Krisenzeiten 8: Randale

Heute Nacht haben in Frankfurt auf dem Opernplatz Hunderte junge Männer randaliert, auch eine junge Frau war auf den Videos zu sehen, sie haben Mülltonnen geworfen, eine Bushaltestelle zerstört und die Polizei angegriffen. Mich haben die Bilder an den 18. März 2015 erinnert, da war der Blockupy-Protest zur EZB-Eröffnung (KLICK). Ich habe damals mit Occupy und Blockupy sympathisiert und oft über das Occupy-Camp und die Demos berichtet. Der 18. März 2015 war für mich eine Zäsur, ich war seitdem kaum noch auf Demos.

Kann man die Ereignisse vergleichen? Ich denke schon, es handelt sich bei den Randalierern um überwiegend junge frustrierte Männer, die glauben, Gewalt wäre cool.

Vor einer Woche hat Frederike Haupt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über die Szene vor der Alten Oper berichtet: „In Frankfurt kommen besonders viele Menschen an die Party-Hotspots. So feierten an den vergangenen Wochenenden bis zu 2.500 Leute auf dem zentralen Opernplatz. Ein Sprecher des Ordnungsamtes sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, es sei wegen der schieren Zahl der Feiernden nicht möglich, die Regeln durchzusetzen, die seit Corona gelten. Zudem träten viele Partybesucher der Stadtpolizei gegenüber aggressiv auf.“
Link zum Artikel: KLICK)

Man musste also damit rechnen, dass die Stimmung auf dem Platz kippen kann.

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Krisenzeiten 7: Mehr Aufregung!

Tatsächlich ist alles ruhig. Der Kleingarten ist unser aller Rettung. Wir gehen abwechselnd hin, das Kind lernt dort fürs mündliche Abi, bekommt Besuch von Freunden (einzeln, hoffe ich). Alle sind begeistert von diesem Ort, dem in Vor-Corona-Zeiten der Ruch des Spießigen anhaftete.

Gestern hatte ich einen leichten Lagerkoller und fuhr in die Stadt. In der U-Bahn waren viele männliche Kinder und Jugendliche ohne Maske – wahrscheinlich ist das die zeitgemäße Mutprobe. Ich habe einen Abstecher zur Demo am Rossmarkt gemacht, dort sprach eine AfD-Vertreterin vor 15 Anhängern gegen die Corona-Maßnahmen, weitläufig abgesperrt und beschützt von Polizisten vor ca. 300 Gegendemonstranten, die auch zu eng standen. Auf der Zeil war die Hölle los, das Kaufhaus, in das ich flüchtete, quält seine Kunden mit einem brutalen Lichtkonzept, ein perfekter Migräne-Trigger. Dennoch war es gut, mal wieder fremde Menschen zu sehen.

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Traffiq hat’s verbockt: Verzögerung des S 6-Ausbaus

Heute erschien in der Frankfurter Neuen Presse ein Artikel zum Ausbau der Main-Weser-Bahn. Die S6 zwischen Bad Vilbel und Frankfurt soll durch den Ausbau die dringend notwendigen eigenen Gleise bekommen. Die Fertigstellung verzögere sich u.a. durch den Protest von Harheimer BürgerInnen gegen die abrupte Nidda-Brückensperrung, so die DB. (Genaueres zu unserem Protest hier: KLICK)

Zu diesem Artikel der FNP (S6-Ausbau wird erst ein Jahr später fertig)
habe ich heute folgenden Leserbrief geschrieben (weil manchmal braucht’s mehr Reichweite).

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Krisenzeiten 4

Im Frankfurter Stadtteil Bonames gab es früher einen Smart-Markt. Diese Märkte wurden in Frankfurter Stadtteilen mit geringer Infrastruktur eingerichtet und sollten die Nahversorgung insbesondere für ältere und weniger mobile BürgerInnen verbessern. Die Mitarbeiter der Märkte waren Langzeitarbeitslose, die im Rahmen des „Frankfurter Wegs zum Berufsabschluss“ ihre Ausbildung zum Verkäufer oder Kaufmann-/Kauffrau im Einzelhandel absolvieren konnten. Tolle Idee, von der man aber inzwischen nichts mehr hört.

