Katja Kraus: Macht

„Ohne Andrea Ypsilanti hätte es dieses Buch wahrscheinlich nicht gegeben“, sagte die ehemalige Fußballerin und spätere Fußballfunktionärin Katja Kraus vor wenigen Wochen bei der Vorstellung von „Macht – Geschichten von Erfolg und Scheitern“ beim SPD-Frauenfrühstück im Frankfurter Römer (siehe auch Post vom 30.6.2013)

Kraus und Ypsi.

Die Geschichte der Hoffnungsträgerin Andrea Ypsilanti, der es gelungen war, Roland Koch zu besiegen und die am Verrat der „Vier Intriganten“ aus der eigenen Partei scheiterte (Link zur Rezension von Volker Zastrows „Die Vier – Eine Intrige“), hat auch mich damals zutiefst berührt. Dass sie eine von uns ist – Arbeitertochter, Absolventin des zweiten Bildungsweges, Feministin – hat sicher dazu beigetragen, dass ich so großen Anteil an ihrem Aufstieg und dem späteren mediengestützten Verrat nahm.

Scheitern ist schwer. Wer in aller Öffentlichkeit scheitert, muss neben den Scham-, Wut- und Trauergefühlen auch noch die Häme der Zuschauer ertragen. Katja Kraus, deren eindrucksvolle Karriere als erste Frau im Vorstand eines deutschen Fußball-Bundesligisten ein jähes Ende erfuhr, hat für ihr Buch 17 Prominente über ihr Scheitern befragt. Außer Politikern wie Roland Koch, Gesine Schwan, Björn Engholm und Andrea Ypsilanti befragte sie u.a. Kulturschaffende, Sportler und Journalisten. Die Geschichte der Bestsellerautorin Hera Lind, die nach der Trennung von ihrem Ehemann von der Knallpresse und dem Publikum gnadenlos fallen gelassen wurde und deren neuer Lebensgefährte deshalb über viele Jahre keinen Arbeitgeber mehr fand, sollte uns alle zu mehr Achtsamkeit mahnen.

Eine ausführliche Besprechung von „Macht – Geschichten von Erfolg und Scheitern“ hat Melanie Mühl in der FAZ veröffentlicht. (Link zum FAZ-Artikel „Was heißt Scheitern heute?„)

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