Pressekritik zur Berichterstattung über Petra Roths Abschied

Werner D’Inka hat in der FAZ am Tag nach der Verabschiedung von Petra Roth in und vor der Paulskirche die Stilfrage aufgeworfen. Ein Mann mit erkennbarem Migrationsvordergrund habe es nicht fassen können, wie Leute auf die Idee kommen, einen Festakt in der Paulskirche zu stören, schreibt D’Inka: „Da waltete ein Gespür für Stil und Form, das den Demonstranten draußen abging.“ Zuwanderer seien stolz auf „ihre“ Oberbürgermeisterin und wundern sich über die Deutschen, so D’Inka. Unfreiwillig offenbart hier der Herausgeber der FAZ ein Weltbild, dass wir lieber nicht genauer untersuchen wollen. Denn vielleicht war der Mann mit „erkennbarem Migrationsvordergrund“ eine Hälfte der Neuen Doppelspitze der Deutschen Bank, Anshu Jain.

Nun, Stilfragen sind interessant, wenn man sonst keine Sorgen hat. Hatten die Demonstranten aber. Die Sachsenhäuser und Oberräder Wutbürger waren laut, weil sie nachts wegen der Missachtung des Nachtflugverbots nicht schlafen können. Die Blockupy und Occupy-Aktivisten sorgen sich nach dem Verbot von Blockupy und den anstehenden Veränderungen durch Fiskalpakt und ESM um die Demokratie.

Eine Entschuldigung seitens der FAZ, der FNP (das ist die Tageszeitung, die bei Bloggern abschreibt) und des CDU-Fraktionsvorsitzenden Helmut Heuser, die uns in den letzten Tagen als gewaltbereite und hassbestimmte Chaoten bezeichneten, ist heute übrigens nicht zu lesen.

Einzig die Frankfurter Rundschau berichtet heute ausführlich und angemessen über den kreativen und witzigen Protest des „Schwarzen Blocks“.

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Ein Gedanke zu “Pressekritik zur Berichterstattung über Petra Roths Abschied

  1. Carmen 12. Juni 2012 / 14:01

    DAs Occupy TV Magazin hat anlässlich der Verabschiedung von Petra Roth eine extra Ausgabe veröffentlicht:

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