I am a North-Nigerian

Ein kleines Mädchen hat im Norden Nigerias mit seinem Sprengstoffgürtel nicht nur sich selbst, sondern mindestens 20 weitere Menschen in den Tod gerissen. Die Frankfurter Rundschau schreibt heute: „Nigerias Präsident Goodluck Jonathan spielt den blutigen Konflikt in seinem Staat nach Kräften herunter, weil er sich in fünf Wochen als Präsident wiederwählen lassen will. Und die Welt spielt mit: Ihre Vertreter versammeln sich empört in der europäischen Metropole Paris, während im afrikanischen Maiduguri weiter gemordet wird.“ (Zitiert aus: Die Monster der Boko-Haram-Sekte)

Noch immer werden 200 der 300 entführten Mädchen vermisst, die Boko Haram (übersetzt: „Westliche Bildung verboten“ lt. Wikipedia) im April 2014 entführt hat. „Unentschuldbar aber bleibt, dass es keine nennenswerten internationalen Bemühungen gab, der Bedrohung Herr zu werden.“ (Weiter zum Artikel „In Nigeria wüten die Islamisten fast unbeachtet“ in Die Welt vom 9.1.2015)

„Nicht jeder muss nach Frankfurt ziehen“

titelt die Frankfurter Allgemeine heute im Lokalteil und zitiert damit den CDU-Politiker Jürgen Banzer. Derzeit wachse Frankfurt um jährlich 15.ooo Einwohner.

Dieser Zustrom ist aber nicht (allein) der Schönheit Frankfurts geschuldet. Bekanntermaßen ziehen Familien nach der Geburt ihrer Kinder nicht mehr aufs Land, sondern höchstens in dörflichere Stadtteile, wo sie auf eine gute Kinderbetreuung zurückgreifen können, ganz anders als zum Beispiel in der wenige Kilometer entfernten Stadt Bad Vilbel. Weiterlesen

Als die Menschen fliegen lernten…

ES begab sich aber eines Tages, dass die Menschen aus dem Frankfurter Norden, die täglich mit der S 6 nach Frankfurt und wieder zurück fuhren, für die jahrelangen Verspätungen der Bahn, die sie viel, viel Lebenszeit gekostet hatte, belohnt wurden: Eines kalten Winterabends, nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag stiegen die braven Menschen in Berkersheim am Bahnhof aus. Hier wunderten sie sich, dass weder Brücke noch Bahnunterführung ihnen den Weg über die Gleise nach Hause in ihre warmen Wohnungen wies. Da erschien ihnen ein älterer Herr mit grauem Haar und schelmigem Blick und rief: Auf, auf, die ihr keine Radfahrer und Automobilisten seid: Fliegt! Weiterlesen

Darf man Wolf Biermann als Rassisten bezeichnen?

Wenn stimmt, was die Frankfurter Rundschau heute schreibt, dass der Liedermacher zu einer Schriftführerin im Bundestag gesagt hat: „Ich erkenne an ihrem Gesicht, dass sie von der Linkspartei sind“, dann kann man diese Frage wohl mit Ja beantworten. (Link zum FR-Artikel vom 10.11.14 „Wolf Biermann und der Bundestag“ von Daniela Vates)

Ich habe Wolf Biermann zum ersten Mal Mitte/Ende der 80er Jahre in Frankfurt gesehen, gut 10 Jahre nach seiner Ausbürgerung aus der DDR. Seine Lieder, von denen einige von erotischen Erntehelferinnen aus dem Osten handelten, erschienen mir als junger Feministin unerträglich. Überdeutlich war damals schon, dass sein politisches Weltbild sich einzig aus dem Trauma der Nichtanerkennung und der Ausbürgerung aus der DDR speist. Weiterlesen

Fall Wevelsiep: Gericht verurteilt Polizisten

Das Wichtigste zuerst: Richter Peter Alexander Pulch vom Amtsgericht Frankfurt hat den angeklagten Polizisten Matthew S. wegen Körperverletzung im Amt zu 120 Tagessätzen á 70 Euro verurteilt.

Derege Wevelsiep hatte vor zwei Jahren Anzeige gegen die Polizei erstattet, weil er im Rahmen einer Personenüberprüfung gefesselt und geschlagen wurde. Sein Anwalt zeigte sich heute nachmittag mit dem Urteil zufrieden: Das Gericht habe mit diesem Urteil die Polizeigewalt gegen seinen Mandanten bestätigt. (Bericht des 1. Prozesstages hier)

Vernommen wurden heute ein Polizist, der am Abend in der Leitstelle Dienst hatte, zwei Ärzte des Katharinen-Krankenhauses, die Derege Wevelsiep nach dem Vorfall drei Tage stationär behandelt hatten, der Sanitäter, der am Abend in die Wohnung Wevelsieps gerufen wurde und die vier Kontrolleure, die das ganze Geschehen ausgelöst hatten. Weiterlesen

„GroKo ist in der Bananenrepublik angekommen“

Diesen Satz schreibt heute nicht die TAZ oder die Junge Freiheit sondern die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrem Kommentar: Warum musste Friedrich plaudern? (von Jasper von Altenbockum) zur Affäre Edathy und Friedrich. Die große Koalition ist kaum an der Macht und schon sind ihr männlichen Führungskräfte in einen handfesten Skandal verwickelt, der mafiose Zustände offenbart: Amtsmissbrauch, Geheimnisverrat und Strafvereitelung in den obersten Führungsrängen des Staates.
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Vorsatz für 2014: Mehr loben!

Diesen Vorsatz umzusetzen, fällt mir heute leicht: Großes Lob an die Journalistin Antonia Baum, die mir mit zwei meinungsfreudigen und inspirierenden Artikeln in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung aufgefallen ist.

Mit ihrem Artikel über die „Odenwaldhölle“ im FAS-Spezial Heimat hat Baum für teils heftige Reaktionen gesorgt. 160 LeserInnen haben sich in FAZ.net bereits zu dem Artikel geäußert, Odenwald-Fans widersprechen auf Facebook, der für den Landstrich zuständige Landrat Matthias Wilkes zeigt sich “entsetzt” von dem Artikel und fordert die FAS-Chefredaktion zu einer “Klarstellung” auf. Weiterlesen