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Krisenzeiten 3

Mittwoch ist mein Oldie-Tag. Weil ich seit acht Jahren als Freiberuflerin arbeite und das überwiegend von zuhause – weshalb sich bei mir das Arbeitsleben nicht viel anders anfühlt als vor der Corona-Krise – habe ich irgendwann beschlossen, mir einen Nebenjob zu suchen. Gefunden habe ich eine Stelle als Leiterin eines Aktivclubs. Eine feste Gruppe von Menschen zwischen Ende 50 und Mitte 80 trifft sich einmal die Woche vormittags zu Museumsbesuchen, Vorträgen, Stadtspaziergängen etc. Ich plane das Programm, organisiere Referenten oder schreibe selber Vorträge und bin immer auf der Suche nach interessanten und kostengünstigen Events für meine Leute.

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Krisenzeiten 2

Autofrei leben hat in Krisenzeiten Nachteile. Große Vorräte anlegen geht nicht, wenn man alles nach Hause tragen oder im Fahrradkorb transportieren muss. Aber seit heute mittag ist Hamstern in Frankfurt sowieso verboten.

Mein Dorf im Frankfurter Norden ist noch ein bisschen ruhiger als sonst. Zwei Müttern mit Kinderwagen begegne ich auf dem Weg zum Supermarkt und zurück. Im Netto schreit ein alter Mann die Leute an: Abstand halten!

Drosten tröstet mich nicht mehr. Worüber auch. Wie fragil alles ist, wissen wir ohnehin.

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Krisenzeiten 1

Ich warte. Ich lese. Ich warte. Morgens die Zeitungen, vormittags die Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts, nachmittags der Podcast des Virologen Christian Drosten von der Charite. Twitter, Google News, fiebrige Unruhe, nichts Verpassen, Sofastarre.

Draußen scheint die Sonne, im Kleingarten sieht es schlimm aus. Das Springkraut hat sich während des warmen Winters ausgebreitet, lebt in friedlicher Koexistenz mit einer klettenartigen Pflanze, die breitflächig den Boden überzieht.

Heute noch wird Kanzlerin Merkel verkünden, ob es eine Ausgangssperre gibt oder nur Ausgangsbeschränkungen. Wenn wir nicht mehr in den Garten können, wird es hart. Die 80-jährige verwitwete Gartennachbarin hat mir am Montag das Du angeboten: „Umarmen können wir uns leider nicht“, sagt sie tapfer.

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Vorsitzender der AfD-Hilfstruppe „Werte-Union“ zu Gast bei CDU Harheim

Am Freitag, dem 14.2.2020 um 19:30 Uhr kommt der Gründer und Vorsitzende der „Werte-Union“ Alexander Mitsch in den Frankfurter Stadtteil Harheim, Bürgerhaus In den Schafgärten 21, (Anmeldung unter veranstaltungen@cdu-harheim.de ), um einen Impulsvortrag zur Frage „Wie kann die CDU Volkspartei bleiben?“ zu halten.

Nach der Wahl Kemmerichs durch die Stimmen der AfD hatte Mitsch getwittert: „Die Vernunft und das bürgerliche Lager haben gesiegt“.

Während führende CDU-Mitglieder wie der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, einen Unvereinbarkeitsbeschluss von Mitliedern der „Werte-Union“ mit der CDU fordern („Wer die Werte der CDU nicht teilt, hat in der CDU nichts zu suchen. Wir brauchen keine AfD-Hilfstruppe in unseren Reihen“), freut sich die CDU-Harheim auf eine anregende Diskussion.

Wir sollten uns am Freitag eine Stunde Zeit nehmen und vor und im Bürgerhaus Harheim deutlich machen, dass Frankfurt keine Nachhilfe von rechter Seite braucht. Seid ihr dabei?

Hier noch ein paar Positionen der „Werte-Union:

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