Osterpost

Der Schweinezüchter in meinem Dorf fährt neben einem Porsche Cayenne noch zwei weitere Fahrzeuge des gleichen Herstellers. Zweifellos sind die Menschen hier passionierte Fleischesser und schauen nicht aufs Geld, so dass in meinem kleinen Stadtteil noch eine weitere Metzgerei ein gutes Einkommen hat.

Der Schweinezüchter mit dem teuren Fuhrpark fährt zweimal wöchentlich in die Stadt und grillt auf dem Markt seine Riesensteaks. Die Städter, vor allem die männlichen, lieben das. Rund um mein Dorf sind Felder, der Flusslauf ist renaturiert und wir haben ein kleines Naturschutzgebiet. Leider stinkt es hier sehr oft.

Ich bin noch nicht dahinter gekommen, ob die für den Gestank verantwortliche Gülle von den Tieren des o.g. Schweinezüchters kommt. Auf den Feldern, die im Frankfurter Grüngürtel liegen, darf keine Gülle verteilt werden. Vermutlich wird aber dieses Verbot hier nicht sonderlich ernst genommen. Sollte ich diesem Verdacht jemals nachgehen, dürfte für mich allerdings der Spaß vorbei sein. Ich rechne mit Lynchjustiz. (Warum Gülle verboten werden muss: KLICK)

Na ja, auch eine Form von selbstbestimmtem Lebensende. In der FAZ war am Wochenende ein Artikel über eine alte Frau, der mit Mitte siebzig eröffnet wurde, dass ihr Sehnerv abstirbt. Jahrelang dachte sie an Suizid, tat es aber nicht, da sie einen Sohn hat und ihm ihren Selbstmord nicht zumuten wollte. Heute ist sie 92 Jahre alt, fast blind und alles, wovor sie sich fürchtete, ist eingetroffen. Das macht es jetzt leichter.

Ich sehe auch immer schlechter. Wahrscheinlich hänge ich einfach zuviel vor dem Laptop. Kürzlich habe ich diese Seite gefunden, mit deren Hilfe ich die Kontraste auf meinem Rechner verbessern konnte, genial: „Sozialnetz Hessen„.

In letzter Zeit gibt es auch mehr Pick ups in der Nachbarschaft. Ich schimpfe dann immer laut vor mich hin, denn natürlich stehen die halb auf dem Gehweg oder an der Bushaltestelle. Niemals sitzt hinter dem Lenkrad eines SUVs oder Pick ups ein sensibler und intelligenter Mensch, davon bin ich überzeugt.

Ebenso wie davon, dass ein reicher Mensch kein guter Mensch sein kann. Wie Jesus schon sagte – schließlich ist Ostern – : „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“

Reichtum geht nur durch Ausbeutung, punkt. Auch wer seinen Reichtum geerbt hat, ist schuldig. Spenden wäre eine Möglichkeit, Tom Königs hat es vorgemacht.

So, jetzt komme ich endlich zum Wesentlichen. Ist unsere neue Katze nicht bezaubernd?

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7 Gedanken zu “Osterpost

  1. freiedenkerin 17. April 2017 / 12:55

    So, so, der Herr Schweinezüchter fährt also insgesamt drei Nobelhobel der Marke P.orsche… Ein Bekannter, der im Haus einen kleinen Obst- und Gemüseladen betreibt, ist seit sehr langen Jahren schon der Meinung, dass niemand so gekonnt und ausführlich jammern kann wie ein Landwirt. Allerdings hätte er in den fast vierzig Jahren, während er seinen Laden betreibt, und sehr oft im Umland bei Bauern und Züchtern unterwegs ist, noch nie erlebt, dass so jemand tatsächlich Pleite gegangen wäre…
    So lange eine Mehrheit der Deutschen immer noch der Meinung ist, dass billiges Schweinefleisch unverzichtbar für eine gute Ernährung sei, wird sich am Reichtum der „Schweine- und Geflügelbarone“ auch nichts ändern. Nicht einmal heftige Lebensmittelskandale und bedenkliche Untersuchungen und Analysen konnten bislang an der Geiz-ist-geil- und Fleisch-muss-sein-Denke etwas ausrichten…
    Katzen sind schlicht und ergreifend wunderschöne, herrliche, zauberhafte Wesen. ♥
    Ich wünsche viel Freude mit dem neuen Stubentiger.

  2. tikerscherk 21. April 2017 / 12:04

    Ich könnte und wollte unbedingt ganz viel zu Deinem Text sagen. Von der Gülle bis zum Reichtum. Ich kürze es einfach ab und sage: große Zustimmung.
    Aber vor allem: wo habt Ihr denn diese zauberhafte Katze her!! Und so entspannt ist sie schon!

    Glückwunsch und knuddel!

    • Carmen 21. April 2017 / 12:12

      Olivia haben wir aus dem Tierheim, wo sie ziemlich lange war. Sie ist sehr schreckhaft, dann wieder total verschmust.
      Aber früher oder später wird sie uns auf dem Kopf rumtanzen, wie jede Katze 😉

      • tikerscherk 21. April 2017 / 12:14

        Olivia! Ich freu mich für Euch und für Olivia erst recht.

  3. Horsti 24. April 2017 / 08:46

    Sie haben völlig Recht. Es ist eine Sauerei, daß sich hart arbeitende Menschen ein schönes Auto leisten können. Damit muß Schluß sein!

    Wir müssen alle daran arbeiten. Ich sehe zwei Möglichkeiten:

    a) Wir brauchen den Sozialismus. In Venezuela, Kuba oder Nordkorea fährt keiner einen Porsche. Dort herrscht Gerechtigkeit.

    b) Wir müssen Frau Merkel und ihre Helfer*Innen weiter dabei unterstützen, Deutschland zu einem muslimischen Staat zu machen. Gut, ja, ich gebe es zu, die Scharia hat auch Nachteile. Aber die muß man in Kauf nehmen, wenn man ein größeres Ziel vor Augen hat. Denn in Saudi-Arabien fährt kein Schweinezüchter einen Cayenne. Das kann ich Ihnen garantieren!

    • Carmen 24. April 2017 / 09:00

      Danke für den aufschlussreichen Kommentar. Dass Sie doch wieder hier auftauchen, überrascht mich. Hatten Sie nicht verkündet, dieses Blog nicht mehr lesen zu wollen #Gartenzwerg, #Rindsworscht, #Megaexperte und wie Ihre Pseudonyme alle hießen?

      Wenn ich Sie mit meinem Blog in Schwung bringe und Ihnen damit die Kreislauftabletten erspare, soll’s mir recht sein.

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