Offener Brief an das Frankfurter Verkehrsdezernat

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 1.10.2020 hat die Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit einem Antrag zugestimmt, der verhindern soll, dass bei zukünftigen Sperrungen des Berkersheimer Bahnhofs während des S6-Ausbaus die Fahrgäste aus Harheim vom ÖPNV abgeschnitten sind: https://www.stvv.frankfurt.de/download/NR_1232_2020.pdf
In dem Antrag heißt es:

„Für die Fahrgäste aus Harheim, die aufgrund der geografischen Lage die Hauptnutzer des Bahnhofs Berkersheim sind, ist der Schienenersatzverkehr unzumutbar. Denn um ihn zu erreichen, muss der Fahrgast vom Bahnhof Berkersheim einen Fußmarsch von einem knappen Kilometer Fußweges den Berg hinauf hinter sich bringen. Da die Buslinie 25, die den Bahnhof Berkersheim aus Harheim anfährt, den größten Teil des Tages nur alle 30 Minuten fährt und am Wochenende ungünstig getaktet ist, gehen viele Fahrgäste zu Fuß zum Bahnhof Berkersheim, haben also schon einen (teils steilen) Fußweg von 1,5 bis 2 Kilometer hinter sich, wenn sie am Bahnhof ankommen. Ein SEV, der von dort nochmals einen Kilometer entfernt ist, ist deshalb unzumutbar und für ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen nicht zu erreichen.

Die Stadtverordnetenversammlung möge daher beschließen:

Bei allen zukünftigen Sperrungen des Bahnhofs Berkersheim wird die Buslinie 25 verlängert und die Ersatzhaltestelle Kalter Berg anfahren, um den Fahrgästen aus Harheim die Nutzung des ÖPNV zu ermöglichen.“

Laut RMV-Fahrgastinformation fährt der Bus 25 beim SEV, der ab 19.7.2021 beginnt, aber wieder nur bis zum Bahnhof Berkersheim. Wo die Fahrgäste in den SEV umsteigen sollen, ist nicht erkennbar (letztes Jahr strandeten am Bahnhof Berkersheim Menschen, weil vergessen worden war, den 1 km entfernten SEV auszuschildern).

Bitte erklären Sie die Missachtung dieses Stadtverordnetenbeschlusses und verbessern Sie umgehend die Situation für die Fahrgäste aus Harheim während des SEV.

Danke und freundliche Grüße

Ein Gedanke zu “Offener Brief an das Frankfurter Verkehrsdezernat

  1. freiedenkerin 21. Juni 2021 / 13:41

    Jede/r Stadtplaner:In, jede/r Architekt:In, jede/r Ingeneur:In sollte sich zum Abschluss seines Studiums eine Woche lang im Rollstuhl ohne helfende Begleitung, oder aber mit Gewichten an den Beinen und einen Rollator nutzend durch die Stadt bewegen und ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel nutzen müssen. Das würde sehr, sehr Vielen die Augen öffnen!

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