Gastbeitrag: „NoPegida in Frankfurt“

„An der Hauptwache angekommen sind wir erstaunt über die vielen Menschen auf dem Platz; zunächst halten wir sie für Pegida-Demonstranten. Doch sehen wir nur Fahnen von Gewerkschaften, Piraten und anderen Gegendemonstranten. Hätte das verlorene Häufchen mit dem Rücken zur Wand, sprich zur Katharinenkirche, nicht sinnlos zusammengewürfelte Nationalsymbole wie den Union Jack, die israelische, österreichische und deutsche Flagge trotzig geschwenkt, hätten wir sie glatt nicht entdeckt.

Frankfurt Katharinenkirche am 26.1.2015  (Foto: Ralf Köster)
Frankfurt Katharinenkirche am 26.1.2015
(Foto: Ralf Köster)

Von hunderten Polizisten beschützt, halten sie inmitten tausender Gegendemonstranten eine Versammlung ab, von der aufgrund der lautstarken Gegenkulisse kaum etwas zu verstehen ist. Ein Abstecher zur Kundgebung des Römerbergbündnisses macht klar, wie ernst es die Stadt mit einem deutlichen Zeichen gegen den Auftritt des Pegida-Ablegers meint. Der Römer ist proppenvoll, die Menschen stehen dicht gedrängt, ein Dazwischenkommen ist kaum möglich. So gehört sich das. Das Häuflein Nationalisten hofft unterdessen weiterhin, sich auf seinen geplanten Marsch begeben zu können. Es bleibt eine Hoffnung.

Gib Pegida keine Chance (Foto: Ralf Köster)
Gib Pegida keine Chance (Foto: Ralf Köster)

Dank des erdrückenden Rings an Gegendemonstranten um sie herum geben die Pegiden irgendwann auf und entziehen sich mit viel Polizeigeleit dem Geschehen. Wir waren vorher zuversichtlich, dass Frankfurt deutlich Stellung gegen Pegida bezieht. Wie überwältigend das vonstatten ging macht stolz auf die Stadt.“

Gastbeitrag von Ralf und Claudia Köster

Advertisements

3 Gedanken zu “Gastbeitrag: „NoPegida in Frankfurt“

  1. Carmen 28. Januar 2015 / 10:08

    Danke für Euren Beitrag.

    Wir haben schließlich doch noch Pegida-Anhänger aus der Nähe gesehen: Ein Rentner-Pärchen, das vermutlich aus der Wetterau (Wölfersheim?) angereist war und seinen Schirm schwarz/rot/gold präpariert hatte, kam verspätet an (S6?) und versuchte mehrfach zum Pegida-Häufchen durchzudringen.

    Später konnte man die beiden im Kaufhof-Restaurant wiedersehen, wo sie an der Unübersichtlichkeit der modernen Gastronomie scheiterten und auch diesen Ort erfolglos verließen.

  2. freiedenkerin 28. Januar 2015 / 22:08

    Bravo, Frankfurt!
    In München werden wir am Montag mit einer Friedens-Lichterkette quer durch die ganze Innenstadt gegen Pegida & Co. demonstrieren.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s