Klinke gab den Maschmeyer

Gestern habe ich auf umamibuecher die höchste Zugriffszahl seit Bestehen des Blogs erreicht. Meine LeserInnen kamen nicht über Facebook (ich habe dort keinen Account) und nicht über Twitter, sondern ganz klassisch über die Google-Suche.

Seit ich am Freitag den Artikel über Johnny Klinke und seine Werbeanzeigen in der FAZ und der Frankfurter Rundschau veröffentlicht habe, (hier geht es zum Artikel: „Liebe Grüne, wer solche Freunde hat…“), wurde kein Text in diesem Blog häufiger gelesen.

Viele haben sich bei dieser OB-Wahl verrechnet, allen voran Petra Roth (und ihre Berater im Hintergrund) und das Frankfurter Führungspersonal der Grünen. Was aber hat den Variete-Direktor Johnny Klinke dazu bewogen, richtig viel Geld in die Hand zu nehmen, um für Boris Rhein zu werben? Allein die Anzeigen in der FAZ und in der Frankfurter Rundschau haben ca. 30.000 Euro gekostet. Ob er auch noch in anderen Frankfurter Medien, z.B. in der BLÖD geworben hat, ist mir nicht bekannt.

Johnny Klinke hat sich mit dem Varieté-Theater „Tigerpalast“ einen Lebenstraum erfüllt. „Er hat nie von etwas anderem geredet“ hat mir mal eine Freundin erzählt, die aus einem Frankfurter Sponti-Haushalt kommt und deren Vater eng mit Johnny befreundet war. Der Laden brummt, trotz hoher Eintrittspreise.

Das schwarz-grüne Polit-Publikum passt gut in den Tigerpalast. Saturiert und selbstgewiss fällt es leicht, mit dem Champagner-Glas in der Hand die Weltoffenheit zu zeigen, die angeblich den Frankfurter auszeichnet.

In Frankfurt den Maschmeyer zu geben, ist allerdings nach hinten losgegangen. Die grünen Wähler hat Klinkes Eintreten für Boris Rhein eher abgeschreckt – Peter Feldmanns Sieg ist vor allem ihnen zu verdanken.

Nachtrag vom 28.3.2012:
Meine Vermutung, dass Johnny Klinke mit seiner Kampagne genau das Gegenteil erreicht hat, wurde von Dany Cohn-Bendit bestätigt. Der WELT sagte er: „Ich habe auch mein Kreuzchen beim Peter Feldmann gemacht. Und wissen Sie warum? Wegen Johnny Klinke. Ich fand seine Anzeige für Boris Rhein in der Zeitung unsäglich. Er hat keine Ahnung von Politik und soll lieber weiter seinen Tigerpalast machen.“ (Welt online vom 26.3.2012)

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2 Gedanken zu “Klinke gab den Maschmeyer

  1. Andrea 27. März 2012 / 13:51

    Die führenden Frankfurter Grünen scheinen wie vor den Kopf geschlagen – trotz einer vergleichsweise gut funktionierenden schwarz-grünen Koalition im Römer hat sich das grüne Wählerklientel offensichtlich geweigert, Boris Rhein zu wählen, und eher nach Inhalten und Personen als nach Machtoptionen entschieden. Irgendwie beruhigend 😉

  2. Carmen 28. März 2012 / 08:39

    Die FR schreibt heute: „Die Frankfurter können sich mit dem Amtsantritt des neu gewählten Oberbürgermeisters Peter Feldmann am 1. Juli auf eine offene politische Konfrontation im Römer einstellen. Anders als die scheidende OB Petra Roth, die auf Feldmann zugeht, will die schwarz-grüne Koalition den Sozialdemokraten auflaufen lassen.

    Ich hoffe, die Grünen kommen bald zur Besinnung und sehen ein, dass eine Abkehr vom sachorientierten Politikstil ihrem Ansehen in der Wählerschaft sehr schaden wird.

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