„OB der Herzen“

„Ich bin aber Petra Roth!“ Mit diesen Worten hat die ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin kürzlich bei einer Veranstaltung einen Parkplatz in der ersten Reihe gefordert. Der Hinweis, es seien aber an anderer Stelle Gäste-Parkplätze reserviert, interessierte die Rentnerin (vormals: „Ich als Stadt Frankfurt“) nicht.

Der neue Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann spielt derweil Tischkicker mit Jugendlichen, besucht Mieter in Bonameser Hochhäusern und übernachtet bei lärmgeplagten Sachsenhäuser Bürgern.

Uwe Becker, der wahrscheinlich Frankfurter Oberbürgermeister geworden wäre, hätte o.g. Petra Roth nicht dazwischen gefunkt, überrascht derweil durch sein rüpelhaftes Auftreten im Haupt- und Finanzausschuss. Der Kreisvorsitzende der „Familienpartei“ CDU wird von der Frankfurter Rundschau mit folgenden Worten zitiert:

„Ich könnte meine Dienstag- und Freitagabende ja anders nutzen.“ Verständnisinniges Grinsen gerade bei der CDU. Denn das sind die Abende, die der OB für seine Tochter freizuhalten versucht. (FR vom 7.9.2012)

Warum nimmt sich Becker als Familienvater kein Beispiel an Feldmann? Weil er lieber mit CDU-Granden seine freie Zeit verbringt als mit seinen beiden Söhnen? Weil ihm die politische Karriere über alles geht?

Peter Feldmann hat versprochen, als Oberbürgermeister einen neuen Stil zu prägen. Dafür muss er sich von der BLÖD, der FNP und anderen „Qualitätsmedien“ beschimpfen lassen. Er aber bleibt dabei. Das ist mutig und es lässt die CDU und auch die Grünen ziemlich alt aussehen.

Ich bin wiedermal einig mit Stefan Behr von der Frankfurter Rundschau und sehe Peter Feldmann auf dem besten Weg zum „OB der Herzen“:

„Wer es schafft, dass unisono die geriatrische Abteilung der Stadtgesellschaft Zeter und Mordio schreit, muss irgendetwas oder auch alles richtig machen. KulturSchuhu Hilmar Hoffmann ist sauer auf Feldmann, weil er den noch auf keiner Vernissage geistreich von der Seite ansprechen konnte. SpontiKonvertit Johnny Klinke ist betrübt, weil Feldmann sich im Tigerpalast nicht die Brille von der Nase klauen lässt. Und das PRIrrlicht Moritz Hunzinger vergießt bittere Zähren, weil Feldmann sich weigerte, beim Sommerfest der Konsuln den GrüßAugust zu spielen.

Kurz gesagt: Feldmann drückt sich konsequent vor allen Wichtigtuer und Dünnbrettbohrerveranstaltungen und verbringt stattdessen lieber zwei Abende die Woche mit seiner Tochter. (FR vom 8.9.2012)

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