Anti-ACTA-Demo am 11.2.2012

Müssen wir schon wieder demonstrieren? Bei dieser Kälte? Wo wir doch endlich mal im Taunus Schlitten fahren könnten? Ja, wir müssen wohl:

Anti-ACTA-Demo am 11.02.2012 um 15:00 Uhr, Hauptbahnhof Frankfurt

ACTA ist ein Handelsabkommen, das vorsieht, Urheberrechtsverletzungen zukünftig als Straftat zu behandeln, bisher wurden diese in einigen beteiligten Ländern nur als Vergehen behandelt. Nina Galla hat in ihrem Blog „fair sprechen“ das Abkommen und seine Folgen gut erklärt.

In einem sehr differenzierten Beitrag in der Frankfurter Rundschau hat sich heute auch die grüne Europa-Abgeordnete Helga Trüpel zum Abkommen geäußert:

„Um nicht falsch verstanden zu werden: ACTA geht in eine vollkommen falsche Richtung. Ohne demokratische Verfahren und ohne jede Form von Öffentlichkeit zustande gekommen, erinnert es an die Geheimpolitik des 19. Jahrhunderts.“

Aber:

„Mit der Internet-Entwicklung der vergangenen zehn Jahre ist es für viele Verbraucher selbstverständlich geworden, an Informationen, gemeinfreie Inhalte, aber auch an urhebergeschützte Inhalte frei zu gelangen, frei nicht nur im Sinne einer Freiheit von politischer Zensur, sondern auch frei von Bezahlung.

Das muss die Kreativen, Künstler und Medienschaffenden, die von ihrer geistigen und kreativen Arbeit leben wollen, massiv stören und das tut es auch. (…) Kernbestandteile des Urheberrechts werden derzeit nicht nur von Netzaktivisten, sondern auch durch die von Google gesponserte Forschung bis hin zu EU Kommissarin Neelie Kroes* in Frage gestellt. (…)

Hinter der Kampagne für die Abschwächung des Urheberrechts stecken starke kommerzielle Interessen der neuen Internetfirmen wie Google und Facebook und beileibe nicht nur politische Freiheitsrechte. (…)

Es ist richtig, dass es keine Internetsperren geben darf, dass Netzneutralität verteidigt wird, dass Verwertungsgesellschaften transparenter gemacht werden müssen, aber ein Freiheitsbegriff des Netzes, der ohne Verantwortung und Nachhaltigkeit gedacht ist, ist ein falscher Freiheitsbegriff. Es wird mittelfristig nicht mehr so viel kulturelle Vielfalt geben, es wird weniger professionelle Kreative geben, wenn es keinen Urheberschutz mehr geben sollte.“ (Der ganze Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 10.2.2012)

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* das ist die EU-Kommissarin, die im Dezember den Plagiator Guttenberg zum EU-Berater in Internetfragen gemacht hat.

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