Nein zur AFD im Frankfurter Stadtparlament (2)

„Ich bin entsetzt über seinen Weg in der Politik“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtparlament Frankfurt Klaus Oesterling kürzlich in der Frankfurter Rundschau über Rainer Rahn, den Kandidaten der AfD. Oesterlings Kollege von der CDU, Michael zu Löwenstein, sprach von einem „AfD-Personal jenseits der Seriosität“ und bezog sich darin auf Rahns „irrlichternde politische Karriere“. (Mehr dazu hier)

Aber natürlich wussten einige, welches Kaliber Rainer Rahn ist. Zum Beispiel die Flughafenausbaugegnerin Ursula Fechter, die aktuell für die SPD-Liste auf einem aussichtsreichen Platz kandidiert. Spätestens im Januar 2007 wussten die damaligen Fraktionskollegen, wen sie auf FAG-Ticket in den Römer geholt hatten, als Rahn sich mehr oder weniger selbst zum Fraktionsgeschäftsführer bestellte, und sie akzeptierten die negativen Folgen für Fraktion und Personal in den kommenden Jahren. (Außer Gisela Becker, die 2010 die Fraktion verließ: Klick).

Man ließ ihn gewähren. Sein Verständnis von Kommunalpolitik, das akribische Lesen von parlamentarischen Vorlagen und die Suche nach Kritikpunkten, die er in zahllose Anträge und Anfragen goß, verdeckte nach außen seine Unfähigkeit zu kommunizieren. In den vergangenen Jahren hat Rahn im Namen verschiedener Fraktionen diese „Arbeitsweise“ in geradezu manischem Ausmaß weiter getrieben. Für die Plenarsitzung am 28.1.2016 hat Rahn 54 schriftliche Anfragen eingereicht. „Eine Vielzahl von ihnen betreffen, wie es sich für einen AfD-Mann gehört, natürlich Flüchtlingsfragen. Würde die Verwaltung all diese Anfragen so ausführlich beantworten, wie es eigentlich sonst üblich ist, müsste sie ihr Personal geschätzt um 25 Prozent aufstocken“, schreibt die FAZ am 29.1.2016.

Es ist schade, dass die WählerInnen Rainer Rahn in keiner Podiumsdiskussion erleben können. Er wird nicht eingeladen. Selbst seine eigene Partei wagt nicht, Rahn in eine Gesprächsrunde zu setzen. Warum nicht? Weil dann offenbar würde, was Rahn nicht kann: Seinem Gegenüber in die Augen sehen, lächeln, auf jemanden eingehen, Anerkennung zeigen, einen Fehler eingestehen, spontan reagieren, diskutieren ohne zu verletzen und vieles mehr, was ein soziales Wesen auszeichnet.

Nächsten Mittwoch wird Rainer Rahn im Nordwestzentrum einen Vortrag halten unter dem Titel „Political Correctness – Der unsichtbare Maulkorb“. Vorträge halten, ja das kann Rahn, den Dummbeuteln unten im Publikum die Welt erklären und seinen Hass auf Nichtdeutsche und Frauen – der im Grunde nur seinen Selbsthass maskiert – in sarkastische Formulierungen gießen.

Hört ihm zu, Leute, bleibt nicht vor der Tür und schreit, geht rein, lasst Euch diese Gelegenheit nicht entgehen: Mittwoch, 24.2.2016, 19 Uhr, Saalbau Titusforum, Nordwestzentrum.

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8 Gedanken zu “Nein zur AFD im Frankfurter Stadtparlament (2)

  1. Megaexperte 22. Februar 2016 / 11:44

    Ihre Kritik in allen Ehren, aber das läuft ins Leere, denn Sie verkennen das Motiv, weshalb jemand bei der Kommunalwahl in Frankfurt AfD wählt:

    Merkel.

    Es geht diesen Leuten darum, der durchgeknallten Kanzlerin eine Botschaft zu senden. Deshalb werden viele potenzielle CDU Wähler zu Hause bleiben oder eben AfD wählen. Rahn ist denen völlig egal. Sie wollen die CDU bluten sehen.

    Wer sich für Kommunalpolitik interessiert und im Römer eine Politik rechts von der CDU will, der wählt Hübner, Schenck & Co.

  2. Carmen 22. Februar 2016 / 14:51

    Ja, genau so doof stell ich mir den durchgeknallten AfD-Wähler vor: Nicht wissen wollen und nicht kapieren können, worum es bei der Kommunalwahl geht.

