Tage in Barcelona

Nein, ich habe mir keine Fanta mit Rotwein eingeschenkt, wie Daniel Brühl empfiehlt, sondern mich mit einem Cafe con leche auf die Terasse gesetzt, den Blick auf das Palau Güell genossen und das Buch aufgeschlagen, das mir Barcelona auf besondere Weise näher gebracht hat.



Der Schauspieler Daniel Brühl, der als Sohn einer Spanierin und eines Deutschen in Barcelona geboren und in Köln aufgewachsen ist, zeigt die katalanische Stadt in seinem Buch „Ein Tag in Barcelona“ auf sehr private Weise. Das Buch ist mit vielen Fotos seiner Familie und seiner Freunde illustriert und gespickt mit Anekdoten. Brühl verbrachte in seiner Kindheit die Ferien in Barcelona und wohnte während der Dreharbeiten zum Film „Salvador – Kampf um die Freiheit“ mehrere Monate im schönen Viertel Gracia.

Brühl erzählt vom Boule spielen, von seinem ersten Date, von nächtlichen Kneipengesprächen und von der Suche nach den perfekten Bohnen für die Paella. Widersprechen muss ich ihm nur wenn er behauptet, dass italienisches Essen noch besser ist als spanisches: Die Nudel wird meines Erachtens völlig überschätzt. Die spanische Küche hingegen weiß die Kartoffel angemessen zu zelebrieren. (Meine besten Kartoffeln habe ich allerdings in einem spanischen Lokal im Norden Usedoms gegessen: Neue kleine Kartoffeln wurden erst gekocht, dann kurz fritiert und noch heiß in einer Mischung aus gemahlenen Mandeln und Meersalz gewälzt, dazu gab es Aioli und Mojo. Wahnsinn!)

Der Besuch einer guten Tapas-Bar macht natürlich immer glücklich:

Aufgefallen ist mir in Barcelona auch die raffinierte Stadtmöblierung: Überall in der Stadt gab es Möglichkeiten zum Sitzen, ohne in ein Cafe gehen zu müssen, lose Stühle oder gegossene Marmorsitze auf kleinen Plätzen, extrabreite Bänke am Hafen oder wie hier am Strand von Barceloneta steinerne Liegen.

Unbedingt zu empfehlen sind Besuche in den Markthallen in Barcelona:

Irritiert hat mich, dass nahezu in jedem dritten Laden in den Einkaufstraßen Barcelonas ein Desigual-Shop war und seine überteuerte, nachgemachte Hippie-Mode feil bot. Am Mittwoch, nachdem ich der Schülerdemo begegnet war, lief ich an einem Benneton-Laden vorbei, der die Occupy-Bewegung für sein Werbevideo verwendet.

An vielen Häusern in Barcelona hing die katalanische Fahne, die separatistischen Strömungen im Nordosten Spaniens haben sich durch die Finanzkrise verstärkt (siehe auch Handelsblatt vom 20.10.2012 und diesen Artikel bei uhupardo).

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3 Gedanken zu “Tage in Barcelona

  1. Hackentrick 25. Oktober 2012 / 10:39

    Hach, Barcelona… da kommt Fernweh auf! Zeit und Geld müsste man haben, um die interessanten Städte dieser Welt zu ‚bewohnen’…
    Apropos Stadtmöbilierung: das Gegenteil fällt mir immer wieder in Frankfurt auf öffentlichen Plätzen auf. Beschränkte Möglichkeiten, sich niederzulassen, um dem Treiben zuzuschauen.

  2. Carmen 25. Oktober 2012 / 11:04

    Genau, dabei hat der Ausschuss Planen und Bauen der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung im Jahr 2009 eine „Studienreise“ nach Barcelona gemacht, um sich auf Kosten des Steuerzahlers vor Ort ein Bild u.a. darüber zu machen, wie eine barrierefreie Stadt aussehen kann.

    • Hackentrick 25. Oktober 2012 / 12:27

      Die Studienreise (auf unsere Kosten) war bestimmt schön… die haben nur beim Rückflug vergessen, die gesammelten Eindrücke mitzunehmen 🙂

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