AfD und die alten Herren aus Frankfurt

Jetzt sind sie also doch noch in ein und derselben Partei. Rainer Rahn, Ex-Flughafen-Ausbau-Gegner, Ex-Mitglied der FDP-Fraktion und Noch-Mitglied der „Römer“-Fraktion, die sich im letzten Jahr gegründet hat, um an das in Frankfurt nicht geringe Fraktionsgeld zu kommen (Bericht hier) und der als Rechtspopulist verschriene Wolfgang Hübner, der die Fraktion der Freien Wähler in Frankfurt anführt, sind der Euro-kritischen Partei „Alternative für Deutschland“ beigetreten.

„Rahns besondere Sympathien galten immer Wolfgang Hübner von den Freien Wählern, dessen Nähe er gern suchte“, schrieb die ehemalige Stadtverordnete Gisela Becker vor fast zwei Jahren in diesem Blog (siehe den Artikel FAG wird FDP).

Was den eher unpolitischen Rainer Rahn und den „Frankfurter Sarrazin“ (welt.de) Wolfgang Hübner verbindet, wird klar, wenn man den Artikel Hier spricht das Volk auf Publikative, eine Website der Amadeu Antonio Stiftung, liest: „Auch Rainer Rahn macht sich Sorgen um die Ausländer: Verbesserung der Kriminalprävention, gesteuerte Zuwanderung nach dem Vorbild von Australien oder Neuseeland, keine Zuwanderung in die Sozialsysteme.“

Nach den Ex-Kämmerern Albrecht Glaser und Horst Hemzal (beide CDU) sind nun zwei weitere Frankfurter Lokalpolitiker der neuen Partei beigetreten, die Publikative als rechtspopulistisches Sammelbecken weißer, gut ausgebildeter Männer mittleren Alters bezeichnet.

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19 Gedanken zu “AfD und die alten Herren aus Frankfurt

  1. Naja ... 11. April 2013 / 18:36

    Und „weiße, gut ausgebildeter Männer mittleren Alters“ sind natürlich a priori verdächtig. Alles Nazis außer Mutti, nicht wahr? 😉

    Mal ernsthaft, ein Ex-FDP’ler, ein Freier Wähler und zwei CDU’ler treten ein und derselben Partei bei und Ihre implizite Conclusio ist: Sammelbecken von Rechtspopulisten.

    Ist dann doch etwas dürftig, oder?

    • Carmen 11. April 2013 / 18:46

      Es ist die Conclusio von Publikative.org, die sie aus den Äußerungen vieler Parteimitglieder zieht, nachzulesen auf der Seite http://www.publikative.org/2013/04/08/afd-hier-spricht-das-volk/ . Für die beiden Herren Rahn und Hübner kann ich eine zumindest ausländerfeindliche Gesinnung bestätigen, denn ich kenne die politischen Einstellungen der beiden erwähnten Herren aus jahrelanger direkter persönlicher Anschauung gut.

      • Henry Paul 15. Juli 2013 / 17:20

        Weit gefehlt! Wer klartext spricht und nicht multikulti stückgefärbt wurde, ist in den Augen der Rot-Grünen Fraktion gleich rechtspopulistisch… darauf sage ich: wer political correctniss einfordert ist auf der dritten Stufe der NON-Kommunikation = Gleichschaltung angelangt und will offene , frei Kommunikation verbieten. Beispiel: die NPD ist in Parlamenten. Sie ist nicht verfassungsfeindlich- auch wenn sie krude Ansichten hegt. Ihrer Meinung nach bin ich jetzt ein Rechtspopulist, weil ich Fakten gesprochen habe. Historisch gesehen bewegen SIE sich auf dem WEG in den Stalinismus-Lenisnismus.

        • Carmen 21. Juli 2013 / 14:55

          Ich dachte, ich google mal, ob es den von Ihnen benutzten Namen gibt. Gibt es, Sie sind demnach der Frankfurter Maler Henry Paul, der auf seiner Website schreibt: „Ich male, um meine Gedanken zu sortieren – Ich fotografiere, um den Moment zu fangen – und ich engagiere mich in der Politik, damit ich das weiter machen kann!“ (http://www.henry-paul.de/Vita)

          Vielleicht sollten Sie noch ein wenig gründlicher sortieren. Ich empfehle Ihnen, sich bei Ihren Kindern oder Enkel zu informieren, wie man sich in der digitalen Welt benimmt. Das Internet ist keine schummrige Stammkneipe, in der man um Mitternacht die Hose runterlassen kann.

