Buchmesse 2017: Im eigenen Saft

Bei den aufregenden Events der letzten Tage war ich nicht dabei. Zum Beispiel heute Abend beim Konzert von Udo Lindenberg.

(Danke fürs Foto an ML)

Oder gestern, als Martin Schulz beim Vorwärts Verlag über das Buch von Nils Minkmar (Das geheime Frankreich) sprach. Draußen vor der Halle 3 hörte ich ihn, umgeben von Kameraleuten und Journalisten, über den deutschen Außenminister schimpfen (wer ist das noch mal?). Zu Rafik Schamis Lesung bei der ZEIT war kein Durchkommen und Didier Eribon auf dem Blaue Sofa habe ich auch verpasst.

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Frankfurter Buchmesse 2017: Ein Grüner zur Flüchtlingspolitik

Nächstes Jahr wählen wir eine neue oder den alten Oberbürgermeister(in) in Frankfurt. Der amtierende OB Peter Feldmann ist des Öfteren wegen seiner ausufernden Öffentlichkeitsarbeit in der Kritik. Was wir aber an ihm haben, wurde mir gestern bewusst, als ich an zwei Gesprächsterminen mit dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer teilnahm.

Palmer ist viel auf der Buchmesse unterwegs, um sein Buch „Wir können nicht allen helfen“ vorzustellen. Ich bezweifle nicht, dass viel Wahres in diesem Buch steckt, seine Kritik an den Bauvorschriften etwa, die es unmöglich machen, schnelle und angemessene Flüchtlingsunterkünfte zu bauen. Zwar überrascht es mich, dass ein bekannter Politiker ein Buch schreiben muss, um seine Kritik vorzubringen, anstatt seine politischen Möglichkeiten zu nutzen, um diese Missstände zu ändern – aber vielleicht hören sie in Berlin nicht mehr auf den Grünen aus Süddeutschland. Jürgen Trittin ist zum Beispiel nicht gut auf Palmer zu sprechen und hat am Tag, als dieser sein neues Buch von der stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Julia Klöckner vorstellen ließ, getwittert: „Wie, hatte @SteinbachErika keine Zeit? Stattdessen nur #BurkaJulia @JuliaKloeckner? Bitter für Boris“


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Frankfurter Buchmesse 2016 (1): Meinungsfreiheit und Populismus

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Unter dem Motto „Für das Wort und die Freiheit“ lud der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am ersten Tag der Frankfurter Buchmesse drei Gäste auf sein Podium: Khola Maryam Hübsch, Autorin des Buches „Unter dem Schleier die Freiheit“ (Link zur Besprechung von Antje Schrupp), Schriftsteller und Kabarettist Tom Lanoye und den niederländischen Autor Frank Westerman. Die Diskussion zeigte einmal mehr, was die Populisten in den letzten Jahren angerichtet haben: Die Meinungsfreiheit ist in Verruf geraten.
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Buchmesse 2015: Fazit

So viele Interviews, Lesungen, Diskussionen, so viele Anregungen, Widersprüche, Assoziationen – die Frankfurter Buchmesse war auch dieses Jahr wieder eine Bereicherung:

Herfried Münkler, der über die heroischen und postheroischen Gesellschaften sprach. Wie es den Nazis gelang, Teile der Gesellschaft zur heroischen Gemeinschaft zu schmieden, die bereit ist, für die gemeinsamen Ziele zu sterben. Mir fällt die Rede von Jutta Ditfurth ein, mit der sie am 31.3.2012 am Frankfurter Hauptbahnhof die „Träger_innen der sozialen Revolution“ zu einer Kampfeinheit schmieden wollte. Diese Helden sind dann losgezogen und haben in der Frankfurter Innenstadt die Scheiben von Brautgeschäften eingeworfen.

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Buchmesse 2015: Frauenbilder

Eindrücke vom Samstag der Frankfurter Buchmesse 2015

Antje Schrupp und Christiane Frohmann auf der Orbanism-Bühne

Antje Schrupp und Christiane Frohmann auf der Orbanism-Bühne

Die Qualität einer Veranstaltung misst sich an ihrem Frauenanteil – nicht nur darin waren sich heute die Journalistin und Bloggerin Antje Schrupp und die E-Book-Verlegerin Christiane Frohmann einig.

„Selfies sind super“, sagte Antje Schrupp heute beim Gespräch über „Frauenbilder in den Netzmedien“. Sie setzten den Frauenbildern in den „kuratierten Medien“ ein anderes, selbst inszeniertes Bild entgegen. Schrupp nennt Leute, die das Internet nur lesen, selbst aber nichts beitragen, provokant „Facebook-Schmarotzer“. Oft würden diese Nutzer sich selbst als bescheiden bezeichnen, als Menschen, die sich selbst nicht wichtig nehmen. Dem wolle sie widersprechen und sagen: Doch, ich interessiere mich für euch. Nur so könne man die Kluft zwischen Internet-Profis und Publikum aufheben.

Wir alle sollten die Angst vor dem schlechten Foto oder dem misslungenen Beitrag im Netz verlieren und uns locker machen, meinte auch Christiane Frohmann. Erst durch Erfahrung und Kritik werden wir mündige NetzbürgerInnen.

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Buchmesse 2015: Behr und mehr

Stefan Behr hat seine Gerichtsreportagen, die in der Frankfurter Rundschau erschienen sind, in Buchform veröffentlicht. Echte Frankfurter kennen die Texte natürlich schon, allen anderen sei das Buch empfohlen: Frankfurt – Kleinstadt des Verbrechens.

Stefan Behr (rechts) im Gespräch mit seinem FR-Kollegen Georg Leppert
Stefan Behr (rechts) im Gespräch mit seinem FR-Kollegen Georg Leppert

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Buchmesse 2015: „Kunst verträgt keine Demokratie“

Clemens Setz unerwartetes Statement setzte heute den Schlusspunkt unter meinen ersten Buchmesse-Tag 2015. Leander Wattig und der Suhrkamp-Verlag hatten am Nachmittag eingeladen, um über neue Formen der Literaturkritik zu reden und das Experiment www.frau-und-gitarre.de vorgestellt, bei dem 40 Autoren den Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ von Clemens Setz besprechen. Einer aus der Männerrunde (u.a. Jan Drees und Christoph Kappes) fragte Setz, was er von der Idee hielte, dass sein Manuskript von einem Internet-Publikum lektoriert würde. Es dauert ein paar Minuten bis Setz sein Entsetzen artikulieren konnte: „Das wäre das Ende der Kunst“, sagte er dann. Feedback sei für Autoren nicht untoxisch, so Setz, der sich inzwischen auch von Facebook zurückgezogen hat: Zuviel Interaktionen, zu emotional und sogar Morddrohungen haben dem Autor die „soziale“ Kommunikation auf dieser Plattform vermiest.

„Betreutes Lesen“ als neues digitales Literaturgespräch?

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