Nein zur AFD im Frankfurter Stadtparlament (3)

Demo gegen AfD in Nieder-Erlenbach

Es war für die Demonstranten ein ungewöhnlicher Anfahrtsweg zu einer Demo. Nicht mal kurz in die U-Bahn steigen und los gehts. Nein, denn die AfD hatte ihren Veranstaltungsort vom Gallus nach Nieder-Erlenbach ins nördlichste Dorf Frankfurts verlegt, um eine Veranstaltung mit dem Chef der AfD NRW Martin Renner durchzuführen – in der Hoffnung, den Demonstranten zu entgehen. Und einfach war der Weg nicht: Wer nach der S-Bahnfahrt nach Berkersheim und mit dem Minibus über Harheim schließlich in Nieder-Erlenbach ankam, strandete am Rande des Stadtteils, weil eine Riesenbaustelle die Fahrt zum Dorfkern verhinderte.

Dennoch waren es cira 150 Leute, die mit Transparenten und Konfetti am von Polizisten abgeriegelten Bürgerhaus standen. Neben vielen sehr jungen Menschen aus der Antifa-Szene nahmen vor allem viele Grüne aus Nieder-Erlenbach, aber auch die Frankfurter Spitzenkandidaten der Grünen Manuel Stock und Ursula auf der Heide an der Demo teil.

Die Polizei „fuhr“ eine ganz besondere Strategie: In kurzen Abständen teilte sie mit der Wanne die Demonstranten-Gruppe, drehte um und fuhr die 20 Meter zurück.

Jutta Ditfurth und Annette Ludwig, die kürzlich von den Linken zu Ökolinx wechselte, hatten ein Mikro dabei und verärgerten die anwesenden Nieder-Erlenbacher Bürger mit Titulierungen wie „Spießer“ und „Kleingärtner“. Offenbar war der Kulturschock für diese Spezies, die seit Jahrzehnten an Nordend-Verhältnisse gewöhnt ist, zu heftig. Um uns das nicht länger anzuhören, beschlossen meine Freundin und ich, ins Bürgerhaus zu gehen. Circa 40 bis 50 Leute, davon 75 Prozent ältere Männer wollten sich anhören, was Renner zum Thema „Demokratie in Gefahr“ zu sagen hatte. Renner brauchte allerdings ziemlich lange, um in Fahrt zu kommen, und dort zu landen, wo er die AfD sieht: Als konservative Avantgarde.

Die Wahrheit ist: Es war muffig, das Klima, die Reden, aber auch olfaktorisch. Die AfD, ein kleiner Haufen alter Herren, nur wenige mit Gattin, ein paar Glatzköpfe und ein geradezu Mitleid erregender, nervöser Frankfurter Spitzenkandidat, Rainer Rahn.

Schön war danach die Einkehr in Nieder-Erlenbachs ältester Dorfkneipe „Zur Erholung“, mit 95 Prozent Frauenanteil im Gastraum und 100 beim Wirtspersonal – und alle waren fröhlich.

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12 Gedanken zu “Nein zur AFD im Frankfurter Stadtparlament (3)

  1. alphachamber 2. März 2016 / 10:31

    Oh ja, Frankfurt bleibt nicht nur „bunt“, sondern es wird immer bunter, bis es selbt irrationalen Geistern wie Ihnen zu bunt wird.
    Dennoch: gut, dass das „braune Blut“ der Deutschen auf Dauer verdünnt wird. Mit dem jahrzehntelangen Rechtsradikalismus, freuen wir uns mit Ihnen auf die islamische Variante des Faschismus. Möge Allah die Hände abbeißen derer, die ihn füttern.

  2. gehtgarnich 3. März 2016 / 02:42

    Es war nervig, wie Jutta Ditfurth und ihre Entourage die Deutungshoheit über den Protest an sich gerissen und sich mittels Lautsprecher zum Sprachrohr der Demonstranten aufgeschwungen haben. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis vor allem die „einheimischen“ Protestierenden die Nase voll davon hatten.
    Ja, die Polizei. Bevor sie die schikanöse Idee hatte, die Menschenmenge mit ihren Durchfahrten im Minutentakt an die Seite treten zu lassen, hatte sie die Demonstranten erfolglos aufgefordert, brav auf den Bürgersteigen stehen zu bleiben. Deeskalation sieht anders aus. Aber die stattliche Hundestaffel stand ja bereit.
    Der Kommunikationsprofi Renner dagegen bot wenig Angriffsfläche und langweilte mit politikwissenschaftlichem Geschwurbel. Die „Verwüstungen der Demokratie“ beschwor er ein ums andere Mal. Das andauernde eifrige Nicken der toupierten Dame vor mir war gruselig, die Stimmung im Saal beklemmend. Der Frankfurter Spitzenkandidat war nämlich spitzenmäßig besorgt, dass alles reibungslos läuft und patroullierte auf und ab.

  3. Ralf Ressel 3. März 2016 / 18:11

    Was war denn beklemmend? Langweilig wars, zugegeben. Aber was würdet Ihr denn den beiden Frauen im Publikum antworten, die berechtigterweise fragen, warum die „Linke“, die doch in der Geschichte auch führend beim Kampf für die Frauenrechte war, seit einigen Jahren in der „Avantgarde“ der Zuwanderungsbefürworter und der Verharmloser des religiös-reaktionären „roll back“ steht?

