Krisenzeiten 2

Autofrei leben hat in Krisenzeiten Nachteile. Große Vorräte anlegen geht nicht, wenn man alles nach Hause tragen oder im Fahrradkorb transportieren muss. Aber seit heute mittag ist Hamstern in Frankfurt sowieso verboten.

Mein Dorf im Frankfurter Norden ist noch ein bisschen ruhiger als sonst. Zwei Müttern mit Kinderwagen begegne ich auf dem Weg zum Supermarkt und zurück. Im Netto schreit ein alter Mann die Leute an: Abstand halten!

Drosten tröstet mich nicht mehr. Worüber auch. Wie fragil alles ist, wissen wir ohnehin.

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Krisenzeiten 1

Ich warte. Ich lese. Ich warte. Morgens die Zeitungen, vormittags die Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts, nachmittags der Podcast des Virologen Christian Drosten von der Charite. Twitter, Google News, fiebrige Unruhe, nichts Verpassen, Sofastarre.

Draußen scheint die Sonne, im Kleingarten sieht es schlimm aus. Das Springkraut hat sich während des warmen Winters ausgebreitet, lebt in friedlicher Koexistenz mit einer klettenartigen Pflanze, die breitflächig den Boden überzieht.

Heute noch wird Kanzlerin Merkel verkünden, ob es eine Ausgangssperre gibt oder nur Ausgangsbeschränkungen. Wenn wir nicht mehr in den Garten können, wird es hart. Die 80-jährige verwitwete Gartennachbarin hat mir am Montag das Du angeboten: „Umarmen können wir uns leider nicht“, sagt sie tapfer.

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