Kreditfesseln

Ich erinnere mich gut an die Briefe der KKB (Kundenkreditbank), die meine Eltern viele Jahre regelmäßig bekamen. Mein Vater sagte dann immer stolz: Die bieten uns einen Kredit an, also halten sie uns für solvente Kunden. Diese Sichtweise ist bis heute weit verbreitet. Die meisten Menschen – ob Deutsche oder Griechen – haben ihre Konsumwünsche nicht im Griff und zahlen lieber Zinsen als zu warten, bis sie sich ein Gut leisten können.

Wer auf Pump lebt, ist abhängig und wer abhängig ist, ist als BürgerIn und ArbeitnehmerIn berechenbar. Die Arbeitszeit reduzieren oder den Job ganz hinschmeißen? Nicht drin, wenn jeden Monat Kredite bedient werden müssen. Stress im Job oder mobbende KollegInnen? Dann gehts am Wochenende erst recht ins Einkaufszentrum oder zum Autohändler, schließlich muss sich das Abrackern doch lohnen.

Wer sich Kreditfesseln anlegen lässt, hat nicht die Zeit und nicht den Mut, über eine andere Gesellschaft nachzudenken, jenseits der Wachstumsideologie. Leider.

„Der Zusammenbruch des kapitalistischen Europa, wie wir es derzeit kennen, öffnet nicht das Fenster in eine andere, eine bessere Welt. Sondern würde in die Katastrophe führen. Die Möglichkeit einer Alternative offen zu halten heißt, man muss das Falsche verteidigen, um Zeit für die Arbeit am Richtigen zu gewinnen“, erklärt der griechische Finanzminister und Buchautor Yanis Varoufakis. (weiterlesen hier: KLICK)

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