Neues zum Vergewaltigungsskandal in Rotherham

Als vor zehn Tagen erstmals in Frankfurt zu einer Pegida-Veranstaltung auf der Hauptwache aufgerufen wurde, beschrieb ein junger FR-Journalist das Plakat eines Pegida-Anhängers und twitterte:

„Moslems“, die „weiße Kinder“ vergewaltigen: Der Rassismus bei #Pegida Frankfurt ist fast mit Händen zu greifen.“

Anlass war, dass die Organisatoren von Pegida Rhein-Main den Link zu einem Youtube-Video verbreitet hatten, in dem N24 über die jahrelange brutale Vergewaltigung von ca 1.400 Mädchen in der Stadt Rotherham berichtet hatten. Der Fall wurde im vergangenen August bekannt.

Sechs Jahre lang wurden teilweise erst elf Jahre alten Mädchen von Männern mit überwiegend pakistanischer Herkunft auf brutalste Weise vergewaltigt. Polizei, Stadtverwaltung und Sozialarbeiter wussten seit langem Bescheid, verweigerten aber aus Angst, als rassistisch zu gelten, den Mädchen jegliche Hilfe. So lautet zumindest die Interpretation der Presse und vieler islamkritischer Blogs. Eine andere Analyse liefert Brigitte T. auf dem Blog „Denkwerkstatt“:

„Der Bericht macht auf 159 Seiten klar, dass nicht political correctness für das Versagen der Behörden verantwortlich ist, es sind vielmehr die sexistischen, frauenverachtenden und klassistischen Strukturen, gesellschaftliche Bedingungen, die mit dem Begriff der rape culture beschrieben werden.“ (Link zur Denkwerkstatt)

Es ist einer der wenigen Beiträge von Feministinnen, der sich mit dem Vorfall beschäftigt. Jetzt wurde ein neuer Bericht über die Zustände in Rotherham veröffentlicht:

„Die unabhängige Untersuchung geht auf eine Reihe von Skandalen zurück, die Großbritannien schon seit 2012 in Atem halten. Vorwürfe schwerster Straftaten, von Bedrohung über Körperverletzung und Leichenschändung bis zu Massenvergewaltigung, wurden von Polizei- und Sozialbehörden über mehrere Jahrzehnte ignoriert oder unterdrückt.“

Nach den neuen Erkenntnissen waren Polizisten und Politiker selbst Kunden der Vergewaltigungs-Bande (siehe Die WELT“ ).

Liegt die Ursache der Untätigkeit von Sozialarbeitern, Behörden, Politikern und Polizisten also in ihrer Angst vor dem Rassismus-Vorwurf, oder vielmehr darin, dass sie selbst an den Taten beteiligt waren? Dieser Frage soll nun eine umfassende und unabhängige Kommission nachgehen, die gestern von der britischen Innenministerin Theresa May einberufen wurde und von Richterin Lowell Godard geleitet wird. (Mehr dazu in der FR vom 6.2.2014)

Festzuhalten ist: Sexistische Straftaten werden zu annähernd 100 Prozent von Männern begangen. Spielen Nationalität, Glaube, Kultur bei diesen Verbrechen eine Rolle, muss darüber geredet werden und diskutiert werden können.

Hier der Link zum Beitrag von N24:

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Panorama/d/5307710/immer-mehr-maedchen-brechen-ihr-schweigen.html

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2 Gedanken zu “Neues zum Vergewaltigungsskandal in Rotherham

  1. Waffeleisen 7. Februar 2015 / 22:35

    Ja, darüber (und über noch viel mehr) muss geredet und diskutiert werden können!

  2. freiedenkerin 8. Februar 2015 / 23:57

    Wahrlich ekelhaft, wie die Leute von Pegida & Co. diesen sehr erschütternden Skandal für sich ausschlachten.

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