  3. Megaexperte 22. Februar 2016 / 16:53

    So einfach ist es nicht. Viele Wähler der AfD sind hervorragend informiert. Sie wissen, dass jede Stimme für die CDU bei der hessischen Kommunalwahl noch am Wahlabend von Merkel und Bouffier als Bestätigung für Merkels Flüchtlingspolitik missbraucht würde. Und deshalb wählen sie nicht oder die AfD. Es geht nur um Protest gegen Merkel.

    Die Frankfurter CDU wird am 6. März ein Desaster erleiden.

    • Carmen 22. Februar 2016 / 19:21

      Gut möglich aber auch, dass bei der Kommunalwahl Leute die CDU wählen, denen das bisher nicht im Traum eingefallen wäre.

      Fällt Ihnen eigentlich auch was zu Clausnitz und Bautzen und dem rechtsradikalen Pack im Osten ein oder sind Sie um jeden AfD-Unterstützer froh? Das Beste was man mit einem AfD-Plakat machen kann, begegnete mir vor wenigen Tagen in meinem Dorf vor der geplanten Unterkunft für Geflüchtete : https://umamibuecher.files.wordpress.com/2016/02/afd-plakat.jpg

      • Megaexperte 22. Februar 2016 / 23:03

        Ich werde die AfD nicht wählen und ich hoffe, dass es möglichst wenige tun, denn ich möchte nicht, dass Frankfurt Herrn Feldmann und seinen Genossen in die Hände fällt. Zum Personal der AfD in Frankfurt bin ich völlig Ihrer Meinung. Ich habe nur versucht zu erklären, warum ich glaube, dass so viele AfD wählen wollen.

        Ja, ich halte die Flüchtlingspolitik von Merkel für gefährlich. Das tun übrigens auch fast alle meine Bekannten, egal ob sie eher der CDU, den GRÜNEN, FDP oder der SPD zuneigen. Leute, die die Linke wählen, kenne ich nicht (jedenfalls sagt´s mir keiner). Ich schätze aber, dass da auch nicht alle begeistert sind.

        Für´s Protokoll: Straftaten und Hetze lehne ich ab. Und auch wenn ich weiß, dass Sie Blockupy unterstützen (was ihr gutes Recht ist), verlange ich kein Bekenntnis zu den Straftaten vom 18. März von Ihnen, ganz einfach weil ich unterstelle, dass Sie Demokratin und für Gewaltfreiheit sind.

  4. Carmen 25. Februar 2016 / 10:13

    Circa 400 AfD-GegnerInnen skandierten vor dem Titusforum im Nordwestzentrum, als ca 50 AfDler versuchten hineinzugelangen, um Rahns Vortrag zu hören, der sich sicherlich um Gender Mainstreaming und die Krinimalstatistik (seine Lieblingsthemen) drehte. Niemand traute sich, mit mir in den Vortragssaal zu gehen, nicht mal die Leute vom „Die Partei“-Stand konnte ich überreden.

  5. Zwergnase 26. Februar 2016 / 13:06

    Die FAZ berichtet heute, der Polizei ist es gelungen, bei der Demo am 24.2. den Demonstranten eine größere Menge Biokampfstoff abzunehmen. Der AfD-Sprecher, Markus Fuchs, spricht nicht von Demonstranten, sondern einem „wild gewordenen Mob rotlackierter Faschisten“.

    Dieser hatte sich offenbar mit Eiern als Anti-Faschismus-Waffen hochgerüstet.

    Waren die Eier wirklich als Bio-Handgranaten gedacht ? Wir wissen es nicht ! Vielleicht wollten die Demonstranten den Besuchern der Veranstaltung doch nur Eierspeisen als Stärkung anbieten, damit sie die Rede des ehemaligen Zahnarztes besser ertragen können. Wie auch immer, die Polizei konnte tatsächlich 70 frische Eier aus Bodenhaltung sicherstellen und erkennungsdienstlich behandeln.

    Das wirft doch Fragen auf, die der AfD Spitzenkandidat, Dr. Dr. Rainer Rahn, sicher schon voller Vorfeude auf die nächste Stadtverordnetenversammlung, sich selbst auf die Schulter klopfend, in seinen Computer hämmert. So könnte er den neuen Magistrat z.B.fragen:

    Handelte es sich bei den sichergestellten Bio-Kampfstoffen um besonders gefährliche, hart gekochte Eier oder, noch gefährlicherer Eier, bei denen das Haltbarkeitsdatum ( faule Eier ) abgelaufen war ?

    Mal sehen, wer das im neuen Magistrat beantworten darf.

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