  2. Jarg 11. April 2013 / 20:41

    Hoffentlich verschwindet dieses seltsame politische Sammelsurium ebenso schnell in der mediale Klamottenkiste wie es daraus hervorgekommen ist. Und hoffentlich denkt man neben der Rettung des Euro auch endlich daran, dass Europa mehr ist als der Euro, mehr als ein Wirtschaftsraum …

  3. Stefan 14. April 2013 / 11:33

    Weiße Männer mittleren Alters? Bis auf das Alter scheint es zu stimmen. Den Bildern der Gründungsversammlung nach zu urteilen ist es eher ein Altherrenclub.

  4. Uhupardo 28. April 2013 / 03:00

    Wenn diese überflüssige Riege neoliberaler Pseudo-Revoluzzer bewirkt, dass Schwarzgelb zwei Prozent an der Mehrheit fehlen, werden wir über sie berichten. Vorher bekommen sie keine Bühne – nicht einmal eine negative.

  5. klaus Dietz 3. Mai 2013 / 15:47

    Die Riege erinnert fatal an 1923.

  6. Carmen 22. Mai 2013 / 09:38

    Ich empfehle das Interview zwischen dem AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke und Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft: „Raus aus dem Euro?“ in der FAS vom 18.05.2013.

    Lucke ist wesentlich überzeugender als Snower. Dabei unterscheiden sich seine Argumente gegen die unflexible Gemeinschaftswährung und das Krisenregime von Merkel und Co. auf den ersten Blick nicht von der Kritik, die Hans-Werner Sinn, Max Otte, Dirk Müller und viele Aktivisten und Blogger (z.B. http://uhupardo.wordpress.com/2012/11/04/langfristig-bietet-der-euro-nur-vorteile/ ) in den vergangenen Jahren geäußert haben. Oder liege ich da völlig falsch?

    Natürlich ist die Riege aus älteren – teils rechten, jedenfalls aber rechthaberischen – Herren, die Lucke um sich schart, nicht besonders sympathisch, aber jedem, der in letzter Zeit mal eine lokale Bürgerinitiative gegen ein Verkehrsinfrastruktur-Projekt besucht hat, wird diese demographische Zusammensetzung bekannt vorkommen.

  7. LOB 22. Mai 2013 / 09:58

    Empörung! Über den ESM Vertrag sollten wir ungeachtet Geschlecht, Herkunft, Alter und Religion empört sein dürfen, ansonsten bestätigt sich, die schlimmste Annahme, die der bigotten Scheindemokratie! Mich erschreckt, dass die Piraten dazu keine Position haben, scheinbar nicht einmal die gängigen Attacpapers lesen. Lucke legt wie Müller, Wagenknecht, Geißler den Finger auf die Wunde, seine Therapie ist fraglos kritikwürdig. Es wird die Krise nicht damit lösen, indem der Vertrag von Maastricht neu verhandelt und durch einen Austrittspassus erweitert wird.

  8. Carmen 22. Mai 2013 / 10:13

    Ich verweise nochmals auf die Seite Publikative.org , die Äußerungen von AfD-Mitgliedern zusammengestellt hat, die auf deren rechte Gesinnung hinweisen. Das Interview mit Herrn Lucke in der FAS ist m.E. unabhängig davon interessant.

    Aus gegebenem Anlass und zur Information für AfD-Mitglieder: Wer meint, die Autorin beleidigen zu müssen, kann sich die Finger wund schreiben und wird doch niemals einen Kommentar in diesem Blog veröffentlichen.

    • Henry Paul 15. Juli 2013 / 17:22

      Lesen Sie doch mal, wer hinter dieser Seite steckt: Idioten, die vorsätzliche Diffamierungs-Kampagnen lostreten. Wer sich informiert, sollte verschiedene Medein lesen und sich erst dann ein Urteil bilden und nicht gleich it-mässig losplärren

      • Carmen 21. Juli 2013 / 14:45

        Publikative.org wurde 2013 mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet. Wer wissen möchte, wer die Webseite macht, kann sich auf Wikipedia informieren: http://de.wikipedia.org/wiki/Publikative.org

        Ich veröffentliche Ihren Kommentar entgegen meiner ansonsten strikten Regel, keine unsachlichen und beleidigenden Aussagen zu veröffentlichen, aus einem einzigen Grund: Damit meine LeserInnen sehen, auf welchem Niveau sich die Mitstreiter der AFD bewegen. Dieses Niveau belegen Sie sehr treffend, indem Sie in Ihrem Kommentar die Betreiber von Publikative.org, die sich mit den Aktivitäten der NPD und der rechtsextremen Szene, sowie Themen wie Antisemitismus, Homophobie etc. auseinandersetzen, als „Idioten“ bezeichnen.

