Kein Mensch braucht schlecht gelaunte Twitterer

Der Nachteil der sozialen Netzwerke ist, dass man ganz ungeplant Stunden damit zubringt, auf Tweets schlecht gelaunter Leute zu reagieren, die sich abstruse Nicknames geben und nur 4 Follower haben.

Kann man kommunizieren, ohne ein Bild vom Gegenüber zu haben? Journalisten, Politiker und PR-Leute twittern ja meistens mit Profilfoto, bei vielen anderen muss man raten, ob es sich um Mann oder Frau, junge oder alte Menschen handelt.

Ich erinnere mich, vor vielen Jahren einen jungen Mann im Bus getroffen zu haben, mit dem ich im regen Twitteraustausch über die ÖPNV-Situation in Harheim stand – plötzlich saßen wir uns real gegenüber und sagten kein Wort. Peinlich. Und einmal schrieb mich ein anderer Blogger an, ob wir uns auf der Buchmesse auf einen Kaffee treffen wollen. Ich wollte das nicht, meine digitale und reale Welt mochte ich früher gern getrennt. Inzwischen sehe ich das lockerer und bin schon Einigen aus meinem Twitter-Netzwerk in Frankfurt begegnet.

Ich mag aber einen gewissen Hygienestandard in meiner Timeline. Wer mich mehrmals unangemessen anschreibt, dem entfolge ich, wer sehr nervt, wird geblockt.

Dieses Blog ist öffentlich, wer mein Zeug lesen will, darf das tun. Allerdings habe ich in diesem Jahr nicht viel Zeit ins private Bloggen investiert. Gerade in der Corona-Zeit war ich als Online-Redakteurin gut beschäftigt und hatte wenig Drive, noch meine persönliche Weltsicht zu beschreiben.

In den letzten Tagen wurde dieses Blog stark gelesen und dann in einem Twitteraustausch mit einem Stadtverordneten der „PARTEI“ kommentiert. Ich habe beide Herren wegen der genannten Hygiene jetzt stummgeschaltet. Erinnert hat mich die Diskussion aber daran, was ich damals an den Piraten mochte: Jede BürgerIn konnte sich einbringen, Ideen schicken und online an den Fraktionssitzungen teilnehmen. Das war nicht anrüchig, das war Transparenz.

Ich nehme den Vorfall zum Anlass, wieder öfter zu bloggen. Das Thema der nächsten Monate wird natürlich auch der Kommunalwahlkampf in Frankfurt sein. Ach, und um die Frage zu beantworten: Ich stelle mir den schlechtgelaunten Twitterer als älteren weißen Mann vor.

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