„Was wir erben“ von Björn Bicker

Die erfolgreiche Theaterschauspielerin Elisabeth wird durch einen Telefonanruf aus der Spur geworfen. Der Anrufer behauptet, ein unehelicher Sohn ihres Vaters zu sein. Sie trifft sich mit ihm und beginnt nach dem Treffen einen langen Brief an den in Amerika lebenden Halbbruder zu schreiben. Der Roman von Björn Bicker „Was wir erben“ ist die Niederschrift dieses Briefes, den Elisabeth während der Theaterferien schreibt. Weiterlesen

Longlist DBP 2013

Die Buchmesse 2013 wirft ihren Schatten voraus: Die Buchpreis-Jury hat heute bekanntgegeben, wer die 20 Autoren sind, die in die engere Wahl für den Deutschen Buchpreis 2013 gekommen sind, der am Vorabend der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse im Römer vergeben wird. Auf der sog. Longlist stehen mehrere Namen, die es auch in den vergangenen Jahren in die engere Wahl geschafft haben, wie z.B. Terezia Mora, Reinhard Jirgl und Norbert Gstrein.

Weitere Infos beim Hessischen Rundfunk: http://www.hr-online.de/website/rubriken/kultur/index.jsp?rubrik=5982&key=standard_document_49348615

Buchgeschenke für Weihnachten

Wer seinen Lieben Bücher zu Weihnachten schenkt, tut Gutes. Nicht nur den Beschenkten, den Buchverlagen und Buchhändlern, nein, Buchgeschenke haben auch eine psychohygienische Funktion. Wer kennt sie nicht, die kritischen Momente, wo die Familie zusammenkommt, festlich gekleidet, mit besten Vorsätzen und dann genügt eine kleine Bemerkung und der friedlichen Gesellschaft droht ein handfester Familienkrach. Dabei ist es doch viel sinnvoller, nicht über kleine persönliche Verfehlungen zu streiten, sondern über unsere Gesellschaft zu diskutieren.

Anstatt also über die Tischmanieren des Neffen zu lästern, greift Omi zu ihrem Buchgeschenk: Weiterlesen

Geschwister-Scholl-Preis an Andreas Huckele, alias Jürgen Dehmers

Für sein Buch „Wie laut soll ich denn noch schreien“ über den jahrzehntelangen Kindesmissbrauch an der Odenwaldschule wird Andreas Huckele, der unter dem Pseudonym Jürgen Dehmers veröffentlichte, heute abend den Geschwister-Scholl-Preis erhalten. Die Dankesrede wurde heute vorab und ungekürzt in der Frankfurter Rundschau abgedruckt:

„Die Entscheidung der Jury finde ich aber auch mutig, weil es in dem Buch, das ich geschrieben habe, um eine Schule geht, die einmal zu den besten des Landes gehört haben soll und auf deren 75jährigem Jubiläum der Bundespräsident Seite an Seite mit den Kriminellen über das Schulgelände flanierte. Weiterlesen

„untertan“ von Joachim Zelter

Keine andere Gesellschaftsschicht ist so ängstlich und in seiner Angst zu solcher Unterwerfung bereit, wie der Mittelstand. Über dieses Milieu, auch Groß- bzw. Kleinbürgertum genannt, wurde viel geforscht und geschrieben (exemplarisch empfehle ich diesen ZEIT-Artikel vom 12.1.1973 „Faschismus und Bürgertum“).

In der Literatur des 20. Jahrhunderts war es vor allem Heinrich Mann, der diesem Menschentyp mit seinem berühmten Roman „Der Untertan“ ein Denkmal gesetzt hat. Der Antiheld Heßling wird im Roman „einerseits als Tyrann dargestellt, dem die Hierarchie der Gesellschaft des Kaiserreichs Macht verschafft, andererseits als Untertan, der von der „Zugehörigkeit zu einem unpersönlichen Ganzen, zu diesem unerbittlichen, menschenverachtenden, maschinellen Organismus“ geprägt ist und unter ihm leidet.“ (Wikipedia) Dieser Menschentyp war für das nationalsozialistische Regime unabdingbar.

Nun ist vor wenigen Monaten der neue Roman von Joachim Zelter erschienen: „untertan“.

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„Die Wand“ von Marlen Haushofer

Es war im Juni 1985, ich war mit einer Freundin ein paar Tage auf Mallorca und hatte mir als Strandlektüre Marlen Haushofers „Die Wand“ mitgenommen, das gerade in der Ullstein-Reihe „Die Frau in der Literatur“ erschienen war. Aus dem Urlaub zurück, besorgte ich mir alle verfügbaren Haushofer-Titel; die enge Lesebeziehung dauerte mehrere Jahre und mündete schließlich in einer Soziologie-Diplomarbeit mit dem Titel „Über das schrecklich Banale oder das banal Schreckliche eines Frauenlebens. Eine tiefenhermeneutische Analyse des Romans „Die Mansarde“ von Marlen Haushofer.

Inzwischen sind die Buchseiten meiner Haushofer-Romane vergilbt und der Kleber löst sich auf, aber die Bleistift-Striche an den Seiten sind noch zu erkennen:

„Sehr viele Leute, die ich kenne, schienen ihre Uhr als kleinen Götzen zu betrachten, und ich fand das auch immer vernünftig. Wenn man schon in der Sklaverei lebt, ist es gut, sich an die Vorschriften zu halten und den Herrn nicht zu verstimmen.“

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