Carmens Wahlomat 5: Über Steindings und andere Anhänger der freien Marktwirtschaft

Gestern habe ich mich mit einer Freundin über die Frankfurter Rundschau unterhalten. Was hat sich eigentlich geändert seit der Übernahme durch die FAZ, fragten wir uns. Die Todesanzeigen, sagte meine knapp über vierzigjährige Freundin, diese Unmengen an Todesanzeigen. Und ich weiß nicht warum, aber irgendwie muss ich die alle überfliegen! Ich auch, gab ich zu. Aber der Lokalteil ist wieder frech und links wie ganz früher und es gibt mehr Artikel von Stefan Behr. Damit wurde endlich eine Forderung erfüllt, die meine Freundin, die früher auch meine Kollegin war, und ich einst (vielleicht 2005 oder 2006) per Mail an die Rundschau schickten: Mehr Stefan Behr!

Was auch unbedingt gelesen werden muss, sind die LeserInnenbriefe, von denen es neuerdings eine Doppelseite gibt. Heute veröffentlicht die FR die Replik eines Lesers auf Bascha Mikas Nichtwählerschelte, die mir aus der Seele spricht, weshalb ich hier einen Absatz wiedergebe:

„Der Kanzlerkandidat der SPD Steindings will gewählt werden, für was? Soziale Gerechtigkeit? Hat er sich glaubhaft distanziert vom asozialen neoliberalen Kurs der rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder? Oder von der großen Koalition danach?

Er hat sich überhaupt nicht distanziert. Weder glaubhaft noch unglaubhaft. Er ist wie CDU oder FDP. Auch die Grünen tun das nicht. CDUCSUFDPSPDGrüne: Kein Unterschied. Alle infiziert vom Virus der freien Marktwirtschaft. Der Mensch zählt nichts. Der Profit für die Reichen ist das Maß aller Dinge. OK. Dann gibt es noch Die Linke. Wer ist Die Linke? Gregor Gysi ist Die Linke. Ich liebe es, seiner Rhetorik zu folgen, hänge an seinen Worten, wenn er im Fernsehen auftritt. Doch Die Linke ist Mauer, Schießbefehl, Stasi, SED, Planwirtschaft, Trabbi, Neues Deutschland, und nur Neues Deutschland. (…)

Welche Partei also soll jemand wählen, der für eine ökosoziale Marktwirtschaft ist? Welche Partei? Am wenigsten Schaden richte ich mit den Grünen an. Die werde ich wählen, muss ich ehrlicherweise sagen. Aber ich bin stinksauer!!!“

Danke, Herr Lübbers aus Marienhafe. Der vollständige Leserbrief steht heute, 7.9.2013, in der Frankfurter Rundschau, die für nur 2,30 Euro an (fast) jedem Kiosk zu haben ist.

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