Blockupy am 16. Mai 2014 in Frankfurt

Zwei Blockupy-Aktionen fanden heute in Frankfurt statt: Erstens der „Besuch“ einer AFD-Veranstaltung an der Hauptwache. Olaf Henkel wollte reden, aber kaum einer wollte ihn hören. Nur ein paar ältere Herren und Damen. Zum Beispiel Rainer Rahn, ehemals für die Flughafenausbaugegner in den Frankfurter Römer gewählt, später zur FDP-Fraktion gewechselt, gründete er dann mit zwei fraktionslosen Stadtverordneten die „Römer-Fraktion“ und ist heute AFD-Mitglied. Seine Fraktion fiel gerade negativ auf, sie hat laut Frankfurter Rundschau zur Linderung der Wohnungsnot „allen Ernstes gefordert, die Politik müsse doch dafür sorgen, dass die Menschen statt nach Frankfurt gefälligst ins strukturschwache Mecklenburg-Vorpommern ziehen“.

Die ca. 200 Demonstranten waren gut gelaunt, man sah viele bekannte Gesichter aus der Occupy-Bewegung. Außerdem waren mehrere Frankfurter Stadtverordnete anwesend, darunter Martin Kliehm (Piraten), Manuel Stock (Grüne) und der Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU), der von Beruf Polizist ist. Es gab kurzzeitig Gerangel, als die Polizei den Körperkontakt mit den Demonstranten suchte. Später sah es so aus, als wolle sich ein älterer AFD-Symphatisant gern mit ein paar Demonstranten anlegen, aber es blieb bei einigen Tritten und Anremplern. Nach einer guten Stunde gab die AFD auf und Olaf Henkel verließ die Veranstaltung.

Die zweite Blockupy-Aktion war eine Kundgebung vor dem Apple-Store, wo über die miserablen Arbeitsbedingungen des Apple-Zulieferers Foxconn informiert wurde.

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7 Gedanken zu “Blockupy am 16. Mai 2014 in Frankfurt

  1. EinSchönerWald 16. Mai 2014 / 18:16

    Man hört so oft, dass solche Veranstaltungen (AfD oder Pro NRW oder „Die Freiheit“) in der Öffentlichkeit keine Freude haben. Leider gibt es trotzdem so viele, die diese Parteien wählen. Ob das zeigt, dass die Wähler sich bewusst sind, dass die Ansichten „peinlich“ sind und sie sich daher nicht öffentlich als Sympathisanten zeigen wollen? Nur eine These…

    • freiedenkerin 16. Mai 2014 / 18:58

      Da ist was dran, denn ich habe neulich gelesen, daß die rechtsorientierten Parteien in Europa bei der bevorstehenden Wahl bis zu 30 % erreichen könnten.

      • EinSchönerWald 16. Mai 2014 / 21:04

        Also über 20% sind ziemlich sicher… Es ist wirklich krass! Besser wäre, diese Wähler würden den Teil der Nicht-Wähler ausmachen!

  2. Carmen 18. Mai 2014 / 07:12

    Wie unterschiedlich zwei Journalisten die gleiche Veranstaltung erleben können, zeigt exemplarisch die Berichterstattung von Katharina Iskandar und die von Hanning Voigts. Während Iskandar in der FAZ die Blockupy-Demo als Aufmarsch von 250 „Linksautonomen“ beschreibt (wozu man schon unter einer ausgeprägten Wahnehmungsstörung leiden muss), beschreibt Voigts in der Frankfurter Rundschau die Demo als eine ausgelassene Blockupy-Party.

    P.S. Das Pink an der Tasche des AFDlers war übrigens kein Farbbeutel, wie ich ursprünglich dachte, sondern – typisch für die Kreativität und Friedlichkeit der Bewegung – pulverisierte Kreide. Und der Gitarrist sang das Einheitsfrontlied, das kenne ich aus frühen Gewerkschaftertagen und kanns immer noch auswendig.

  3. Fridolin 20. Mai 2014 / 20:31

    Ja, klar. Ausgelassene Party. Schon klar. Mit Eiern, pulverisierter Kreide und Regenschirmen als Waffen werden Andersdenkende daran gehindert, ihre Meinung zu sagen.
    Freiheit ist halt bei Linken nur dann die Freiheit der Andersdenkenden, wenn sie selbst die Andersdenkenden sind!

  4. Carmen 20. Mai 2014 / 20:38

    Um mal die Antifa zu zitieren: „Es gibt kein Recht auf rechte Propaganda!“

  5. Carmen 21. Mai 2014 / 06:48

    Katharina Iskandar von der FAZ ist steigerungsfähig: Hieß es erst, die Demonstranten gegen die AFD seien „linksautonom“, so schreibt sie heute von „linksextrem“, und morgen sind alle Blockupy-Demonstranten wahrscheinlich Terorristen. Super, unsere Qualitätspresse!

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