Nein zur AFD im Frankfurter Stadtparlament (1)

Am 6. März sind in Hessen Kommunalwahlen. Der Trend zeigt ein unerfreuliches Bild, denn die AFD käme hessenweit auf 12 Prozent. (Link zur Hessenschau).

In Frankfurt kandidieren mehrere Parteien vom rechten Rand, darunter BFF, REP, NPD und AFD. Insgesamt stellen sich 20 Listen zur Wahl, von denen aufgrund des Wahlrechts die meisten wohl auch einen Sitz bekommen werden. Die Zersplitterung im Frankfurter Stadtparlament könnte dazu führen, dass es für eine schwarz-grüne Stadtregierung nicht mehr reicht, dann scheint mir eine Dreier-Koalition mit der SPD noch am wahrscheinlichsten. Mit Rot-rot-grün ist in Frankfurt nicht zu rechnen, obwohl die LINKE mit Martin Kliehm auf dem 2. Listenplatz einen von vielen BürgerInnen und Stadtverordneten geschätzten, fleißigen und kommunikativen Stadtverordneten vorweisen kann.

Wer wahrscheinlich wieder ins Stadtparlament einzieht ist Rainer Rahn. Der ursprünglich von der Flughafenausbaugegnerin Ursula Fechter (die 2016 für die SPD kandidiert und ehrenamtliche Stadträtin werden will) für die FAG in die Kommunalpolitik gebetene Zahnarzt kam und blieb. Nach seinem Versagen als Spitzenkandidat der FAG 2011 wechselte er zur FDP-Fraktion, gründete später die Römer-Fraktion, und trat in die AFD ein. Nachdem seine Fraktionskollegen aus der Presse erfahren mussten, dass Rahn entgegen bisheriger Bekundungen als Spitzenkandidat für die AFD antritt, lösten diese im Dezember 2015 die Fraktion auf. (LINK zur FNP)

Seitdem kann sich Rahn mit voller Kraft dem Wahlkampf für die AFD widmen. Und das tut er auch. Von keiner Fraktion in Schach gehalten, wird sein publizistischer Stil dem des Rechtspopulisten Wolfgang Hübner immer ähnlicher, ohne jedoch über dessen politischen Verstand zu verfügen.

Jeder, der wegen seiner Sorgen um die Belastung der Kommune durch Schutzsuchende damit liebäugelt die AFD zu wählen, sollte sich darüber im Klaren sein, wen er da ins Parlament schickt. Aus Protest autistische, homophobe, unzivilisierte, ausländer- und frauenfeindliche Männer zu wählen, könnte nach hinten los gehen.

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14 Gedanken zu “Nein zur AFD im Frankfurter Stadtparlament (1)

  1. freiedenkerin 27. Januar 2016 / 00:45

    Manchmal überkommt mich schier das kalte Grausen. So auch gestern Nachmittag, als mir ein bräunlich angehauchter Arbeitskollege erklärte, am liebsten wäre ihm der Seehofer als Bundeskanzler, und eine große Koalition der „Christlich“ Sozialen und „Christlich“ Demokratischen Parteien mit der AfD…

  2. Linksgutrechtsdumm 27. Januar 2016 / 15:33

    „Autistische, homophobe, unzivilisierte, ausländer- und frauenfeindliche Männer“, denen hamses jetzt aber mal gegeben, aber so richtig!

    • Carmen 27. Januar 2016 / 15:41

      Heute schon Frankfurter Rundschau und das Interview mit Rahn gelesen oder ist Ihr Leib- und Magenblatt die Frankfurter Neue Presse, wo sich der neue ALFA-Vorsitzende aus Harheim heute in einem halbseitigen Gastbeitrag über die Flüchtlingspolitik ausbreiten durfte?

  3. gehtgarnich 27. Januar 2016 / 19:47

    Das muss man dem Herrn Rahn schon lassen: er schafft es, als AfD-Spitzenkandidat in einem Interview zur Kommunalwahl nichts, aber auch gar nichts von den kommunalpolitischen Vorhaben seiner Partei preiszugeben (FR von heute). Das verwundert nicht, hat er doch an Kommunalpolitik nicht das geringste Interesse und natürlich dazu nichts zu sagen. Aufwandsentschädigung und Aufmerksamkeit sind sein Antrieb.

