Der Tag danach: Kommunalwahl in Frankfurt 2016

Katzenjammer. Aber nicht bei allen: Die SPD jubelt, obwohl sie mit 23,7 Prozent doch das zweitschlechteste Ergebnis seit 1946 erzielt hat. (wikipedia).

Die Grünen liegen bei ca. 15 Prozent, eigentlich kein schlechtes Ergebnis nach 10 Jahren schwarz-grüner Koalition, schließlich waren 2011 (25,8 %) viele Stimmen Fukushima geschuldet und also nur geliehen.

Die CDU hat 6 bis 7 Prozent verloren und liegt bei ca. 24 Prozent. Die FDP hat sich mit 7,6 % fast verdoppelt zum Ergebnis 2011. Mit 8 Prozent hat die Linke ihr bestes Ergebnis ever in Frankfurt erzielt. Die Piraten sind Geschichte, auch wenn Herbert Förster einen Sitz bekommt und wahrscheinlich wieder die Grüne Fraktion verstärken wird.

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Nein zur AFD im Frankfurter Stadtparlament (3)

Demo gegen AfD in Nieder-Erlenbach

Es war für die Demonstranten ein ungewöhnlicher Anfahrtsweg zu einer Demo. Nicht mal kurz in die U-Bahn steigen und los gehts. Nein, denn die AfD hatte ihren Veranstaltungsort vom Gallus nach Nieder-Erlenbach ins nördlichste Dorf Frankfurts verlegt, um eine Veranstaltung mit dem Chef der AfD NRW Martin Renner durchzuführen – in der Hoffnung, den Demonstranten zu entgehen. Und einfach war der Weg nicht: Wer nach der S-Bahnfahrt nach Berkersheim und mit dem Minibus über Harheim schließlich in Nieder-Erlenbach ankam, strandete am Rande des Stadtteils, weil eine Riesenbaustelle die Fahrt zum Dorfkern verhinderte.

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Ausbau der Main-Weser-Bahn: Wer ist dagegen?

Das Gute (und Schlechte) am Dorfleben ist die soziale Kontrolle. Mit der Zeit kennt der aufmerksame Bürger die Gewohnheiten seines Nachbarn. Wo kauft er ein, wie oft geht er zum Flaschencontainer, mit wem hält sie ein Schwätzchen – mit städtischer Anonymität hat das Leben in den Dörfern des Frankfurter Nordens wenig gemein.

Deshalb weiß ich auch, wer den ÖPNV benutzt und wer ausschließlich mit dem motorisierten Individualverkehr unterwegs ist. Das ist nicht unerheblich, will man die Aussagen der Ortspolitiker zum wichtigsten Verkehrsinfrastruktur-Projekt in unserem Umfeld bewerten. So war kürzlich in einem Blättchen die Kolumne eines grünen Lokalpolitikers aus meinem Dorf zu lesen, der allen Ernstes gegen den Ausbau der Main-Weser-Bahn mit dem Argument anschrieb, die S-Bahn sei so pünktlich wie alle anderen S-Bahnen nach Frankfurt.

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Bio – Weil ich es mir wert bin

Wie unterschiedlich die Lebensverhältnisse in Deutschland sind, ist mir gerade erst auf einer Reise durch Thüringen aufgefallen – dass ich mich aber bald wie ein Frankfurter Ossi fühlen würde, hätte ich da noch nicht gedacht.

Kürzlich lud das Frankfurter Umweltamt unter dem Titel „Mordshunger“ in die Freitagsküche, um im Rahmen der Veranstaltungsreihe Wilder Sonntag über „wertvolle Ernährung zu sinnieren“.

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Komfort geht vor: Kanufahrten auf der Nidda (aktualisiert)

Umwelt erleben? Ja  - aber Komfort geht vor!
Umwelt erleben? Ja – aber Komfort geht vor!

Für die Generation Dauernuckler mit der 20 Jahre Garantie aufs Mama-Taxi gibt es in Frankfurt ein besonderes Angebot: Kanufahrten auf der Nidda, komfortabler Einstieg in Frankfurt-Harheim. Der Bus mit den Kanus fährt direkt auf die vor einigen Jahren vom Grünflächenamt teuer sanierte Grünfläche, dort wo der Eschbach in die Nidda mündet. Der Weg dorthin ist eigentlich für Autofahrer gesperrt, nur der Minibus der Linie 25 zur S-Bahn-Haltestelle Berkersheim fährt hier. Auf die Idee vom Weg ab in die Grünfläche zu fahren und dort sein schweres Gerät zu parken, ist außer den angeblichen Naturfreunden noch keiner gekommen.

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8 von 10 Pendlern fahren mit dem Auto nach Frankfurt

336 050 Menschen pendeln jeden Tag nach Frankfurt zu ihrem Arbeitsplatz, davon fahren nur 20 Prozent mit Bus und Bahn, 80 Prozent fahren mit dem Auto. Der Anteil des Bus- und Bahnverkehrs ist damit im Vergleich zu anderen Städten viel zu gering – obwohl in Frankfurt seit fast zehn Jahren das Verkehrsdezernat von Politikern der Grünen geleitet wird.

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Als die Menschen fliegen lernten…

ES begab sich aber eines Tages, dass die Menschen aus dem Frankfurter Norden, die täglich mit der S 6 nach Frankfurt und wieder zurück fuhren, für die jahrelangen Verspätungen der Bahn, die sie viel, viel Lebenszeit gekostet hatte, belohnt wurden: Eines kalten Winterabends, nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag stiegen die braven Menschen in Berkersheim am Bahnhof aus. Hier wunderten sie sich, dass weder Brücke noch Bahnunterführung ihnen den Weg über die Gleise nach Hause in ihre warmen Wohnungen wies. Da erschien ihnen ein älterer Herr mit grauem Haar und schelmigem Blick und rief: Auf, auf, die ihr keine Radfahrer und Automobilisten seid: Fliegt! Weiterlesen