Sighard Neckel zur „Refeudalisierung der Ökonomie“

„Im selben Maße, wie finanzieller Erfolg als solcher sich zu einer Wertkategorie verwandelt, artikuliert sich bei den wirtschaftlichen Führungskräften nicht nur ein Desinteresse, sondern mehr noch eine explizite Ablehnung fundamentaler bürgerlicher Werte, wie sie sich grundlegend im Leistungsprinzip manifestieren. Diese Refeudalisierung im normativen Sinne wird getragen von einer ständisch privilegierten Managerklasse ohne Leistung und ohne Risiko, die faktisch Renten bezieht, deren Ausgestaltung ihr eigenes Vorrecht ist. Einkünfte kommen so nicht als Ergebnisse von Leistungswettbewerben zustande,sondern im Zuge dessen, was die ökonomische Theorie rent seeking behaviour (vgl. Krueger 1974; Etzioni 1985) nennt, was bedeutet, dass erhaltener Wohlstand auf nichts anderem als auf der Ausbeutung der wirtschaftlichen Umwelt und auf der monopolartigen Ausnutzung von Privilegien und Rechtstiteln beruht.“

Sighard Neckel im Hörsaal des Deutschlandradio, nachzuhören hier: https://www.acast.com/hoersaalderpodcast/die-wiederkehr-der-st-ndegesellschaft-von-sighard-neckel-hs-31-07-16-online-

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