Krisenzeiten 9: Gehen

Vor drei Monaten habe ich meinen letzten Beitrag geschrieben, der von der Corona-Krise inspiriert war, was nicht heißt, dass für mich das Thema nicht ständig „virulent“ wäre. Wie auch, die Infektionszahlen steigen und die Fluchtwege (Kleingarten, Radausflüge) werden ungemütlich.

Ich gehe. Ich gehe und sinniere. Ich gehe, sinniere und plane.

Außer an meinem Oldie-Mittwoch, an dem ich in den vergangenen Monaten Erzähl-Spaziergänge durch die Frankfurter Parks angeboten habe, fahre ich möglichst nicht mehr in die Stadt. Mein Dorf am Rand von Frankfurt ist eine Insel, umgeben von Bach, Fluss und Feldern. Hier gehe ich die Windrichtungen ab, Ziel ist zum Beispiel ein zwei Kilometer entfernter Hofladen mit Cafe, der zu einem Aussiedlerhof gehört und über eine große Terrasse verfügt. Aber bei Wind und Regen über die ungeschützten Felder dorthin zu gehen, macht wenig Spaß.

Wie wertvoll mir der öffentliche Raum ist – einfach nur unter Menschen sein, den Blick nicht nach innen richten, wie beim Sinnieren, sondern Leute beobachten und eine von vielen sein. Erstaunlich, wie gut mir das tut und dass dies nicht allen fehlt.

Keine Buchmesse. Kein Wellness-Kurztrip mit der Tochter. Kein Museum. Kein Theater. Keine Tragödie, nein.

In den kommenden kalten Monaten bleibt mein Radius begrenzt auf ergehbare Ziele oder solche, die in nur wenigen Minuten mit dem ÖPNV erreichbar sind. Ich werde mir das Vergnügen, essen zu gehen, nicht mehr abends sondern mittags gönnen, weil da in den Lokalen weniger los ist. Und ich sammele weitere Ideen, wie diese Zeit gut zu überstehen ist.

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