Ja zu Solidarität – nein zu Gewalt

Eine junge Demonstrantin zu einem Sanitäter: „Danke, dass ihr gekommen seid.“ Antwort: „Danke, dass ihr gekommen seid!“ (Kurzes Gespräch am Rande der Kundgebung in der Hofstraße)

Jan Umsonst, der Anmelder der „Sündenblock“-Solidaritäts-Demo hat sich bei der Auftakt-Kundgebung am Baseler Platz klar positioniert: Eine friedliche Demo soll es werden, ohne Gewalt, jede packt an, jeder passt auf. Es kamen viel mehr Menschen als erwartet, die Zahlen schwanken zwischen 7.000 und 20.000. Weiterlesen

Das ist nicht mein Frankfurt!

Der Ingenieur Derege Wevelsiep ist vor drei Wochen von Frankfurter Polizisten beleidigt und zusammengeschlagen worden, schreibt heute Felix Helbig in der Frankfurter Rundschau. Jetzt hat er Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung im Amt erstattet. Nach dem FR-Bericht wurde der rassistische Übergriff durch eine Fahrkartenkontrolle ausgelöst:
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Occupy Frankfurt wird geräumt

Die Nachricht erreichte mich am Nachmittag per Twitter: Das Occupy-Camp vor der EZB würde geräumt. Wer es einrichten könne, solle kommen. Als ich gegen 15:30 am Willy-Brandt-Platz ankam, war das Camp bereits abgesperrt. Etwa 100-200 BürgerInnen standen an den Absperrgittern, es wurden ein paar kurze Statements abgegeben. Die Eingekesselten im Camp hielten der Menge und der gierigen Presse ihre Transparente hin. Jemand las das Urteil des Verwaltungsgerichts vor. Die Weigerung der Aktivisten, Menschen vom Camp auszuschließen, wurde ihnen vom Gericht negativ angelastet. Weiterlesen

Verpasste Chance für den Römer

Felix Helbig hat heute in der Frankfurter Rundschau einen hervorragenden Kommentar zum voraussichtlichen Ende des Frankfurter Occupy-Camps veröffentlicht:

„Für die Stadt markiert dieses Ende eine verpasste Chance. Ihre Regierenden haben es nicht vermocht, die Debatte über eine vollkommen berechtigte Besetzung des öffentlichen Raumes in eine angemessene Richtung zu lenken. Lange Zeit hat die Stadt dem Protest am Willy-Brandt-Platz mit mittelmäßigem Interesse zugesehen, als es ihr zu bunt wurde, hat sie halbherzige Verhandlungen aufgenommen und bald wieder beendet. Der Ordnungsdezernent, auch wenn er von der CDU ist, hätte es als Bereicherung einer Finanzmetropole begreifen können, wenn die Verlierer dieser auch hier gemachten Finanzkrise eben gerade hier protestieren, er hätte Angebote machen können zur Verstetigung des Protests in anderer Form. Stattdessen sprach der Dezernent von Ratten und Hygiene und Dreck und neuerdings von menschlichen Hinterlassenschaften und vermittelte so eine Weltsicht, die die Verlierer dieser Krise als das erscheinen lässt, was sie offenbar für viele Krisengewinner sind: als Abschaum.“ (Mehr in FR vom 1.8.2012)

Außer den Piraten und den Linken hat sich in den vergangenen 10 Monaten keine Römer-Fraktion wirklich für den Protest an der EZB interessiert. Vor allem die Grünen im Römer haben eine Chance verpasst, dem Image einer grünen FDP entgegenzuwirken.

„Der Euro hat Europa gespalten“ (Max Otte)

„Die Finanzoligarchie, bestehend aus Investmentbanken, Hedgefonds, Schattenbanken, Ratingagenturen ist die derzeit dominierende zivile Weltmacht.“ (Max Otte)

Obwohl mir kaum eine Talkshow entgeht, die sich mit der Finanzkrise beschäftigt, ich ständig Artikel und Blogs zum Thema lese, habe ich noch immer keine fünf verständlichen Sätze parat, um ein nachhaltiges Gespräch mit einem unbedarften Nachbarn oder einer unpolitischen Freundin über die Krise zu führen.
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Neues zur Krise

„Zum Ende des ersten Quartals war der öffentliche Gesamthaushalt in Deutschland mit 2.042 Milliarden Euro verschuldet. Dies entsprach einem Anstieg um 42,3 Milliarden Euro beziehungsweise 2,1 Prozent gegenüber dem Ende des ersten Quartals 2011.“ (Zitiert aus der Märkischen Allgemeinen vom 26.6.2012)

Über die Rolle Deutschlands in Europa und wie Angela Merkel mit ihrer Politik nicht nur die Zukunft der Einheitswährung sondern das gesamte Projekt Europa gefährdet, hat Oliver García von den Frankfurter Indignados einen sehr guten Artikel veröffentlicht. (Hier)
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