ÖPNV in Frankfurt: Da gibt es nichts zu feiern!

Der ÖPNV in Frankfurt ist gut – wenn man Innenstadt nah wohnt und im Notfall seine Strecke auch gehen kann. Für viele Menschen in den Stadtteilen gibt es leider keinen Grund, den öffentlichen Nahverkehr zu feiern, wie es die Politik anlässlich des auf einigen Strecken ausgeweiteten Nachtverkehrs aktuell tut. Im Norden der Stadt fahren die Busse zu S- und U-Bahn nur alle halbe Stunde außerhalb der werktäglichen Pendlerstunden. Zudem wurden die Buslinien vor Jahren an einen privaten Busbetreiber (Transdev) vergeben, der immer wieder Anlass zu Beschwerden gibt; im Sommer funktioniert häufig die Klimaanlage nicht, verzweifelte Busfahrer absolvieren ihre Schicht bei 34, 35 Grad, die Türen im Bus sind oft defekt, etc.

Ich habe darüber schon mehrfach geschrieben, viele Mails an RMV, VGF und Traffiq geschrieben, (die sich im Regelfall für nicht zuständig erklären) und auch die Presse und das lokale Fernsehen (KLick) haben sich dem Thema angenommen. Leider ohne langfristigen Erfolg.

Statt aus den Beschwerden der Fahrgäste aber zu schließen, dass es ein Fehler ist, Verkehrsdienstleistungen auszuschreiben und den Auftrag an den billigsten Anbieter zu vergeben, hatte Frankfurt auch noch das Betreiben der Fahrkartenautomaten europaweit ausgeschrieben und wer hat das Rennen gemacht? Richtig: Transdev!

Seit dem ist das Chaos groß im Rhein-Main-Gebiet, es kommt immer wieder zu Störungen bei den 638 neu aufgestellten Automaten. Die erste Meldung über die Probleme kam bereits im Februar, als der neue Dienstleister mit der Umstellung begann, bis heute sind die Probleme nicht gelöst. (siehe FNP)

Die entgangenen Einnahmen will der RMV dem Dienstleister Transdev in Rechnung stellen. RMV müsste also ein Interesse haben zu erfahren, welche der Automaten wann defekt sind, dachte ich mir und fotografierte heute den defekten Automaten an meiner S-Bahn-Haltestelle. Auch um möglichen Kontrolleuren zu beweisen, dass ich nicht absichtlich schwarz fahre.

Als Antwort auf meinen Tweet an die @vgf_ffm bekam ich diese Nachricht:

Hallo, wie Sie dem Hinweis auf dem Automaten entnehmen können, handelt es sich um einen Automaten der Firma Transdev. Diese betreibt auch die Linie 25 – wir sind daher leider nicht der richtige Ansprechpartner für das Problem. *sr

So ist das in Frankfurt. Der Fahrgast soll sich gefälligst informieren, welcher Dienstleister im von ihm finanzierten ÖPNV jeweils zuständig ist, er sollte die jeweiligen Kontaktdaten immer bei sich tragen und er hat ja in der Bahn genug Zeit für die Warteschleife. Denn so ist das mit dem Frankfurter ÖPNV: Fahrgastfreundlich können andere.

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8 Gedanken zu “ÖPNV in Frankfurt: Da gibt es nichts zu feiern!

  1. freiedenkerin 26. Juni 2018 / 21:15

    Die Münchner BusfahrerInnen sind inzwischen teilweise nicht mehr Angestellte des MVG, sondern Leiharbeiter eines großen süddeutschen Omnisbusunternehmens. Viele dieser Chauffeure sprechen nur sehr schlecht deutsch, und können keinerlei Auskünfte bezüglich Anschlüsse etc. erteilen. Und – was mir immer öfter negativ auffällt – viele dieser BusfahrerInnen sind nicht dazu in der Lage, das Gefährt abzusenken, wenn Schwerbehinderte oder alte Menschen einsteigen – was eigentlich durch einen simplen Knopfdruck völlig problemlos zu bewerkstelligen wäre.

    • Carmen 26. Juni 2018 / 21:18

      Irgendwie müssen „Leuchttürme“ wie die rekonstruierte Frankfurter Altstadt ja finanziert werden.

      • Andreas 28. Juni 2018 / 08:43

        „Neue Altstadt“
        so war die Überschrift im „Tagesspiegel“.
        Der Tagesspiegel, das ist die Berliner Möchtegern-Kultur-Elite …
        ich persönlich würde ja sagen, um mal „Freiedenkerin“ zu würdigen:
        „All diese Chauffeure sprechen besser deutsch, als …“

  2. Fluschwusch 28. Juni 2018 / 18:20

    soweit ich weiß ist nach dem hessischen kommunalgesetz die stadt gezwungen, aufträge öffentlich auszuschreiben und den billigsten zu nehmen. regionalförderung o.ä. muss völlig außer acht gelassen werden, es ist zwingend der billigste anbieter zu beauftragen.

  3. Carmen 9. Juli 2018 / 12:06

    Und weil sich kein Frankfurter Verkehrspolitiker für den Norden interessiert und die zuständige Traffiq keine Anpassung der Buszeiten vorgenommen hat, fahren die Busse, die die Fahrgäste vom S6-Bahnhof Berkersheim nach Harheim und Nieder-Erlenbach bringen sollen, leer durch die Gegend, denn die Züge vom HBF haben zur Zeit immer 5-8 Minuten Verspätung. Konsequenz für die Fahrgäste: 2, 3 Kilometer laufen oder 25 bis 30 Minten am Feldrand warten.

    Danke für nichts, #RMV #TRAFFIQ #Klaus_Oesterling (Verkehrsdezernent)

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