    • Carmen 3. März 2016 / 18:35

      Führend beim Kampf für die Frauenrechte war nicht die „Linke“, sondern Feministinnen. Die (neuere) Frauenbewegung begann 1968 bekanntlich mit einem Tomatenwurf – und zwar nicht auf einen Konservativen, sondern auf einen Kerl vom SDS.

      Einen Rollback in die 50er würde uns die AfD bescheren: Petry will Volksentscheid über Abtreibung

      • Kartoffel 4. März 2016 / 10:10

        Sie machen Stress wegen der AfD? Absurd. Wenn die Straßen in Deutschland von Leuten beherrscht werden, die einer archaischen Eroberungsreligion anhängen, denen Frauen als Eigentum gelten und die sich an keine Gesetze sondern an „Traditionen“ halten, werden Sie Ihrer Tochter erzählen können, wie es einmal war in unserem Land. Denn dann sitzen Sie schön zuhause und verfluchen Ihre eigene Naivität!

        • Carmen 4. März 2016 / 10:21

          Oh my dear: Ich erwarte, dass Sie in Ihre Kommentare etwas mehr Gehirnschmalz investieren. Bitte!

          • alphachamber 4. März 2016 / 10:53

            Sie sind es, der das „Gehirnschmalz“ fehlt. Wo sind denn Ihre Argumente FÜR die Aufnahme Millionen Kulturfremder, außer der altruistischen Leier, dass „wir“ ein reiches Land und dazu moralisch verpflichted seien

          • Kartoffel 4. März 2016 / 11:29

            Ich versuche es ja. Aber dann erklären Sie mir doch mal, wie Sie sich unser Land vorstellen, wenn Sie die AfD zwar verhindert haben, es dafür aber mit der „Migration“ von Millionen von Moslems weiter geht, die noch dazu zum größten Teil junge Männer sind. Junge Männer mit so gut wie keiner Chance auf das Ausleben ihrer Sexualität. Was machen die? Sich ein Bild von Claudia Roth an die Containerwand neben ihrem Bett hängen? Bitte!

  4. Zwergnase 4. März 2016 / 11:36

    Au weia, der Kommentar spricht für grenzenlose Wut und wenig Bereitschaft an einer sachlichen Diskussion. Es nutzt nichts, einfach nur etwas „dahin zu rotzen“ . Ich bring´s mal lieber wieder auf den Ausgangspunkt, die AfD in Frankfurt, zurück:

    Was man so liest und hört, würde eine Rolle rückwärts in die 50er Jahre zum Frauenbild des AfD-Spitzenkandidaten passen.

    Die Nervosität des doppelten Doktors in der Versammlung am 1.3.2016 wird verständlich, wenn man sich seine Pressemitteilung vom 27.2.2016 zur Parlamentarischen Sitzordnung auf der Internetseite der Frankfurter AfD: afd-frankfurt.org anschaut. Dort folgert der doppelte Doktor messerscharf und ätzend, warum er und sein früherer Fraktionskollege, der Graue Panther und Frauenarzt Dr. Römer, in die Nähe der Ökolinx-Spitenkandidatin, Jutta Ditfuth, platziert wurden. Unser Held hatte einfach nur Angst, dass Frau Ditfurth zur gemeinsamen Attacke auf ihn bläst. Wer hätte da nicht Angst gehabt ? Das könnte spannend werden, wenn die beiden wieder dem nächsten Parlament angehören.

    Die FR schreibt in ihrer Ausgabe vom 3.2.2016 unter: „Dumpfe Töne, AfD-Spitzenkandidat Rainer Rahn als ein politischen Chamäleon“ über den AfD-Spitzenkandidaten und beschreibt u.a. den agressiven Ton der täglichen Pressemitteilungen. Hier toben er und seine Mitstreiter sich hemmungslos aus. Sollte man sich mal ansehen.

    • Carmen 4. März 2016 / 12:22

      Ich habe die Presseerklärung von Rahn gelesen, ätzend. Allerdings muss man sich um Frau Ditfurth keine Sorgen machen – mit ihrer Courage kann es Rahn nur schriftlich aufnehmen.

  5. Carmen 4. März 2016 / 11:47

    @kartoffel Männer sind keine Tiere, sie werden Möglichkeiten der Sublimierung finden, hoffe ich. Das Problem der frauenlosen Männer kennen wir ja vor allem aus dem Osten Deutschlands, wo die intelligenten jungen Frauen abwandern und die schlecht ausgebildeten Männer zurückbleiben.

    Religiöse Zugehörigkeit ist im übrigen sicherlich ein nachrangiges Kriterium für die Attraktivität eines Mannes.

    Niemand sagt, das es leicht wird mit der Integration. Auch hier kann ich nur auf den Osten verweisen, wer hätte 1989 gedacht, dass dieser Landesteil mehr als 25 Jahre später noch immer demokratisch derart ungeübt ist: Artikel in der FAZ vom 1.3.2016

    • Ossi 4. März 2016 / 23:15

      Da bin ich ja froh das ich nicht als Deep im Osten geblieben bin.

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