OB-Kandidaten Frankfurt: Piraten

Die Frankfurter Piraten haben einen eigenen OB-Kandidaten nomininert, den Stadtverordneten Herbert Förster, der sich in einer Mitgliederversammlung gegen zwei weitere, ebenfalls männliche Kandidaten durchsetzte. Einer seiner Konkurrenten, der Kreisvorsitzende Stefan Schimanowski beschimpfte die Kandidaten der anderen Parteien laut FNP als „Scheiß-Kandidaten“, sagte aber zu seinen inhaltlichen Vorstellungen wenig. Nachdem er Förster unterlag, trat er umgehend als Kreisvorsitzender zurück. Ein Ereignis, an dem sich die Andersartigkeit der Piratenpartei schwerlich demonstrieren lässt.

Die Frankfurter Rundschau hat sich in der Berichterstattung zum Thema heute gründlich blamiert:
„Als Gründungsmitglied und Generalsekretär ist Förster von Anfang an beim Kreisverband Frankfurt mit dabei. Als Fraktionsvorsitzender der ELF-Fraktion musste er zuletzt deren Zerfall miterleben, weil Öko-Linx wieder austrat. Nun müssen die Piraten den langen und mitunter steinigen Weg des politischen Newcomers alleine gehen“, schreibt Markus Bulgrin.

Öfter mal nen Blog lesen, lieber (angehender) Kollege: Die Fraktionsgemeinschaft mit Ökolinx hieß Bunte Fraktion und bestand aus den beiden Piraten, Luigi Brillante von der Europa Liste und Jutta Ditfurth (Ökolinx). Nachdem Zerfall der Fraktionsgemeinschaft nach nur vier Monaten bildeten Martin Kliehm, Herbert Förster und Luigi Brillante, der seit über 10 Jahren im Frankfurter Stadtparlament sitzt, also keineswegs ein „Newcomer“ ist, die Fraktionsgemeinschaft ELF.

Das war der heutige Beitrag zum Thema Print – Qualitätsjournalismus.

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3 Gedanken zu “OB-Kandidaten Frankfurt: Piraten

  1. Martin Kliehm (@kliehm) 28. November 2011 / 17:07

    Die Ausdrucksweise von Stefan Schimanowski wie auch seine manisch-depressive Arbeitsweise trugen sicher dazu bei, dass er nicht OB-Kandidat wurde. Sein Rücktritt vom Amt des Kreisvorsitzenden ist zwar bedauerlich, darum aber konsequent. Ich hatte übrigens nicht kandidiert und eine sehr kompetente Frau gefragt, ob sie nicht als Kandidatin zur Verfügung stünde, aber sie hat leider abgelehnt.

    Angesichts dessen, dass die Teilnahme an der Wahl ohnehin nur den Zwecken dient, a) unsere Sympathisanten für die Wahl zu mobilisieren, um es b) Boris Rhein zu erschweren, im ersten Wahldurchgang eine absolute Mehrheit zu erlangen, kann ich die Entscheidung zur Nicht-Kandidatur verstehen.

    Derzeit kommen aber viele weibliche Interessierte und Neumitglieder zu den Piraten, weswegen meine Erwartung für die Landtagswahlen 2013 ist, dass wir dort einen größeren Frauenanteil als bisher auf den Listen haben werden.

  2. Carmen 28. November 2011 / 17:18

    Letzteres würde mich für Euch freuen.

    Wenn mir jetzt nochmal jemand erklären würde, ob ich mich als zukünftige freie Journalistin vor Euch bzw. Eurer Haltung zum Urheberrecht fürchten muss, wäre mir auch geholfen. Hackentricks Artikel, der sich mit der Annäherung grüner Netzpolitik an die Piraten beschäftigt, hat mich beunruhigt. (http://hackentrick.wordpress.com/2011/11/24/grune-netzpolitik-falsche-netzpolitik/)

    Gruß, Carmen

  3. Martin Kliehm (@kliehm) 28. November 2011 / 18:58

    Nein, Du musst Dich nicht fürchten. Glaube nicht den Quatsch, den Lobbyisten mit veralteten Geschäftsmodellen erzählen. EU-Kommissarin Neelie Kroes hat es ganz gut formuliert, wo die Probleme mit dem Copyright liegen. Das kann ich voll unterschreiben.

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