Petra Roths Abschied

„Ich, als Stadt Frankfurt…“, so begann Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth gern ihre Sätze. Es scheint ihr nie aufgefallen zu sein, wie anmaßend das für die BürgerInnen klingt. Heute wurde Petra Roth in der Paulskirche verabschiedet, am 1.7.2012 übernimmt der Sozialdemokrat Peter Feldmann – nein, nicht das Zepter. Die bunten Blätter haben zwar in letzter Zeit häufig behauptet, wir Frankfurter würden Petra Roth unsere Königin nennen, aber das stimmt nicht, wir nennen sie höchstens unsere Lügenbaronin, oder auch ganz plebejisch Lügen-Petra.

Deshalb haben sich zur Abschiedsfeier nicht nur illustre Gäste wie Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt, nein, auch Fluglärmgegner und der berüchtigte schwarze Block wollten Roth auf dem Paulsplatz würdig verabschieden.

Schwarze Blöcke
Chaot verteilt Wurfmaterial aus Schaumstoff
Gewaltbereite Demonstranten beim Abschied von Petra Roth
Aktivistin des Schwarzen Blocks auf Konfrontationskurs

Während die Linke geschlossen der Abschiedsfeier fern blieb, ist der ehemalige FAG-Fraktionschef Rainer Rahn – die Fluglärmgegner geflissentlich ignorierend – zur Paulskirche geeilt (wahrscheinlich waren leckere Häppchen angekündigt.)

Rainer Rahn, ehemals Fraktionschef der FlughafenAusbauGegner (FAG) im Römer, inzwischen Mitglied der FDP-Fraktion

Drinnen in der Paulskirche hat Olaf Cunitz, grüner Bürgermeister, laut Presseamts-Twitter eine „nachdenkliche Dankesrede“ gehalten, Martin Kliehm von den Piraten hatte ein „bisschen schlechtes Gewissen“, weil er in und nicht vor der Paulskirche war, und ich habe mich gefreut, dass in den Reden der Fluglärmgegner vor der Paulskirche eine Annäherung zu Blockupy deutlich wurde.

Ach ja, es waren wieder viel zu viele Polizisten in der Stadt und hatten nix zu tun, während doch überall Grundschullehrer fehlen, also: Bullen zu Paukern!

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5 Gedanken zu “Petra Roths Abschied

  1. Hackentrick 12. Juni 2012 / 09:11

    Naja, „Bullen zu Paukern“ würde ich nicht unbedingt wollen – da ist mir vor der pädagogischen Methodik bange 🙂

    Herzlichen Dank für den Bericht und die Fotos, ich konnte leider nicht vor Ort sein!

  2. Carmen 12. Juni 2012 / 12:07

    Nachdem ich heute morgen als Begleitperson am Fahrrad-Unterricht einer Grundschule teilgenommen habe, finde ich meine Idee noch besser. Der Polizist war freundlich und höflich zu den Kindern, aber gleichzeitig klar und konsequent. Für Viertklässler ist das keine schlechte Mischung. 😉

  3. Martin Kliehm (@kliehm) 5. Juli 2012 / 15:27

    Ich fand es spannend, zum ersten Mal Angela Merkel live zu erleben. Sie verhaspelte sich, verwechselte die Stadt, sprach kaum von Petra Roth, sondern vor allem von Bundespolitik. Mir wurde klar, dass Bundespolitiker nicht wirklich eloquenter sind als Kommunalpolitiker, und dass sie nicht allwissend in jeglichen Themen sind, sondern im Zweifelsfall eben ihre eigenen Themen in jeglichem Kontext anbringen. Ob das so erstrebenswert ist, sei dahingestellt, aber ich habe erkannt, dass Bundeskanzlerinnen auch nur Menschen sind. Insofern war es für mich gut und wichtig, in der Paulskirche und nicht davor zu sein, zumal ich vor der Paulskirche schon genügend bei Blockupy war. Es müssen nicht immer die gleichen Leute im Regen stehen. 😉

  4. Carmen 5. Juli 2012 / 15:38

    Stimmt. Ich muss allerdings zugeben, dass ich umgehend in die Pizzeria am Paulsplatz geflüchtet bin, als der Regen heftiger wurde, immerhin mit der Ausrede: Ich kann ja sonst nicht twittern 😉

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