Zum Bundespräsidenten-Kandidat Gauck

„Wichtiger als all das war für Merkel: Der Kandidat durfte möglichst wenig Potenzial besitzen, ihr in die Parade zu fahren. Zumindest musste klar sein, dass eventuelle Störmanöver Rot-Grün ebenso treffen könnten wie die Union. Und daran muss bei Gauck, der sein erfrischendes Freiheitspathos mit kleinlicher Sozialstaatsskepsis zu mischen pflegt, niemand zweifeln.“ (Stefan Hebel in der Frankfurter Rundschau vom 20.2.2012)

„Gegen alle Anfechtungen machte er sich daran, die Dossiers des Geheimdienstes den Opfern der Stasi zu öffnen, aber auch wissenschaftliche Forschung und öffentliche Aufarbeitung zu gewährleisten. Der Wahrheit ins Gesicht zu blicken, um mit der eigenen Geschichte ins Reine zu kommen, diesen Anspruch verteidigte Gauck gegen alle Versuche, die Akten zu schließen.“ (Peter Carstens in der FAZ vom 20.2.2012)

„Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck soll´s machen. Merkel musste eingestehen, dass sie vor zwei Jahren einen Fehler gemacht hatte. Jetzt wird man schnell ein neues Thema erfinden müssen, um die kleinbürgerlichen Aufgeregtheiten zu kanalisieren, sonst beschäftigen sich die Menschen noch mit Wichtigerem.“ (uhupardo am 19.2.2012)

Gauck bei einer Veranstaltung der ZEIT im Oktober 2011 (Zitate aus der Süddeutschen Zeitung vom 17.10.2011):

„Die Antikapitalismusdebatte ist unsäglich albern.“

„Mit Blick auf die Proteste beim Bahnprojekt Stuttgart 21 warnte Gauck vor einer Protestkultur, „die aufflammt, wenn es um den eigenen Vorgarten geht“.

„Ich fürchte mich vor einem modernen Politikertyp, der völlig auf Inhalte verzichtet.“

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2 Gedanken zu “Zum Bundespräsidenten-Kandidat Gauck

  1. Hackentrick 20. Februar 2012 / 11:02

    Bis dato hatte ich gegenüber Herrn Gauck eine uneingeschränkt positive Haltung. Einige seiner Äusserungen im Rahmen des Frankfurter Stadtgesprächs (Kunstverein, 04. Februar) veranlassen mich jedoch, den Eindruck vom neuen Bundespräsidenten zu relativieren.

    Herr Gauck ist ein bürgerlich-konservativer Kandidat, der es m.E. sicher lieber gesehen hätte, wenn er vor zwei Jahren von Schwarz-Gelb nominiert worden wäre, als ein Favorit der SPD und Grünen zu sein…

  2. Carmen 20. Februar 2012 / 11:18

    Ich wundere mich vor allem über seine Worte zur Antikapitalismusdebatte. Die unkritische Haltung mancher ehemaliger DDR-Bürger zu den Auswüchsen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung macht mir schon Sorgen.

    Wenn es mir wichtig wäre, von der Spitze des Staates repräsentiert zu werden, würde ich jetzt nach einer Wessi schreien, die 16 Jahre Helmut Kohl mit dem Mief nach Saumagen, Korruption und Machogeklüngel miterlebt hat.

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