Hamburger Schulsenator Rabe diffamiert Waldorf-Kritiker

Ich gebe hier Auszüge aus einem Brief von André Sebastiani wieder, der auf Change.org die auch von mir unterschriebene Petition „Gegen die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg“ gestartet hatte.

„Wir haben die insgesamt 2.279 Unterschriften zusammen mit einem offenen Brief des GWUP-Wissenschaftsrats am 21.11.2013 in der Hamburger Bildungsbehörde übergeben. Ein persönlicher Termin bei Bildungssenator Ties Rabe (SPD) wurde erst vor Ort abgesagt.

Trotzdem wird der Waldorf-Schulversuch in Wilhelmsburg im kommenden Sommer starten. Am 25.11.2013 hatte Senator Rabe zur Pressekonferenz geladen, um den Wilhelmsburger Schulversuch zu verkünden. An seiner Seite saßen u.a. Landesschulrat Norbert Rosenboom, Henning Kullak-Ublick (Vorstandsmitglied und Sprecher des Bundes Freier Waldorfschulen) und Christiane Leiste vom Waldorf-Verein Wilhelmsburg.

Offenbar war unser Protest aber zu stark, um einfach ignoriert zu werden. In seinem Eingangsstatement sprach der Senator von Gegnern, die „mit Schaum vor dem Mund“ versucht hätten das Ganze zu einem „Glaubenskrieg“ zu machen. Schulsenator Rabe wies unsere Bedenken als „obsolet“ von sich. „Wir wollen nicht die Lehre Steiners in die Schulen entsenden, sondern waldorfpädagogische Elemente verwenden, die mit den Bildungsplänen vereinbar sind.“

Auf unsere Argumentation, dass es unmöglich ist Steiners Esoterik aus der Waldorfpädagogik herauszulösen („Man kann nicht nur ein bisschen Waldorf sein“ – Prof. Hopmann), ging Rabe nicht ein und beließ es bei persönlichen Angriffen.

Wir, die 2.279 Unterzeichner und die Wissenschaftler des Wissenschaftsrats der GWUP, sind also in den Augen des Bildungssenators Glaubenskrieger mit Schaum vor dem Mund. Mit unseren Argumenten setzt man sich inhaltlich nicht auseinander. Wir halten das für schlechten Stil gegenüber allen, die sich aus guten sachlichen Gründen an unserer Aktion beteiligt haben!

André Sebastiani, GWUP

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2 Gedanken zu “Hamburger Schulsenator Rabe diffamiert Waldorf-Kritiker

  1. gnaddrig 21. Dezember 2013 / 22:41

    Das ist ein gängiges Schema bei Kritik an esoterischen Projekten: Man geht esoterischerseits gar nicht auf den Inhalt ein, stellt sich als Opfer böswilliger, voreingenommener Stänkerer hin und tut so, als wäre das ganze einfach eine Glaubens- und Meinungsfrage. Wenn es ganz schlimm kommt, postuliert man einfach „noch Forschungsbedarf“. Die Homöopathen haben es damit ja ziemlich weit gebracht.

    Und die Steinerer wurschteln sich auch ganz geschickt an den Lehrplänen vorbei. Und klar, wenn man die Eurhythmie nicht mehr so nennt, sondern vielleicht Rhythmus und Bewegung, ist sie natürlich auch nicht mehr esoterisch. So einfach geht das!

  2. Andreas Lichte 22. Dezember 2013 / 09:38

    André Sebastiani schreibt in seiner mail:

    „Auf unsere Argumentation, dass es unmöglich ist Steiners Esoterik aus der Waldorfpädagogik herauszulösen („Man kann nicht nur ein bisschen Waldorf sein“ – Prof. Hopmann), ging Rabe nicht ein und beließ es bei persönlichen Angriffen.“

    Hier ein kurzer Auszug aus dem Interview „Man kann nicht nur ein bisschen Waldorf sein“ mit Prof. Hopmann:

    „(…)

    Lichte: noch einmal zur Jahrsiebtelehre – von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt, von 8–14 Jahre der Ätherleib, von 15–21 Jahre der Astralleib, vom 21 Lebensjahr an endlich das „Ich“ – erst dann ist der Mensch ein Mensch. Was sagen Sie zu Steiners Mensch aus dem Esoterik-Baukasten?

    Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun.

    (…)“

    zum Interview: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

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