Fremde sind wir uns selbst (1)

„Mit dem anderen, mit dem Fremden leben konfrontiert uns mit der Frage, ob es möglich ist, ein anderer zu sein. Es geht nicht einfach – im humanistischen Sinn – um unsere Fähigkeit, den anderen zu akzeptieren, sondern darum, an seiner Stelle zu sein und das heißt, sich als anderer zu sich selbst zu denken und zu verhalten.“ (Julia Kristeva)

Frauen, okkupiert die Plätze!

Männer, allein oder in Gruppen, sind für Frauen gefährlich, überall auf der Welt. In meiner Jugend ging diese Gefahr von amerikanischen Soldaten in den hessischen Kasernen aus, die abends und nachts frustriert durch die Friedberger Altstadt flanierten, aber die dortigen Kneipen nicht betreten durften, da diese fast alle das „Off Limits“-Schild an der Tür hatten. Gefährlich sind betrunkene, verletzte, aggressive, schwache, dumme, intelligente, bürgerliche, proletarische – Männer.

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Die schwarze Republik oder Die Schönheit der Kanzlerin

„Und wo ist eigentlich die Sozialistische Internationale? Sie singt so schöne Lieder.
Auf Angela Merkel bin ich stolz“
(Norbert Blüm in der FAS vom 1.11.2015)

Da steht der ehemalige Arbeitsminister nicht allein. Nicht nur wegen ihrer Haltung gegenüber den nach Deutschland flüchtenden Menschen erfährt die Bundeskanzlerin ungewohnte Zustimmung auch von Intellektuellen. Martin Walser sprach in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 22.11.15 von der Schönheit Angela Merkels: „Nie sind ihre Sätze fertig, bevor sie gesagt werden. Nie sagt sie, wie viele Politiker, Phrasen auf, die sie auswendig kann. (…) Bei Frau Merkel werden wir Zeuge, wie Geist und Natur zusammenfinden, und eben deshalb ist sie schön.“

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Weit und breit kein Güterzug

„Durch den Wegfall des Güter- und Fernverkehrs könnte die S6 auch ohne Ausbau im vieldiskutierten verbesserten Takt fahren“, behauptet die Bürgerinitiative Bahnane auf ihrer Webseite. Die Anwohnergruppe agitiert seit Jahren gegen den Ausbau der Main-Weser-Bahn – gern mit unbewiesenen und falschen Argumenten.

Jürgen Lerch von Pro Bahn und Bus hat sich jetzt die Mühe gemacht und auch das obige Argument widerlegt. Um exemplarisch die Zugbewegungen eines Werktages zur Hauptverkehrszeit zu erfassen, fotografierte er am 8.9.2015 alle Züge, die zwischen 7 und 8 Uhr auf der Main-Weser-Bahn in Richtung Frankfurt durch Berkersheim fuhren. Das Ergebnis: Kein Güterzug, kein Fernzug, sondern ausschließlich S-Bahnen und Regionalzüge nutzten die Strecke.

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Der Fluch des Wohnungseigentümers: Hausverwalter

Als „Boomtown am Main“ soll Oberbürgermeister Peter Feldmann seine Heimatstadt bei der letzten Immobilienmesse in Cannes bezeichnet haben. Denn Frankfurt wächst jährlich um 15.000 EinwohnerInnen, das sind in etwa so viele Menschen wie das größte Naubaugebiet der Stadt, der Riedberg, insgesamt fassen kann. Für weitere Neubaugebiete fehlt die Fläche, also muss in die Höhe gebaut werden.

Viele junge Familien, die früher in ein Reihenhaus außerhalb der Stadt gezogen sind, bleiben aufgrund der besseren Kinderbetreuung heute in der Stadt und kaufen sich eine Eigentumswohnung. Manche verschulden sich über Jahrzehnte für ihren kleinen Anteil an einem Haus und die Sicherheit, dass niemand sie vertreiben kann.

Und alle haben vorher nicht gewusst, was auf sie zukommt: Hausverwaltungen, Nachbarschaftsstreit, das komplizierte WEG-Recht. Eine gute Hausverwaltung zu finden, ist schwerer als in diesem Spätsommer eine wurmfreie Pflaume.

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Frankfurter BürgerInnen verhindern rechten Demozug

Das Römerbergbündnis hatte heute mittag auf den Rathenauplatz geladen, um am Weltflüchtlingstag „Gegen Nationalismus und Ausgrenzung – für ein weltoffenes Frankfurt“ zu demonstrieren. Circa 2.000 Menschen folgten dem Aufruf. Das rechte Bündnis „Widerstand Ost West“, das heute in Frankfurt eine Demo geplant hatte, konnte lediglich eine Kundgebung auf dem Rossmarkt abhalten, danach durften die 200 Rechten einmal im Kreis gehen.

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Ausbau der Main-Weser-Bahn geht endlich voran

Fast 20 Jahre nach der Planfeststellung und 4 Jahre nachdem das Bundesverwaltungsgericht das Baurecht für das Vorhaben bestätigte, wird eines der wichtigstes Verkehrsinfrastruktur-Projekte in Hessen endlich begonnen: Die S 6 von Frankfurt-West nach Bad Vilbel erhält eigene Gleise. Damit wird der erste Bauabschnitt des Vorhabens umgesetzt. Für den zweiten Bauabschnitt – den Ausbau von Bad Vilbel bis Friedberg – gibt es noch keine Baugenehmigung.

Nach dem Ausbau könnte die S-Bahn, die zwischen Friedberg und Frankfurt-Süd verkehrt, eine attraktive Alternative für den motorisierten Individualverkehr werden. Bisher verpestet der Autoverkehr vor allem rund um die Friedberger Landstraße die Atemluft und dezimiert in der gesamten Stadt den öffentlichen Raum durch „Stehzeuge“ (Hermann Knoflacher). Die Bauarbeiten sollen 2017 beginnen und bis 2022 abgeschlossen sein. Während dieser Zeit werden wir Anwohner unter Lärm und Beeinträchtigungen des laufenden S-Bahn-Verkehrs leiden müssen. (Link zur Presseerklärung der DB: KLICK)

Alle Artikel auf UmamiBuecher zum Ausbau der Main-Weser-Bahn hier: 4statt2)