Buchmesse 2019

Aktuell beschäftigt mich sehr, wie leichtfertig manche Menschen und politische Bewegungen unsere Demokratie in Verruf bringen – nicht nur von Rechten wird sie derzeit angegriffen, auch die Phantasie der Klimaaktivisten, man müsse die Demokratie außer Kraft setzen, um schneller notwendige Maßnahmen zum Klimaschutz umsetzen zu können, entsetzt mich.

Gestern habe ich die Buchvorstellung „Energiewende einfach durchsetzen“ beim Vorwärts Verlag besucht. In 10 Jahren, meinte der Autor des Buches, Axel Berg, ließe sich die Energiewende schaffen. Aber „einfach Durchsetzen“ funktioniert nun mal nicht in der Demokratie, darauf hat ihn sein Gesprächspartnern Matthias Miersch hingewiesen, der wenig optimistisch erschien, dass die Gesellschaft, die vor uns liegende Transformation bewältigen kann.

Um zu verstehen, wie es zum Ansehensverlust der Demokratie in Deutschland kommen konnte, und vor allem, warum im Osten so viele Menschen AFD wählen, müssen wir uns mit der Wiedervereinigung oder wie der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk sagt, der „Übernahme“, beschäftigen. Ich empfehle Euch dieses Video, das eine Veranstaltung auf dem Blauen Sofa mit den Autoren Steffen Mau, Kristina Spohr, Katja Oskamp und Ilko-Sascha Kowalczuk zum Thema 30 Jahre Mauerfall zeigt: KLick zum ZDF

Heute früh habe ich Richard David Precht im Lesezelt gelauscht, der über sein neues Buch „Sei du selbst: Geschichte der Philosophie 3“ gesprochen hat, lobenswerterweise sah das Format des Veranstalters, das Magazin Galore, vor, dass die ZuhörerInnen im Anschluss Fragen stellen konnten. Precht hat wohl ebenso viele Fans wie Gegner, wobei ich letztere nicht verstehe. Man wird durch die Lektüre seiner Bücher auf jeden Fall klüger, er schreibt so, dass ihn auch Menschen ohne akademische Bildung verstehen können und er ist ein Antikapitalist. Also alles richtig gemacht!

Die Spiegel-Bühne hatte heute die wunderbare Doris Dörrie zu Gast, die ihre LeserInnen mit „Leben, schreiben, atmen“ zum selber Schreiben animieren will („Schreiben heißt zu feiern, dass wir am Leben sind“).

Und natürlich habe ich mir nicht die Gelegenheit entgehen lassen, Jakob Augstein zu sehen, der schwierigen Fragen des Spiegel-Redakteurs Dirk Kurbjuweit gern mit Gegenfragen auswich. Rechts und links von mir saßen auf den kleinen Hockern einige verliebt blickende Damen, aber wer wäre ich, mich darüber lustig zu machen…

Jakob Augstein im Gespräch mit Dirk Kurbjuweit (links)

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