Lebenszeichen

Wie dem einen oder der anderen vielleicht aufgefallen ist, bewegt sich mein Mitteilungsdrang via Blog in den letzten Monaten auf sehr niedrigem Niveau. In den vergangenen sieben Jahren habe ich so viele Nachmittage und Abende mit Schreiben verbracht – vielleicht ist jetzt einfach die Luft raus.

„Wer will das denn wissen?“, provozierte mich früher einer meiner Brüder, wenn ich zu einer ausführlichen und m.E. gut strukturierten Meinungsäußerung ansetzte. Jetzt frage ich mich das immer öfter selbst. Schreiben ist meistens wie Steine kloppen, Bloggen also Arbeit – ein Tag im Garten zwar auch, aber am Ende des Tages kann ich davon ein Abendessen kochen:  bio, vegan (wenn´s sein muss) und ohne Kosten für mich und die Umwelt.

Späte Ernte im September
Späte Ernte im September

Beschäftigt habe ich mich zwischendrin mit der Herkunft meines Familiennamens. Das war sehr interessant. Angeblich wurde mein Nachname ebenso wie die Namen Christfreund, Christhold, Christtreu, Engelhard, Gottfried, Gotthilf, Gottlieb, Palm sowie Michaelis und Thomas zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert bei der Taufe an zum Protestantismus bekehrte Juden vergeben. (Schwabach Forum – Jüdische Familienforschung in Franken). Mein väterlicher Zweig lebte allerdings, soweit meine Familie zurück denken kann, in Frankfurt-Seckbach. Vereins-Fotos vom Beginn des vergangenen Jahrhunderts zeigen, dass alle männlichen Familienmitglieder im hiesigen Radsport-Verein aktiv waren.

Ein Bild von Helmut Koppe hat dazu geführt, dass ich mir auch über meine Herkunft mütterlicherseits Gedanken gemacht habe. Bei einem Besuch in unserem Garten brachte Helmut die Kopie eines Zeitungsartikels aus der Frankfurter Rundschau vom 29.1.2014 mit. Darauf abgebildet die Großmutter meiner Mutter, Helene Grotefendt, genannt „Hannover-Lene“, weil sie ursprünglich von Hannover in die Wetterau kam.
Inzwischen hängt das Original über meinem Esstisch, und je öfter ich es ansehe, um so sicherer bin ich, dass der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder und die Hannover-Lene verwandt sein müssen:

Die "Hannover-Lene" von Helmut Koppe
Die „Hannover-Lene“ von Helmut Koppe

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Demnächst vielleicht wieder mehr von mir; die Frankfurter Buchmesse steht an.

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4 Gedanken zu “Lebenszeichen

  1. tikerscherk 27. September 2016 / 19:14

    Ich freu mich immer, wenn ich was von Dir lese. Andererseits freuts mich auch, wenn Dir das nichtvirtuelle Leben so gut tut, dass für´s Bloggen keine Zeit bleibt.
    Familienforschung finde ich ein sehr interessantes Thema und übrigens stamme auch ich aus Seckbach und mein Vater lebt heute noch dort.
    Schöne Grüße aus Kreuzberg

    • Carmen 27. September 2016 / 19:43

      Nicht zu fassen, die Welt ist so klein. Meine Oma sagte immer, „in Seckbach wohnt in jedem dritte Haus en Schleechte“, was sich auf den angeblichen Unwillen der Seckbächer bezog, Beziehungen außerhalb der Verwandtschaft aufzunehmen.
      Der Ausspruch war natürlich der Arroganz der Berger Hangbewohner geschuldet 🙂

      • tikerscherk 27. September 2016 / 20:02

        Das ist der Narzissmus der kleinen Unterschiede. So, wie die Frankfurter die Offenbacher immerzu dissen (und sie insgeheim doch irgendwie mögen).

  2. freiedenkerin 4. Oktober 2016 / 18:32

    Ich habe mittlerweile auch immer wieder blogfreie Auszeiten. 😉 Und das tut irgendwie richtig gut…
    Mein Vater hat sich mal eine Weile mit der Familienchronik beschäftigt, leider wurde er dann so schwer krank, dass er seine Nachforschungen über den Ursprung unseres Familiennamen einstellen musste.

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