Mehr Parkplätze für Frankfurter Eigenheimbesitzer

fordert die CDU in Harheim. In meinem beschaulichen Stadtteil entsteht aktuell ein neues Wohngebiet. Es liegt mit Blick zur Nidda auf einem ehemaligen Gewerbegelände und ist – ohne allzu lokalpatriotisch klingen zu wollen – eine der schönsten Wohnlagen Frankfurts. Die Reihenhäuser, die hier neu entstehen, kosten ca. 500.000 Euro.

Es ist bekannt, dass in Frankfurt bezahlbarer Wohnraum fehlt, dass die bebaubare Fläche begrenzt ist und dass Frankfurt aufgrund der hohen Pendlerrate unter Luftverschmutzung leidet. Was läge also näher, als bei Neubaugebieten auf ein nachhaltiges Verkehrsverhalten zu achten, indem die Parkflächen für den Individualverkehr begrenzt werden und der öffentliche Nahverkehr attraktiver gemacht wird? Stattdessen fordert die CDU im Stadtteil bei der morgigen Ortsbeiratssitzung in Harheim die vorgesehenen Parkplätze pro Wohnung von bisher 1,5 auf 2 Parkplätze zu erhöhen.

Im Koalitionsvertrag von CDU, GRÜNE und SPD, die in Frankfurt die Stadtregierung bilden, ist zum Thema Parkplätze nichts geregelt, sondern lediglich beim Thema Flächennutzung festgehalten:

„Unser wachsendes Frankfurt erfordert eine soziale und ökologisch verantwortete Stadtentwicklung, die das Wachstum nachhaltig gestaltet.“

Nachhaltig würde heißen: Die Busse fahren auch am Rand der Stadt tagsüber viertelstündlich und nicht wie bisher nur zweimal die Stunde, dann würden Familien auch ohne Auto bzw. mit einem Wagen auskommen. Der Ausbau des umweltfreundlichen ÖPNV wäre für die Stadt mittelfristig wesentlich günstiger als die Verschwendung öffentlicher Flächen als Parkplätze für die meist überdimensionierten Fahrzeuge der von der CDU hier in den Blick genommenen Klientel.

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3 Gedanken zu “Mehr Parkplätze für Frankfurter Eigenheimbesitzer

  1. freiedenkerin 8. Januar 2017 / 20:38

    Ein dem Umweltschutz gegenüber verantwortungsbewusstes Handeln und „Christlich Demokratisch“ – da prallen oft genug unvereinbare Universen aufeinander.

  2. Frank Immel 10. Januar 2017 / 00:58

    Hallo Frau Treulieb,

    die Anzahl der Stellplätze (95 Stellplätze für 89 Wohnungen) liegt bei nur knapp mehr als einem Stellplatz pro Wohnung (nicht bei 1,5). Das lässt sich auch nicht mehr ändern; der Bebauungsplan ist zu diesem Thema schon abgeschlossen. Es stimmt, dass wir im Planungsprozess mehr gefordert haben, denn nach den Erfahrungen mit den bisherigen Neubaugebieten in Harheim wird ein Stellplatz pro Wohnung nicht ausreichen, um die Kfz der Bewohner abzustellen. Daher schlagen wir nun vor, in den bestehenden, um das Gebiet herum führenden Straßen (also auf bereits asphaltierten Flächen) zusätzlichen Parkraum anzubieten.

    Viele Grüße
    Frank Immel

    • Carmen 10. Januar 2017 / 11:03

      Hallo Herr Dr. Immel,

      uns Fußgängern reicht der Platz auf den Gehwegen auch oft nicht. Weil sie zugeparkt sind. In meiner Straße parken Anwohner mit eigenen Doppelgaragen auf den Gehwegen, weil das einfacher ist oder die Garagen mit anderem Zeugs gefüllt sind. Das sind nette Leute mit Kindern, die es aber nicht interessiert, dass andere mit ihrem Kinderwagen auf die Straße ausweichen müssen. Dieses egozentrische Verhalten ist für mich schwer zu begreifen.

      Überall hat das Auto Vorrang, obwohl alle wissen, dass ohne verändertes Verkehrsverhalten unseren Städten die gute Luft ausgeht. Mir ist schon klar, dass mit solchen grundsätzlichen Überlegungen viel schwerer Politik zu machen ist, weil man dann auch mal die Begehr der eigenen Wähler ablehnen muss.

      Das neue Wohngebiet liegt ja auch nur fünf Minuten von der Bushaltestelle entfernt. Wenn man also endlich die traffiq davon überzeugen könnte, dass die Busse öfter fahren müssen, würden hoffentlich viele der neuen Anwohner auf einen Zweitwagen verzichten (oder wie meine Familie ganz autofrei leben).

      Beste Grüße, Carmen Treulieb

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