Petra Roth schenkt Rhein und Becker zum Abschied ordentlich ein

Was uns mit der Wahl Gaucks zum Bundespräsidenten erspart blieb, konnte man am Freitag Abend in der NDR-Talkshow sehen. Die von der CSU als Präsidenten-Kandidatin ins Spiel gebrachte Petra Roth (CDU) gibt Ende Juni 2012 vorzeitig ihr Oberbürgermeisteramt in Frankfurt auf. In den vergangenen Monaten hat sie immer wieder betont, gäbe es die Altersgrenze nicht, hätte sie im nächsten Jahr erneut kandidiert. „Und ich hätte gewonnen“, betont sie.

Auf die Frage des Moderators Hubertus Meyer-Burckhardt, warum sie denn ihr Amt ein Jahr vor dem Ende niederlegt, hat sie mit einer ihrer typisch verschwurbelten Monologe geantwortet, die allen, die jemals eine Frankfurter Stadtverordnetenversammlung erlebt haben, in der sie vom Redemanuskript abwich, bestens bekannt sind. Abgesehen von den eitlen Selbstbeweihräucherungen hat sie gestern Abend den Frankfurter Stadtkämmerer Uwe Becker und Hessens Innenminister Boris Rhein als Waschlappen hingestellt.

„Warum legen Sie Ihr Amt vorzeitig nieder?“

„Das ist eine sehr intime Frage. (…) Ich bin ein sehr politischer Mensch und mag auch Drive in der Politik.

Die Frankfurter Szene, die immer wußte, von jeher, immer wenn ich wieder gewonnen habe, dass 2013 Schluss ist, hätte ja mal Kandidaten bringen können.

Zweites Argument, der Frankfurter Oberbürgermeister ist, ich bin jetzt 48 Jahre Frankfurterin, ist mir ein sehr hohes Amt, und ich finde, er hat in seiner Wahl eine Eigenstellung zu berücksichtigen. Ich wollte dass die Frankfurter OB-Wahl in einem eigenen Fokus steht. Und dann hab ich mit zwei jungen Männer, die im Alter meine Söhne sein könnten, gesprochen und gesagt, wenn ich ein Jahr früher gehe, nur dann geht das von der Verfassung, kandidiert ihr? Dann haben sie gesagt, ja. Dadurch habe ich gesagt, dann gebe ich etwas, dadurch konnte ich von der CDU nicht zu dem Teil gehören, von dem man sagt, ist die immer noch im Amt. Ich meine 18 Jahre, das gibt es im letzten Jahrhundert nicht, das gibts in diesem Jahrhundert.. weiß ich nicht, werde ich nicht mehr erleben, aber auch nicht wahrscheinlich, das die dann so zurückhaltend sind. Ich finde man muss angreifen in der Politik. Angreifen, nicht im Sinne von vernichten. Man muss auch seine Ideen bringen, diese Männer sind 40 Jahre alt, die hätten endlich mal sagen sollen, jawohl ich will und sie haben nur gewollt, als ich gesagt habe, ich gehe ein Jahr früher.“ (Das Interwiew habe ich in der ndr-Mediathek nochmal gesehen und transkribiert)

Das ist übelste Geschichtsklitterung. Von der feinen norddeutschen Art scheint Petra Roth sich in der Tat nichts bewahrt zu haben. Uwe Becker hat immer wieder betont, dass er gern 2013 als OB kandidieren würde. (z.B in diesem Interview vom 1.7.2011)

Aber nicht die Partei hat entschieden, ob sie Boris Rhein oder Uwe Becker 2013 ins Rennen schickt, sondern Petra Roth an dem berühmten „Kaminabend“ in ihrem Haus in Nieder-Erlenbach, so wird es zumindest kolportiert. Was auch immer an diesem Abend besprochen wurde, offenbar hatte Roth mit den beiden noch eine Rechnung offen. Souverän ist ihr Verhalten nicht.

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