Wege in die Postwachstumsgesellschaft

Blockupy Demo 1-6-13 / Foto: Carmen Treulieb

Das Senckenberg-Museum hatte am Mittwoch Angelika Zahrnt eingeladen, die im vollbesetzten Hörsaal des Biodiversität- und Klima-Forschungszentrums in Frankfurt zum Thema: „Was kommt nach dem Wachstum? – Wege in eine Postwachstumsgesellschaft“ sprach. Angelika Zahrnt hat gemeinsam mit Irma Seidl das Buch „Postwachstumsgesellschaft“ herausgegeben und ist Initiatorin des gleichnamigen Blogs, der über den aktuellen Diskussionsstand der Degrowth-Bewegung informiert (Link zum Blog Postwachstum).

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Das letzte Rascheln?

„Bis vor wenigen Jahren zeigte die Wahl der Tageszeitung verlässlich das Lebensgefühl und die politische Einstellung seiner LeserInnen. FAZ-Leser waren vielleicht klug, aber konservativ und langweilig, Frankfurter Rundschau-Leserinnen waren intellektuell und kritisch, taz-LeserInnen weit links und BLÖD-Leser waren – wie heute auch noch – blöd.

Inzwischen sind es wesentlich weniger – und vor allem ältere – Menschen, die sich ausschließlich von einer Tageszeitung informieren lassen und auf deren Auswahl und Interpretation des Tagesgeschehens vertrauen. Diese schwindende Gruppe zieht sich die Meinung des Journalisten an wie eine bequeme Jacke, die vor der Unübersichtlichkeit schützt.“ („Meine Informationsgesellschaft“ vom 20.6.2012)

Früher hatte ich immer das Gefühl, etwas zu versäumen, wenn ich einen Tag keine Frankfurter Rundschau lesen konnte. Weiterlesen

Schöne neue Familie? – Teil 2

Der Ausbau der Betreuung für unter Dreijährige ist für viele Eltern unbestritten ein Segen. Es ist meiner Meinung nach keinem intelligenten Erwachsenen zuzumuten, über einen längeren Zeitraum den ganzen Tag mit einem Kleinkind allein in einer Stadtwohnung zu verbringen, unterbrochen nur von Spaziergängen und Treffen mit anderen Eltern, die auch nur übers Kind reden. Meine Idealvorstellung, ein Kind groß zu ziehen, ist daher die Teilzeitbeschäftigung für beide Eltern.

Ansonsten bin ich inzwischen sehr dafür, dass jede/r seinen eigenen Lebensentwurf lebt. Mütter, die mehrere Jahre wegen der Kinder zu Hause zu bleiben, erfahren heute statt Anerkennung eher Verachtung, gerade von Frauen. Sich dem gesellschaftlichen Mainstream zu unterwerfen und schnell wieder arbeiten zu gehen, bringt dagegen viel Lob. Der Arbeitgeber nutzt Mütter allerdings in der Regel als Manövriermasse. Weiterlesen

Schöne neue Familie? – Teil 1

„Die Tagesmutter, in Frankreich liebevoll Nounou genannt, trägt die Hauptlast der Betreuung. Morgens um 8.45 klingelt die Mittfünfzigerin mit den blonden Locken an der Wohnungstür. Abends um 19.30 Uhr, wenn Hadriens Mutter der Kanzlei den Rücken gekehrt hat und an manchen Tagen auch der Vater schon zu Hause ist, zieht die Nounou leise die Tür hinter sich ins Schloss. Bevor sie geht, pflegt sie Hadrien (2) um 18.30 Uhr noch zu baden und – sollte die Mutter noch nicht da sein – auch ins Bett zu bringen.“ („Wie Europa seine Kinder hütet“, Frankfurter Rundschau vom 17.11.2012)

Was hier so positiv als das französische Betreuungsmodell vorgestellt wird, verursacht mir Gänsehaut. Weiterlesen

Bürgeruni Frankfurt: Krise des Kapitalismus?

Die Galerie im Holzfoyer der Oper Frankfurt war überfüllt, als gestern die Bürgeruni das Wintersemester 2012/13 mit einer Diskussion über die „Krise des Kapitalmus – Krise der Demokratie?“ eröffnete. Ich hatte mich auf eine Diskussion zwischen Erik Buhn von Occupy, Oberbürgermeister Peter Feldmann und FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher gefreut, doch letzterer musste absagen und schickte seine Kollegen Manfred Köhler und Andreas Platthaus. Außerdem saßen der Tübinger Soziologe Prof. Christoph Deutschmann und der Professor für Internationales Bank- und Finanzwesen an der Goethe-Universität Reinhard H. Schmidt auf dem Podium.
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