Wege in die Postwachstumsgesellschaft

Blockupy Demo 1-6-13 / Foto: Carmen Treulieb

Das Senckenberg-Museum hatte am Mittwoch Angelika Zahrnt eingeladen, die im vollbesetzten Hörsaal des Biodiversität- und Klima-Forschungszentrums in Frankfurt zum Thema: „Was kommt nach dem Wachstum? – Wege in eine Postwachstumsgesellschaft“ sprach. Angelika Zahrnt hat gemeinsam mit Irma Seidl das Buch „Postwachstumsgesellschaft“ herausgegeben und ist Initiatorin des gleichnamigen Blogs, der über den aktuellen Diskussionsstand der Degrowth-Bewegung informiert (Link zum Blog Postwachstum).

Es könnte hoffnungsvoll stimmen, dass immer mehr Menschen begreifen, dass ein „gefülltes Leben kein erfülltes Leben“ (Zahrnt) ist: An der Degrowth-Konferenz in Leipzig Anfang September nahmen über 2.000 Menschen teil. Allerdings gab es schon vor Jahrzehnten differenzierte Kritik an der Vorstellung vom ewigen Wirtschaftswachstum, ebenso wie alternative Konzepte z.B. im Verkehrsbereich mit Mitfahrzentralen und Carsharing. Doch sämtliche Ideen für ein Ressourcen bewusstes Leben konnten immer nur einen kleinen Teil der Bevölkerung überzeugen.

„Sich was leisten können“ ist das Lebensziel der meisten Deutschen – mir erschien der Satz seit jeher als der Inbegriff der Spießigkeit. Dabei gehe auch ich manchmal Klamotten oder Schuhe kaufen, weil ich mich für einen anstrengenden Tag belohnen will. Was ich aber noch nie verstanden habe, ist, dass Menschen bereit sind, für größere Konsumchancen langweilige Jobs, ätzende Kollegen und den Verzicht auf Freizeit und Freiheit zu akzeptieren. Aber Konsum ist ja nicht nur kurzzeitige Befriedigung und sichert Anerkennung in der Peergroup – wer arbeitet, um zu kosumieren, erspart sich auch die Sinnfrage.

„Was wünschst du dir für die Zukunft?“ lautet eine Frage im Freundebuch meiner Tochter. Eine Schulkameradin, 10 Jahre, schrieb nicht: Tierärztin oder Popstar werden, Dass du immer meine Freundin bleibst, Ein Pferd. Nein, sie schrieb: „Ein Auto und einen guten Job“.

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Ein Gedanke zu “Wege in die Postwachstumsgesellschaft

  1. roseny 21. September 2014 / 14:10

    Hay, da werden viele Fragen aufgeworfen. JAA (Just Another Alterlative) findet sich auf meinem Block. Um es kurz zu sagen: Wirtschaft baut sich um, statt wenige zentrale Produktionstellen viele kleine, die Produktion darf vollautomatisch sein, die Produkte können aber individualisiert werden, was viel Fachkräfte überall auf der Welt statt an wenigen zentralen Stellen erlaubt.

    Politisch, damit die Nationalstaaten ihre wichtigste Aufgabe „Krieg“ und Eigeninteresse weniger stark ausspielen, werden kleine Gruppe von 150 Menschen gebildet, diese entscheiden, was sie machen werden, sind Fragen offen, bilden sie beratende Gremien, die Vorschläge erarbeiten.

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