Kurzbericht der Anti-Prism-Demo in Frankfurt

Waren es nun 900, wie die Polizei schätzt oder 3.600 Menschen, wie die Veranstalter meinen, die gestern an der Frankfurter Anti-Prism-Demo teilgenommen haben? Nach meiner Schätzung waren es 2.000 bis 3.000 Leute – angesichts der extremen Hitze, die gestern in Frankfurt herrschte, ist das recht viel.

Der Demo-Aufruf war auch auf Facebook gepostet worden, doch auf mysteriöse Weise verschwand die Seite, auch ein Facebook-Nutzer in meinem Bekanntenkreis erzählte, dass sein Demo-Aufruf nicht veröffentlicht wurde. Bei der Auftaktkundgebung gestern auf dem Rossmarkt forderte auch deshalb einer der Redner die Anwesenden auf, ihren Facebook-Account zu löschen. Eine gute Idee.

Dass die USA am Freitag betont hatte, Edward Snowden müsse nicht mit der Todesstrafe rechnen und würde auch nicht gefoltert werden, empörte Tarek Al-Wazir (Grüne) und Janine Wissler (Linke). Was sei das für eine Demokratie, die betonen müsse, nicht zu foltern? Beide sprachen sich dafür aus, Snowden in Deutschland eine sichere Zuflucht zu bieten.

Für Demokratie und Grundrechte zu demonstrieren, aber einen Redner auszubuhen, das passt nicht zusammen. Die Piraten haben bei dem Thema ohnehin die größte Kompetenz, ein bisschen mehr Souveränität gegenüber dem hessischen Justizminister Jörg Uwe Hahn wäre schön gewesen. In meiner Twittergemeinde haben sich FDP-Anhänger und Piraten nach der Demo darüber gestritten, am späteren Abend gab es zarte Annäherungen per Kurznachricht bis hin zum Vorschlag, doch mal gemeinsam ein Bier zu trinken. Na ja, soweit muss es denn ja auch nicht gehen…

Von der SPD sprach später noch Gernot Grumbach, aber da war ich schon auf dem Weg zum Eiscafé. Ob sie mit ihm wohl gnädiger umgegangen sind als mit Hahn? Grund gäbe es dazu keinen, denn die SPD hat in der Vergangenheit sämtliche Überwachungsgesetze mitgetragen.

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3 Gedanken zu “Kurzbericht der Anti-Prism-Demo in Frankfurt

  1. freiedenkerin 28. Juli 2013 / 17:50

    In München ist’s ein versprengtes Häufchen von vielleicht 500 Teilnehmern gewesen. Ich schäme mich für diese Stadt und seine desinteressierten Bürger/innen…

  2. LOB 28. Juli 2013 / 18:06

    das muss die FDP aushalten, die haben zu lange geschwiegen und Leute wie G.Baum in den eigenen Reihen mundtot gemacht, no regret…Entwicklung ist natürlich zu begrüßen, wenn die Liberalen ihre Kernkompetenz revitalisieren und die Bürgerrechte stärken….

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