Her mit dem Piano!

Die Frankfurter Zeil ist ja vor allem als einer der Top Ten unter den Migräneauslösern bekannt. Um so mehr war ich erstaunt, als mich gestern an der Hauptwache Klaviermusik empfing. Die unterschiedlichsten Töne sind jede Woche auf der Zeil zu hören: 18-köpfige südamerikanische Trommlerbands, der verrückte Geiger, rappende Jugendliche vor lauten Ghettoblastern. Aber Klavier nicht. Bei dieser Musik vergisst der Mensch doch prompt das Konsumieren, hört zu und genießt. Das darf man vielleicht in Düsseldorf, Dresden und Hannover – aber in Frankfurt? Nein. Den verantwortlichen Sachbearbeiter im Frankfurter Verkehrsdezernat erinnert so ein Klavier wegen der Ausmaße eher an eine Bratwurstbude: „Und so was wollen wir nicht mehr auf der Zeil!“

Bevor wir jetzt aber mit Behördenschelte beginnen, schauen wir uns lieber das Video von Schmitts Auftritt in Dresden an und vertrauen auf die heilende Kraft des Kommunalparlaments. Vielleicht wäre das Verbot ja eine kleine Anfrage in der Fragestunde der nächsten Stadtverordnetenversammlung wert.

(Mehr zu Arne Schmitt hier: http://arne-schmitt.com/media/videos/)

Advertisements

4 Gedanken zu “Her mit dem Piano!

  1. Stephan Jaeger 17. September 2014 / 18:14

    Der ZDF-Länderspiegel bringt auch regelmäßig solchen Behörden Blödsinn.
    Übrigens, Klaus-der-Geiger ist in Köln sehr beliebt.

  2. Carmen 17. September 2014 / 18:36

    Bei uns hat der Geiger auch viele Fans, mir ist sein Spiel aber zu aufgeregt. Das Klavierspiel dagegen entfaltet auch im öffentlichen Raum seine beruhigende Wirkung. „Was für die Seele“, sagte gestern einer der Zuhörer. Genau so wars.

  3. freiedenkerin 18. September 2014 / 18:49

    Hier in München findet jetzt fast drei Wochen lang zum zweiten Mal die Aktion „Play me I’m yours“ statt. An einem Dutzend Plätze in der Innenstadt werden teilweise sehr künstlerisch gestaltete Klaviere aufgestellt, auf welchen jede/r Passant/in sein/ihr musikalisches Können demonstrieren darf. „Play me…“ ist vor etwa eineinhalb Jahren schon einmal zu Gast hier in München gewesen – und diese Aktion hat nicht nur mich ungemein begeistert. 😉

  4. Carmen 24. September 2014 / 14:29

    Leider hat kein/e Stadtverordnete/r das Thema als Anlass für eine kleine Anfrage in der morgen tagenden Stadtverordnetenversammlung genommen, wie ich dem parlamentarischen Informationssystem (parlis) entnommen habe.

    Dass manche Stadtverordnete glauben, unter kommunalpolitischer Arbeit sei die Stilllegung der Verwaltung zu verstehen, lässt sich übrigens an der 33. Fragestunde sehr gut erkennen: Dr. Dr. Rainer Rahn, ehemals Mitglied der -unter seiner Führung nicht mehr ins Parlament gewählten – FAG-Fraktion, danach Mitglied der FDP-Fraktion, heute AFD-Mitglied und Mitglied der sog. Römer-Fraktion, hat statt der üblichen ein bis zwei Fragen an den Magistrat 30 Fragen abgeliefert, die die Verwaltung alle beantworten muss. Offenbar muss man hier von einer heftigen und inzwischen chronifizierten verbalen Inkontinenz ausgehen, denn die meisten Fragen des Doppel-Doktors sind so sinnvoll wie diese:

    Die Frankfurter Rundschau berichtete kürzlich, der OB-politische Sprecher der CDU-Fraktion habe ausgeführt, Oberbürgermeister Feldmann führe die Menschen hinters Licht, weil er nur Pressearbeit, aber keine richtige Arbeit leistet.
    Ich frage den Magistrat:
    Hat der Magistrat den genannten CDU-Stadtverordneten jemals dabei beobachtet, wie dieser richtige Arbeit geleistet hat?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s