Buchmesse 2017: Im eigenen Saft

Bei den aufregenden Events der letzten Tage war ich nicht dabei. Zum Beispiel heute Abend beim Konzert von Udo Lindenberg.

(Danke fürs Foto an ML)

Oder gestern, als Martin Schulz beim Vorwärts Verlag über das Buch von Nils Minkmar (Das geheime Frankreich) sprach. Draußen vor der Halle 3 hörte ich ihn, umgeben von Kameraleuten und Journalisten, über den deutschen Außenminister schimpfen (wer ist das noch mal?). Zu Rafik Schamis Lesung bei der ZEIT war kein Durchkommen und Didier Eribon auf dem Blaue Sofa habe ich auch verpasst.

Ich habe mich überwiegend im Lesezelt, im ARD-Forum und beim Vorwärts-Verlag aufgehalten, denn alle drei bieten gute Sitzplätze bzw. Barhocker für Kniegeschädigte.

Sehr beeindruckt hat mich Amelie Nothomb. Sie sah zauberhaft (hexenhaft?) aus und erzählte, dass sie seit ihrem dritten Lebensjahr unter Schlaflosigkeit leidet und dadurch zum Geschichten erzählen kam. 90 Bücher hat sie geschrieben, von denen knapp ein Drittel veröffentlicht wurde. Auf der Buchmesse hat sie ihr neues Buch „Töte mich“ vorgestellt.

Unbedingt lesen sollten wir das Buch „Die Mythen der Rechten“, das heute mittag u.a. vom FR-Journalisten Danijel Majic im Lesezelt vorgestellt wurde. Nur wer die Fakten hinter den Narrativen der Rechten kennt, kann sinnvoll argumentieren. Als die Sprache auf die von Rechten behaupteten „Vergewaltigungsepedemien“ kam, hätte ich mich gern eingeschaltet und Boris Palmer zitiert, der am Mittwoch im FAZ-Gespräch mit Rainer Hank sagte: „Inzwischen sind bei 50 Prozent aller Vergewaltigungen in Tübingen Flüchtlinge die Täter“.

FR-Chefredakteurin Bascha Mika kritisierte die Grünen dafür, dass sie sich mit der Bedeutung des Begriffs Heimat beschäftigen wollen und unterstellte ihnen, sich von der AFD beeinflussen zu lassen. Dass es in diesem Land Menschen gibt, die unter 50 Jahre alt sind und ganz andere Bilder mit dem Begriff Heimat verbinden als wir „Oldies“, kommt Bascha Mika gar nicht in den Sinn.

Dass erstmals ein rechter Verlag auf der Buchmesse ausstellte, war ja im Vorfeld ein großes Thema. Ich habe länger in Halle 3.1 nach dem Verlag gesucht und schließlich eine Mitarbeiterin am Stand von chrismon gefragt, diese war aber erfrischend unwissend: „Was, Rechte? Davon weiß ich zum Glück nichts!“

2 Gedanken zu “Buchmesse 2017: Im eigenen Saft

  1. Feldmaus2 20. Oktober 2017 / 09:42

    OK, Sie und die Chrismon-Tante haben nichts gemerkt, andere aber schon. Die rechten Verlage haben auf der Buchmesse mehr Aufmerksamkeit bekommen als der Rest der Buchmesse zusammen. Sehr hilfreich waren dabei der Börsenverein mit seinen dämlichen Einlassungen und Aktionen und ein Frankfurter „Satiriker“. Kostenlose Publicity vom Feinsten!

  2. Carmen 20. Oktober 2017 / 09:59

    Ich merke vor allem, dass Sie nicht richtig lesen können.

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