I am a North-Nigerian

Ein kleines Mädchen hat im Norden Nigerias mit seinem Sprengstoffgürtel nicht nur sich selbst, sondern mindestens 20 weitere Menschen in den Tod gerissen. Die Frankfurter Rundschau schreibt heute: „Nigerias Präsident Goodluck Jonathan spielt den blutigen Konflikt in seinem Staat nach Kräften herunter, weil er sich in fünf Wochen als Präsident wiederwählen lassen will. Und die Welt spielt mit: Ihre Vertreter versammeln sich empört in der europäischen Metropole Paris, während im afrikanischen Maiduguri weiter gemordet wird.“ (Zitiert aus: Die Monster der Boko-Haram-Sekte)

Noch immer werden 200 der 300 entführten Mädchen vermisst, die Boko Haram (übersetzt: „Westliche Bildung verboten“ lt. Wikipedia) im April 2014 entführt hat. „Unentschuldbar aber bleibt, dass es keine nennenswerten internationalen Bemühungen gab, der Bedrohung Herr zu werden.“ (Weiter zum Artikel „In Nigeria wüten die Islamisten fast unbeachtet“ in Die Welt vom 9.1.2015)

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3 Gedanken zu “I am a North-Nigerian

  1. freiedenkerin 12. Januar 2015 / 13:08

    Zudem hat Boko Haram wahrscheinlich eine ganze Stadt mit ca. 2.000 Einwohnern/innen buchstäblich ausgelöscht. Was in den Medien nur am Rande Erwähnung fand. Genau so wie die 20 Toten einer afghanischen Hochzeitsgesellschaft, die offiziell auf das Konto der Taliban gingen, sowie diverse Selbstmordanschläge mit insgesamt Dutzenden Opfern…
    Fast unerträglich, aber auch unfreiwillig komisch finde ich die teilweise höchst abstrusen Verschwörungstheorien über die Pariser Attentate. Bei einer Analyse dieser Märchen und Gerüchte lässt sich zweifelsfrei feststellen, dass nicht nur die „Lügenpresse“ sich darauf versteht, Bild- und Tondokumente zu verfälschen, und dass es in der Tat genug Menschen gibt, die immer wieder gerne auf so einen Schmarrn herein fallen.

  2. gnaddrig 13. Januar 2015 / 11:25

    Naja, dass man mehr Aufmerksamkeit aufwendet, wenn die Einschläge näher rücken, ist normal. Aber Du hast recht, die Aktivitäten von Boko Haram und ähnlich tickenden Vereinen anderswo werden allenfalls am Rande erwähnt, obwohl dabei oft viele Leute ums Leben kommen (und auf welche Art!), da wirkt die Reaktion auf das Massaker bei Charlie Hebdo schon grotesk übertrieben.

  3. LOB 13. Januar 2015 / 13:46

    Hat dies auf LOB's Metier rebloggt und kommentierte:
    Bei aller Empörung über die Anschläge von Paris, sollten wir unseren eurozentrischen Blick verlassen und uns realisieren, was jenseits des Mittelmeers in Afrika passiert.

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