AFD und Antifa in Bockenheim

Nach der Morgenlektüre der Frankfurter Rundschau und meiner Twitter-Timeline bin ich einer spontanen Eingebung gefolgt und nach Bockenheim gefahren. Auf der Leipziger Straße hatte die AFD einen Stand angemeldet, den die Antifa „aufmischen“ wolle, hieß es. Da ich in den letzten Monaten wenig Zeit zum (privaten) Bloggen hatte, dachte ich, das wäre eine gute Gelegenheit, wieder mal aus dem Umfeld der Frankfurter Blockupy-Szene zu berichten.

Als ich um 11 Uhr ankam, waren circa 10 Leute von der AFD dort, 20 Demonstranten aus der Antifa-Szene und genauso viele Polizisten. Die Antifa skandierte ihre Parolen: „Deutschland ist schei.., ihr seid die Beweise“ und „Es gibt kein Recht auf rechte Propaganda“ etc. Nach einem Moment der Stille plötzlich ein lautes Klirren, Glas splitterte und zerbarst…

Eine Frau hatte ihr Altglas in den Container direkt neben dem AFD-Stand geworfen.

Die Polizei bat um räumliche Trennung der beiden Kundgebungen, was aber niemanden motivierte, seinen Standort zu wechseln. Ein bisschen Aufregung gabs, als ein Occupy-Aktivist, der die Kundgebung fotografierte, von einem AFD-Mitglied als Faschist bezeichnet wurde und der Beschimpfte darauf bestand, Anzeige zu erstatten.

Ein paar AFDler quatschten mich an: Das wäre doch schrecklich, dass ein paar linke Spinner eine anständige Partei bedrohten. Dabei wären Sarah Wagenknecht und Bernd Lucke doch zu 80 Prozent einer Meinung. Generell sei man beim Thema Finanzkrise doch eher mit den Linken einer Meinung als mit CDU, SPD und Grünen.

AFD Plakat Europawahl

Tansparent antifa

Ohnehin seien die Medien schuld am schlechten Image der AFD, weil sie die Partei in die rechspopulistische Ecke rückten, meinte der Mann weiter. Wo aber Teile der AFD auch hingehören, antwortete ich und verwies auf den Frankfurter Wolfgang Hübner (mehr dazu im Artikel: „AFD und die alten Herren aus Frankfurt“). Angesprochen auf ein weiteres Frankfurter AFD-Mitglied, Rainer Rahn, der von der FAG zur FDP zur AFD wechselte und dabei an Fraktionsgeldern im Frankfurter Römer mitnahm was ging, und auf die aktuelle Popo-Kampagne der jungen AFD stellte man sich stur.

Die für mich überraschende Erkenntnis dieses Vormittags: Lieber zackere ich mit solchen Leuten rum, als mich von einem ANTIFA-Aktivisten anpöbeln zu lassen.

AFD-Tasche mit Knüppel

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2 Gedanken zu “AFD und Antifa in Bockenheim

  1. stadtkindFFMskFFM 26. April 2014 / 14:54

    naja, zum glück geht’s bei politik immer noch um inhalte und nicht um sympathiepunkte von protagonisten oder deren supporter auf den straßen.

  2. Carmen 26. April 2014 / 17:08

    Sympathiepunkte schaden natürlich auch nicht, wenn man auf die Straße geht und seine politischen Überzeugungen äußert

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