    Statt dessen präsentiert er mit breiter Brust und enger Stirn seine abscheulichen Vorstellungen von deutscher Ordnung in der Welt. Soll doch jeder bleiben, wo er hingehört – laut Drittstaatenregelung. In überfüllte, unwürdige Lager. Klar doch, ist doch gesetzeskonform. Die ungerechte, den sogenannten Drittländern einst von Deutschland aufgenötigte Drittstaatenregelung ist sein Halt, seine juristische Keule, mit der er auch die zarte Zwischenfrage des Interviewers nach der Humanität niederschmettert: „Das ist nicht die Frage. Wer das nicht human findet, hat ja die Möglichkeit, diese Gesetze zu ändern.“ Igitt, Herr Dr.Dr.

    Mit dieser Kaltherzigkeit empfiehlt er sich übrigens für eine der „Christlichen“ Parteien. Erinnert sich noch wer? Petra Roth, ehemalige Obermeisterin der Frankfurter BürgerInnen, klärte fluglärmgeplagte Frankfurter auf, jeder hätte „das demokratische Recht wegzuziehen“.

    Solche Kommunalpolitiker brauchen wir nicht.

  4. Mausflaus 27. Januar 2016 / 20:13

    du glaubst ja wohl nicht ernsthaft, dass irgendeiner von deinen bloglesern auch nur ansatzweise überlegt, die afd zu wählen?!?

    • Carmen 27. Januar 2016 / 20:15

      Wer weiß, der Feind liest schließlich mit 😉

    • freiedenkerin 30. Januar 2016 / 21:27

      Da hat es mir den Magen umgedreht, als ich das heute gelesen habe. Das Furchtbare an dieser Meldung ist, dass sie dafür auch noch jede Menge Zustimmung von den „Besorgtbürgern“ bekommt!

      • Carmen 30. Januar 2016 / 21:42

        Ich habe auf Twitter gesehen, wie viel Zuspruch Petry vom „Pack“ (Sigmar Gabriel) bekommt.

  5. Zwergnase 3. Februar 2016 / 09:09

    Man stelle sich vor, der doppelte Doktor wäre tatsächlich doppelt und sein eigener politischer Gegner.
    Bei der Morgenlektüre seines Interviews in der FR würden ihm geschätzte 398 Fragen einfallen, mit denen er den Magistrat in der Stadtverordnetenversammlung bombardieren und die Stadtverwaltung von ihrer eigentlichen Arbeit abhalten und ärgern kann. Zwei dieser Fragen könnten lauten:
    Teil der Magistrat die Ansicht des Stadtverordneten Dr. Dr. Rahn, dass die Menschen in der Türkei in Lagern bleiben sollen ?
    oder
    Ist dem Magistrat bekannt, welche Art von Lagern der Stadtverordnete Dr. Dr. Rahn meint ?
    Die erste Frage beantwortet der Magistrat mit nein, auf die zweite Frage antwortet der Magistrat, dass er diese Frage nicht beantworten kann. Er soll am besten seine Parteifreundinnen Petry und von Storch fragen oder heute abend Gauland.
    Daraufhin ist der Frager Rahn ungehalten und beantragt einen Akteneinsichtsausschuß. Um welche Akten es sich handelt weiß er selbst nicht. Ist aber auch egal, dafür würde er wieder einen anderen Ausschuß beantragen.

    u.s.w.

    • Carmen 3. Februar 2016 / 11:08

      Ich sehe da kennt sich jemand mit dem Doppeldoktor aus
      😂

  6. Zwergnase 3. Februar 2016 / 14:40

    Na ja, steht doch alles “ in de Zeidung unn dud doch jedder wisse.

    Wir haben uns lange darauf gefreut:

    Im Interview mit der FR hat er als AfD Spitzenkandidat endlich mal „die Hosen runter gelassen“ und gezeigt wo er ( politisch ) steht. Aber was sieht man ? Ein schlappes ( kommunalpolitisches) Programm. Nach den Aussagen seiner Parteifreundinnen wissen wir jetzt wenigstens „wo der Hammer hängt“. In de Bütt würde jetzt kommen:

    Ein dreifach donnerndes helau und Narhalla Marsch !

    Der FAZ hat er als AfD Spitzenmann jetzt sinngemäß erzählt, er wird bei der Kommunalwahl jedes Ergebnis akzeptieren, welches demokratisch zustande kommt. Na, „Gott sei Dank“, endlich wieder ein lupenreiner Demokrat.

    Da habbe mer lang druff gewad un wo habbe mer des schonne mal gehert.

    „Tolle Tage im Römer“

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