Frankfurt und die Impfquote: Und was sagt Dr. Steiner?

Erfolgreich ist, wer Sitzfleisch hat. Das gilt nicht nur für lange Koalitionsverhandlungen sondern auch für die Lokalpolitik. Es müssen jeden Monat (neben dem Beruf) endlose und oft sehr langweilige Ausschusssitzungen, Fraktionssitzungen, Arbeitskreise und Plenarsitzungen durchgestanden werden – und jede/r, der dabei seine volle Aufmerksamkeit bewahrt, ist ein/e HeldIn.

Ich habe gestern den Ausschuss für Soziales und Gesundheit besucht und festgestellt, dass den Anforderungen dieser Zusammenkünfte nicht jeder Stadtverordnete aber auch nicht jede Journalistin gewachsen ist – einige gingen früher. Verständlich, denn die Sozialdezernentin hat eine geschlagene Stunde über die Feinheiten der Fahrdienstvergütung für Behinderte gesprochen.

Mich interessierte, ob und wie die Koalition aus CDU, SPD und Grüne einen Antrag zum Thema Impfquote auf der Waldorfschule diskutiert. Denn im vergangenen halben Jahr hat die Koalition sich geweigert, das Thema zu behandeln. Vor ein paar Tagen legte sie dann einen eigenen Antrag vor, der sich vom vorliegenden vor allem dadurch unterscheidet, dass er nicht mehr das Wort „Waldorfschule“ enthält. Ansonsten geht es exakt um das Gleiche: Der Magistrat soll sich Maßnahmen überlegen, wie er die Impfquote in Frankfurt erhöht. Denn viele gefährliche Viruserkrankungen, die längst ausgerottet sein könnten, breiten sich in Europa wieder aus ( https://www.shz.de/deutschland-welt/panorama/who-masern-infektionen-haben-sich-in-europa-vervierfacht-id19135016.html ).

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Haben oder Sein?

Den Mangel an Selbstreflexion empfinde ich als eines der größten Ärgernisse. Ich stehe staunend vor Menschen mit Intelligenz, die weite Strecken in Urlaub fliegen, mit dem Auto zum Bäcker oder zum Biomarkt fahren, ihren flügge werdenden Kindern je ein eigenes Auto kaufen, die auf den Gehwegen geparkt werden, wo dann die Kinder und Alten der Nachbarschaft auf der Straße laufen müssen. Menschen, die meinen, sie bräuchten zu zweit mehr als 100 qm Wohnfläche, die ihr Haus mit umweltschädlichem Kaminfeuer heizen, sich aber politisch korrekt fühlen, weil sie ab und zu ein Globuli einwerfen und sich über Trumps Klimapolitik aufregen.

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Wege der Erinnerung

Die Wege, die wir gehen, prägen sich ein und hinterlassen tiefe Erinnerungsspuren. Jedes zweite Haus, jede Straßenecke auf dem Weg, den ich jahrelang mit dem Kind zur Kita ging, zur Schule, zur Kirche, erzählt Geschichten. Letzte Woche bin ich diesen Weg mal wieder gegangen und wurde ganz wehmütig. Das ist vorbei und kommt so nicht wieder: Mit dem Kind an der Hand durch das Dorf schlendern, nachmittags auf der Bank am Bach sitzen und schwätzen, kurze Stopps an den Spielplätzen oder im Sommer am Brunnen plantschen und Eis essen. Jeder Schritt ein Stück Leben, das hinter uns liegt, aber lebendig wird, sobald ich diese Wege gehe.

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Von Männern und Frauen

„Perfektion und Ausdruck geht nicht zusammen“ – bei der gestrigen Führung durch die Betonbrutalismus-Ausstellung im Frankfurter Architekturmuseum erzählte der Kunsthistoriker, wie es zu dem Muster auf Betonwänden kommt. Die Rillen und Einkerbungen entstehen durch die Holzbretter, in die der Beton gegossen wird. Da das eine sehr arbeits- und personalintensive Herstellungsweise ist, begann man schließlich ganze Wände in eine Fassung zu gießen, dadurch verschwand aber die typische Oberfläche, der Beton wurde eben, der Ausdruck der Bauten ging verloren. Deshalb entschieden die Baumeister irgendwann, die fertigen Wände von Arbeitern mit Hammer und Meißel nachbearbeiten zu lassen, um so einen „Vintage-Look“ zu erreichen.

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Frankfurter AfD-Vorsitzender Rahn wegen Volksverhetzung angezeigt

„Nach eigener Fasson zu denken und im Rahmen gleicher Rechte für alle zu reden und zu leben, das ist unsere Kultur. In einer Demokratie werden, anders als in einer Meritokratie, alle Personen gleichwertig als selbstbestimmte Wesen anerkannt, unabhängig von ihrer Herkunft, ihren Fähigkeiten, Leistungen und Wertvorstellungen. Toleranz und Solidarität sollten unser Handeln bestimmen, nicht Ausgrenzung und Elitenbildung.“ (Martin Kliehm in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung vom 28.9.2017)

Nach der gestrigen Veröffentlichung des Wortprotokolls der Plenarsitzung hat der Stadtverordnete der Linken Martin Kliehm den AfD-Vorsitzenden Rainer Rahn wegen Volksverhetzung angezeigt. Die Hetzrede von Rahn und die Reaktionen darauf sind hier unter TOP 9 nachzulesen: KLICK.

(Alle Blog-Artikel zu –> Rainer Rahn).

Herbstspaziergang im Morgennebel

So ruhig und verträumt, wie es auf dem Bild aussieht, wird es für Jahre an der Nidda in Berkersheim und Harheim nicht mehr sein. Der Ausbau der Main-Weser-Bahn beginnt im nächsten Jahr, die Rodungsarbeiten an der Strecke haben bereits begonnen. Auch wenn durch den Lärm und Baustellenverkehr harte Zeiten auf uns AnwohnerInnen zukommen, bin ich eine Befürworterin dieses wichtigen Infrastrukturprojektes (alle Artikel zum Thema hier: 4statt2)

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Buchmesse 2017: Im eigenen Saft

Bei den aufregenden Events der letzten Tage war ich nicht dabei. Zum Beispiel heute Abend beim Konzert von Udo Lindenberg.

(Danke fürs Foto an ML)

Oder gestern, als Martin Schulz beim Vorwärts Verlag über das Buch von Nils Minkmar (Das geheime Frankreich) sprach. Draußen vor der Halle 3 hörte ich ihn, umgeben von Kameraleuten und Journalisten, über den deutschen Außenminister schimpfen (wer ist das noch mal?). Zu Rafik Schamis Lesung bei der ZEIT war kein Durchkommen und Didier Eribon auf dem Blaue Sofa habe ich auch verpasst.

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