Michael Lüders: „Es ist einfacher zu sagen, der Islam ist schuld“

Der Islamwissenschaftler Michael Lüders am 15.1.2015 in der ORF-Sendung ZIP 2 auf 3 Sat:

„Wir müssen, wenn wir uns nicht terrorisieren lassen wollen, lernen, dass dieses terroristische Risiko zu den Risiken der Risikogesellschaft gehört, in der wir leben, ähnlich wie ein Flugzeugabsturz oder ein Verkehrsunfall. Ich sage das nicht, um die Gefahr zu verharmlosen, aber wir müssen unsere Einstellung zu dieser Gefahr verändern, denn wenn wir das nicht tun, werden wir unsere Gelassenheit verlieren, unsere Freude am Leben und dann haben die Terroristen ihr Ziel erreicht. (…)

Vielfach gibt es (in Deutschland) einen Islamhass, der die Gesellschaft vergiftet, mindestens so sehr wie der Hass dieser Terroristen gegen unsere Gesellschaft. Und vergessen wir nicht, der Islamische Staat im Irak, der heute so viele Probleme bereitet, und die Ursache ist – und noch mehr werden wird – von Terror in Europa, ist das Ergebnis einer westlichen Politik, die sehr fragwürdig ist. Hätten die Amerikaner den irakischen Staat nach dem Sturz von Sadam Hussein 2003 nicht vollständig zerstört, dann würde es diesen islamischen Staat, der auf den Trümmern ihres zerfallenen Staates entstanden ist, heute nicht geben. Auch das gehört zur Wirklichkeit dazu. Aber das sind Wahrheiten, die selten ausgesprochen werden, weil sie unpopulär sind. Es ist einfacher zu sagen, der Islam ist schuld.“

(Das Gespräch in der Sendung ZIP 2 kann in der Mediathek des ORF angesehen werden)

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3 Gedanken zu “Michael Lüders: „Es ist einfacher zu sagen, der Islam ist schuld“

  1. LOB 16. Januar 2015 / 16:17

    Kennen wir das Profil von Herrn Lüders?
    2 Semester arabische Literatur, promoviert über das ägyptische Kino, (http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Lüders).
    Wie wird man eigentlich Islamexperte oder Terrorismusexperte?
    Wir alles sind Blogexperten oder wie…?

    Was er sagt ist in Teilen richtigen und generiert dennoch auch wieder Mythen, u.a. wie, es gäbe keinen absoluten Schutz, ist das so? Es gab Zeiten, unsere Eltern haben das erleben dürfen, da konnten sie fliegen und mussten nicht fürchten, dass sie entführt wurden, die Zeiten sind endlich, wie auch diese Zeiten der Bedrohung letztendlich endlich sind. Sorry, auch wieder so eine Plattitüde. Wir können sehr wohl dafür sorgen, dass Zivilisten nicht Opfer von Stellvertreterkriegen wird. Wieso wird eine Passagiermaschine abgeschossen, mit 298 Opfern, davon 80 Kindern und wir gehen zur Tagesordnung über. Hier überschreiten Militärs grenzen und selbsternannte Kämpfer, für welche Sache auch immer, meinten sie den Krieg vom Schlachtfeld in die Supermärkte zu transformieren und das Spiel wird mitgespielt. Gibt es keine Grenzen mehr und dürfen wir auch keine Grenzen mehr ziehen – á la Genfer Kriegsgefangenenkonvention. Ach, ich bin ein Idealist!

    Nein, wir können uns schützen, wenn wir entmilitarisieren und aufhören alle Konflikte militärisch lösen zu wollen, eine restriktive Waffenkontrolle ist Frage des politischen Willens und daran hat sich seit dem Ende des ersten großen Krieges nichts geändert. Aber die Kalschnikovs die haben die Täter von Paris für 250 € kaufen können, wie Luc Bresson in seinem open leter an seine muslimischen Freunde geschrieben hat.

    Mir gefällt das posting und es ist wichtig, aber ich teile die Meinung von Herrn Lüders nur bedingt. Der IS ist auch eine Folge der Kolonialpolitik des Vereinigten Königreichs, weil sie die Grenze, jenseits gewachsener Strukturen auf dem Reißbrett gezogen haben….dazu kommen dann alle anderen Spielchen der Großmächte bis hin zum 2. Irakkrieg von Gerog W Bush. Heute stehen sich dort Sunniten und Schiieten kriegerisch gegenüber. Aber das ist ein weites Feld und mein Wissen ist hier auch nur rudimentär.

    • Carmen 16. Januar 2015 / 16:45

      Ich denke durchaus, das Herr Lüders als ein Experte auf diesem Gebiet gelten kann und er hatte ja nur ein paar Minuten Zeit im TV. (Mehr hier: http://www.michael-lueders.de/sachbuecher.html )

      Verlorene Sicherheit? Der NSU-Terror hat in Deutschland viele Menschen das Leben gekostet. Wikipedia schreibt, es könnten bis zu 200 Opfer gewesen sein, überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund und Muslime. Wie haben sich die Menschen im Umfeld dieser Morde gefühlt? Wer hat damals nach ihrem Sicherheitsgefühl gefragt? Im Gegenteil, die Opfer wurden mit dem Unwort „Döner-Morde“ verhöhnt.

      Entmilitarisierung? Ja, LOB, Sie sind ein Idealist 😉

      • LOB 17. Januar 2015 / 11:00

        NSU: Ein interessantes Thema und der Umgang damit noch interessanter. Leider hat sich die deutsche Justiz nicht bereit erklärt, so wie im Fall des Massenmörders Anders Breivik den Prozess live in die Wohnzimmer zu tragen, so findet keine Information u. Diskussion statt. Wer steckt dahinter, was ist geschehen, wieso musste die Polizistin Kieswetter sterben, wieso schweigt der Kollege, was haben der Verfassungsschutz gewusst und mit beeinflusst etc.? Wie geht es den Opfern usw., wichtige Fragen und was auch not tut ist aufzuhören Menschen danach zu unterscheiden ob sie Ausländer, Muslim usw. sind. Auch ich habe einen Migrationshintergrund, so wie Ozdemir, man hört es bei mir nur nicht, nur wer häufig in Venedig ist, erkennt den Italiener in mir! inzwischen frage ich mich, wer hat den eigentlich nicht. Wie Zuckmeyer schon sagte, wir sind alle Zugereiste. Idealist und Rom,antiker!

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