herbeieilende vollbesetzte Polizeiwagen, der Verlobte der jungen Frau, der vom Merianplatz nach Bornheim Mitte rennt, weil diese ihn verängstigt per Mobiltelefon benachrichtigt und der danach mehrere Tage im Krankenhaus liegt: Das sind die Zutaten einer Geschichte, an deren vorläufigem Ende der aus Jena stammende Polizist Matthew S. zu einer Geldstrafe wegen Körperverletzung im Amt verurteilt wird – ein Urteil, gegen den dieser in Berufung geht. Fast vier Jahre und Hunderte Seiten Akten später, ist die Wahrheitsfindung keine leichte Aufgabe.

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„Wie war das Gangbild von Herrn Wevelsiep?“ lautete heute die am häufigsten wiederholte Frage von Richterin Menhofer-Woitaschek am vierten Verhandlungstag im Berufungsverfahren gegen den Polizisten Matthew S.

Befragt wurden zwei Polizisten, die den verletzten Wevelsiep im Krankenhaus aufgesucht hatten und zwei Krankenschwestern des Katharinen-Krankenhauses. Ausführlich behandelt wurde die Frage, ob und wann genau das Prügelopfer während seines Krankenhausaufenthaltes hinkte. Für den Laien eine irrelevante Frage, hatte doch Richter Pulch in seinem Urteil nur die Kopfwunde von Wevelsiep eindeutig dem polizeilichen Übergriff zugeordnet und das Strafmaß gegen den Polizisten dementsprechend niedrig mit 8.400 Euro angesetzt.

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Anita Brookner ist tot

„Sich erinnern heißt, dem Feind ins Angesicht zu sehen. In der Erinnerung liegt die Wahrheit.“ (Anita Brookner: „Seht mich an“)

Die von mir hochverehrte britische Schriftstellerin Anita Brookner ist tot, ihren ersten Roman schrieb die Kunsthistorikerin mit 53 Jahren, ihr letzter Roman „Strangers“ wurde leider nicht ins Deutsche übersetzt.Anita Brookner ist bereits am 10. März 2016 gestorben, sie wurde 87 Jahre alt.

Alle Artikel über Anita Brookner auf UmamiBuecher hier: KLICK.

Zum Nachruf in der Süddeutschen geht es hier: KLICK

„Keinen verbalen Widerstand gegen polizeiliche Übergriffe leisten, nicht selbstbewusst auftreten und keinesfalls auf seine bürgerlichen Rechte beharren – so in etwa sieht das glaubwürdige Opfer aus. Wer diesen Vorstellungen seitens öffentlicher Funktionsträger nicht entspricht, dem droht die Bezeichnung renitent, bzw. ungezogen und frech.“

Zu diesem Urteil bin ich nach der Prozessbeobachtung gegen den Polizisten Matthew S. im November 2014 gekommen, der den Frankfurter Derege Wevelsiep während einer Personenkontrolle geschlagen hat. (Artikel vom 6.11.2014, alle Artikel zum Fall hier: KLICK)

Der zu einer Geldstrafe verurteilte Polizist hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt. Gestern war der zweite Verhandlungstag, vormittags wurden zwei der Kollegen vernommen, die am Tatabend dabei waren.

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Der Frankfurter SPD-Vorsitzende Mike Josef plädiert für die Hinzunahme der FDP als drittem Koalitionspartner im Frankfurter Römer, so berichtet es die FAZ heute. Für die Grünen bedeutet das, dass sie nach 15 Jahren des Mitregierens wieder in die Opposition wechseln. Das kann durchaus einen karthatischen Prozess auslösen, durch den sich Basis und Parteiführung wieder näher kommen und sich ihrer gemeinsamen Ziele versichern.

Weil schwarz-grün in Frankfurt zehn Jahre weitgehend geräuschlos funktioniert hat (für viele Beobachter eine Wohltat nach dem Vierer-Bündnis aus CDU, SPD, Grüne und FDP, das die Stadt von 2001  bis 2006 regierte), wollte die CDU ihren bisherigen Koalitionspartner in eine neue Koalition mit der leicht erstarkten SPD aufnehmen. Letztere hat sich nun aber für die FDP ausgesprochen und führt ins Feld, dass die Übereinstimmungen mit der FDP ähnlich groß wären wie mit den Grünen – mit der kleineren FDP-Fraktion (7 Sitze) wäre es aber nicht nötig, den hauptamtlichen Magistrat zu vergrößern, bei der Hinzunahme der Grünen (14 Sitze) schon. Das mag ein brauchbares PR-Argument sein, ob es handlungsleitend ist, sei dahingestellt.

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Matthias Altenburg alias Jan Seghers war mir aus dem Blickfeld geraten, weil er lange Zeit kaum noch gebloggt hat. Jetzt war ich mal wieder auf der „Geisterbahn“ und siehe da, es hat sich rentiert:

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