Dany, die FAS und die Freiheit der Pädophilen

Das Lebens- und Liebesmodell des Piraten-Geschäftsführers Johannes Ponader war auch in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts schon mal en vogue. Damals hieß es kompliziert „offene Mehrfachbeziehungen ohne Besitzanspruch“, heute bezeichnet Ponader sein Lebensmodell mit dem charmanten Wort „polyamant“.

Während die 68er die Parole „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“ ausgerufen hatten, war einige Jahre später nach Ansicht vieler Feministinnen die männlich geprägte Sexualität („Penetration“) generell abzulehnen und zu verweigern – so frau es denn ernst meine mit der weiblichen Befreiung. Weiterlesen

SPD: Komplizierte Kandidatenwahl

Nach der überraschenden Niederlage von Michael Paris bei der Kandidatenkür für die Landtagswahl (ich berichtete hier) hat es jetzt auch Petra Tursky-Hartmann erwischt. Nicht die langjährige Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Sachsenhausen, sondern Ralf Heider wird voraussichtlich Landtagskandidat im Wahlkreis 37. Damit ist die Strategie von ca. zwei Dutzend Anti-Fluglärm-Aktivisten aus Sachsenhausen aufgegangen, die kürzlich in die SPD eingetreten waren, um Ralf Heider durchzusetzen, der sich im Landtag für die (unrealistische) Schließung der Landebahn einsetzen will. (Bericht hier). Weiterlesen

Ehegatten-Splitting: Pro und Contra

Zur Verteidigung des Ehegatten-Splittings führt Winand von Petersdorff-Campen, stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft der FAZ, an:

„Entgegen vielstimmiger Propaganda ist das Ehegattensplitting kein Steuerprivileg zur Begünstigung der Alleinverdiener- oder Hausfrauenehe. Die Einführung des Splitting hat vielmehr schreiendes Unrecht gegenüber Eheleuten im Vergleich zu unverheirateten Paaren beendet. Weiterlesen

Peer hat’s schwer

Es heißt ja immer, das Internet sei schuld, dass es Politiker heute so schwer haben. Da würden Sätze aus dem Zusammenhang gerissen und von bösen Bloggern zum Popanz aufgebaut.

Als gestern Abend die Tagesschau berichtete, Peer Steinbrück fordere ein höheres Kanzlergehalt („Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin“), ging mir – wie wahrscheinlich dem Großteil der knapp 10 Millionen ZuschauerInnen – durch den Kopf: Der Mann ist als SPD-Kandidat unhaltbar.
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Der Frankfurter Sarrazin und die FNP

Bei der Kommununalwahl 2011 war der Chef der Freien Wähler in Frankfurt, Wolfgang Hübner, wieder mal negativ aufgefallen: „500 mal hat die rechtslastige politische Gruppierung im Stadtgebiet ein Plakat kleben lassen, auf dem es neben dem Schriftzug der Freien Wähler heißt: „Damit Frankfurt Sarrazin beherzigt.“ (Frankfurter Rundschau vom 9.3.2011)

Jetzt ist es sogar seiner eigenen Partei zuviel geworden. Nachdem Hübner behauptet hatte, die NSU-Morde würden „von verschiedenen Einwanderer-Lobbyisten in unverschämter Weise genutzt, um vom Staat zusätzliche materielle und ideelle Zuwendungen zu fordern“, (Süddeutsche Zeitung) hat der Vorsitzende der Freien Wähler Hubert Aiwanger den Parteiausschluss Hübners gefordert. Weiterlesen

Das letzte Rascheln? Teil 2

„Hast du den Artikel über XX in der FR/FAZ gelesen?“ Solange meine Peer-Group nicht die gleichen Blogs liest wie ich, muss ich ihre Zeitungen lesen. Denn Zeitungsartikel bieten noch immer die verlässlichsten Gesprächsthemen.

Heute war es ein Artikel im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, den meine Freundin mir empfahl und dessen Lektüre mir die Zornesröte ins Gesicht trieb: „Rosa Rollback“ wurde der Text von Carolin Wiedemann überschrieben, der sich mit der Pinkifizierung der kindlichen Lebenswelt beschäftigt.

Nichts lässt Leute älter erscheinen als eine Kritik des Zeitgeistes bei gleichzeitiger Idealisierung der Vergangenheit. Weiterlesen

Das letzte Rascheln?

„Bis vor wenigen Jahren zeigte die Wahl der Tageszeitung verlässlich das Lebensgefühl und die politische Einstellung seiner LeserInnen. FAZ-Leser waren vielleicht klug, aber konservativ und langweilig, Frankfurter Rundschau-Leserinnen waren intellektuell und kritisch, taz-LeserInnen weit links und BLÖD-Leser waren – wie heute auch noch – blöd.

Inzwischen sind es wesentlich weniger – und vor allem ältere – Menschen, die sich ausschließlich von einer Tageszeitung informieren lassen und auf deren Auswahl und Interpretation des Tagesgeschehens vertrauen. Diese schwindende Gruppe zieht sich die Meinung des Journalisten an wie eine bequeme Jacke, die vor der Unübersichtlichkeit schützt.“ („Meine Informationsgesellschaft“ vom 20.6.2012)

Früher hatte ich immer das Gefühl, etwas zu versäumen, wenn ich einen Tag keine Frankfurter Rundschau lesen konnte. Weiterlesen

Geschwister-Scholl-Preis an Andreas Huckele, alias Jürgen Dehmers

Für sein Buch „Wie laut soll ich denn noch schreien“ über den jahrzehntelangen Kindesmissbrauch an der Odenwaldschule wird Andreas Huckele, der unter dem Pseudonym Jürgen Dehmers veröffentlichte, heute abend den Geschwister-Scholl-Preis erhalten. Die Dankesrede wurde heute vorab und ungekürzt in der Frankfurter Rundschau abgedruckt:

„Die Entscheidung der Jury finde ich aber auch mutig, weil es in dem Buch, das ich geschrieben habe, um eine Schule geht, die einmal zu den besten des Landes gehört haben soll und auf deren 75jährigem Jubiläum der Bundespräsident Seite an Seite mit den Kriminellen über das Schulgelände flanierte. Weiterlesen