  9. Uhupardo 22. Mai 2013 / 19:51

    „Dabei unterscheiden sich seine Argumente gegen die unflexible Gemeinschaftswährung und das Krisenregime von Merkel und Co. auf den ersten Blick nicht von der Kritik, die Hans-Werner Sinn, Max Otte, Dirk Müller und viele Aktivisten und Blogger (z.B. http://uhupardo.wordpress.com/2012/11/04/langfristig-bietet-der-euro-nur-vorteile/ ) in den vergangenen Jahren geäußert haben. Oder liege ich da völlig falsch?“

    Nein, so falsch ist das nicht. Die AfD vermischt durchaus Richtiges mit Unerträglichem. Wir sehen den Euro-Niedergang als Chance (mindestens Chance) für etwas ganz Neues. Lucke kritisiert den Euro zurecht, allerdings aus einer komplett anderen nationalistischen Geisteshaltung heraus: „Wir werfen jetzt mal die Südländer aus dem Euro und kochen unbehelligt unser eigenes neoliberales Wohlstandssüppchen weiter.“

    Die AfD hat längst nicht in allem Unrecht. Das ist allerdings bei der NPD auch so.

  10. Der Redaktion bekannt 29. August 2013 / 20:19

    Um hier mal zu kommentieren ^^
    Die Kritik an der AfD ist berechtigt.
    Nichts gegen rechte und nationalistischdumme Spacken, die meinen, ihre Intelligenz würde die des normalen Volkes übersteigen. Wer auch nur mit Wasser kocht, bekommt auch nur Suppe raus! Der AfD ist genauso, nur kriegen die noch nicht mal den Topf warm.

    Ihre Ressentements gegen Ausländer, Andersdenkende, Arme, prekär Abgehängte, sind bereits peinlich. Wenn dann noch Äußerungen von Sympathisanten des AfD hinzukommen, die darauf hinweisen, daß der Durchschnitts-IQ der ganzen Truppe weit unter dem normalen Niveau liegt (dieser krude frankfurter Maler ist auch so jemand)., dann fühlt man sich peinlich berührt.

    Ich muß den Autoren dieses Blogs recht geben, und unsere eigene Publikation kam zu ähnlichen Schlüssen. Der AfD wäre eine Alternative für Deutschland, wenn er sich beispielsweise in Kanada oder Australien formieren und dort Streß machen würde. Beide Länder wissen, wie sie mit Faschisten umgehen – die Gefängnisse dort sind voll von solchen. Deshalb kann der AfD nur eine Alternative sein, nämlich für die geistig zurückgebliebenen,für die geistig armen, die geistig schwachen und jene, die nicht lernfähig sind.

    Ps.: Könnte mal jemand überprüfen, ob Herr Lucke seine Disse nicht doch geguttenbergt hat? Wenn man ihm so zuhört, wenn er über Makroökonomie salbadert, bekommt man den Verdacht, daß er keinerlei Ahnung von dem Thema hat.

  11. Carmen 29. August 2013 / 20:24

    Laut FAZ kursiert in Frankfurt für die alten Herren der AfD der Spitzname „Die Alten Naiven“.

  12. Carmen 8. November 2013 / 07:32

    Die Frankfurter Rundschau berichtet heute, dass Wolfgang Hübner sowie drei andere Mitglieder aus dem AFD-Landesvorstand ausgeschlossen werden sollen. „Ihnen werde vorgeworfen, an Sitzungen nicht teilgenommen zu haben und die Arbeit des Vorstands zu blockieren, hieß es aus informierten Kreisen. Da Beschlüsse einer Zweidrittelmehrheit bedürften, sei der Vorstand beschlussunfähig, wenn vier Mitglieder fehlten.“ (FR vom 8.11.13)

  13. Carmen 5. November 2014 / 15:46

    Heute schreibt die FAZ, Wolfgang Hübner habe sich endgültig mit dem Kreisverband zerstritten und sei aus der AFD ausgetreten.

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